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Frankfurt: Streit über Rechenzentren

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Von: Christoph Manus

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Rechenzentren boomen in Frankfurt. Hier eines im Stadtteil Rödelheim.
Rechenzentren boomen in Frankfurt. Hier eines im Stadtteil Rödelheim. © Christoph Boeckheler

Die Linke im Frankfurter Römer und der BUND Hessen fordern strengere Auflagen für neue Rechenzentren in Frankfurt.

Der Linken im Frankfurter Römer reicht die geplante Steuerung der Ansiedlung von Rechenzentren nicht aus. „Der Rechenzentren-Boom ist ein absoluter Klimatreiber in Frankfurt und muss weit stärker reglementiert werden“, fordert Pearl Hahn, die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion. Sie vermisse etwa, dass die Stadt in dem Konzept den Betrieb mit Ökostrom und die Nutzung der entstehenden Abwärme für verbindlich erklärt. Stattdessen druckse diese weiter herum. „Der Klimaschutz wird auf die lange Bank geschoben, um die Wirtschaftsinteressen, aber auch die sprudelnden Steuereinnahmen der Stadt nicht zu gefährden“, kritisiert Hahn.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte das Konzept als zu reglementierend kritisiert, da die Stadt Zonen nennt, in denen sich Rechenzentren ansiedeln sollen, und Bereiche, wo diese künftig tabu sind. Die IHK warnt vor Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort, aber sogar für den Klimaschutz. Wenn Rechenzentren dezentral gebaut würden, leisteten diese über die Abwärme einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele, argumentiert IHK-Präsident Ulrich Caspar.

Beim BUND Hessen sorgt das für Kopfschütteln. Caspar blende komplett aus, dass Rechenzentren selbst einen immensen Energieverbrauch aufwiesen, sagt BUND-Energieexperte Werner Neumann. Zudem werde die Abwärme in der Regel bislang eben nicht genutzt, sondern heize die Umgebung auf. Er hält es, wie die Linke, für nötig, dass die Stadt die Nutzung der Abwärme zur Bedingung für die Genehmigung von Rechenzentren erklärt. cm

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