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Frankfurt: Streit über neue Quartiere an der A5

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Von: Christoph Manus

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Nordwestlich der Frankfurter Bebauung könnten mehr als 8600 Wohnungen entstehen. Doch es gibt Widerstand, besonders aus Steinbach.
Nordwestlich der Frankfurter Bebauung könnten mehr als 8600 Wohnungen entstehen. Doch es gibt Widerstand, besonders aus Steinbach. © Michael Schick

Die Entwicklung von Wohngebieten im Frankfurter Nordwesten könnte auf der Kippe stehen. Ein Entwurf für den neuen Regionalplan sieht keine Flächen für die Quartiere vor.

Scheitert die von der Stadt Frankfurt geplante Entwicklung neuer Wohnquartiere beidseits der A 5 am regionalen Planungsrecht? Davon geht zumindest der Steinbacher Landtagsabgeordnete Stefan Naas (FDP) aus. Die „Josefstadt“ stehe vor dem Aus, teilt der frühere Bürgermeister von Steinbach, der Mitglied der Regionalversammlung Südhessen ist, mit. Der Gegner des Vorhabens verweist auf ein aktualisiertes Plankonzept für den regionalen Flächennutzungsplan, der von der Regionalversammlung Südhessen erarbeitet wird.

Darin geht aus einer Anlage über künftige Wohnbauflächenschwerpunkte hervor, dass im Gebiet „Frankfurt – Neuer Stadtteil“ keine neuen Flächen ausgewiesen werden sollen. Zwar ist in einer Tabelle eine Basisfläche von 48 Hektar genannt. Wegen Restriktionen zur Bebauung der Fläche stehen dort im Ergebnis aber null Hektar. Damit stehe nicht nur eine Bebauung des Areals in der Nähe von Steinbach, sondern auch im Teil östlich der A 5 vor dem Aus, sagt Naas.

Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef will für das Vorhaben in der Regionalversammlung kämpfen

Im Frankfurter Planungsdezernat zeigt man sich auf Anfrage der Frankfurter Rundschau irritiert über Naas´ Mitteilung. Der Beschluss des Plankonzepts sei schließlich, wie vom Landtagsabgeordneten selbst erwähnt, auf März vertagt worden. „Es ist kein Beschluss gefallen“, betont Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Zudem gehe man davon aus, dass die Regionalversammlung nicht automatisch abnicke, was ein Büro vorlege. Die Stadt werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Flächen – auf denen nach einer ersten Studie nach und nach mehr als 8600 Wohnungen entstehen könnten – bei der Fortschreibung des regionalen Flächennutzungsplan berücksichtigt werden. Gellert ging am Dienstag davon aus, dass Josef dazu im kommenden Jahr auch im Planungsausschuss der Regionalversammlung Stellung nimmt.

Die Stadt lässt seit etwa vier Jahren untersuchen, ob auf dem 550 Hektar großen, vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Areal im Nordwesten Frankfurts eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme begonnen werden sollte. Die neue Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat bereits vereinbart, dass zunächst der Bereich östlich der Autobahn entwickelt werden soll. Dafür soll die Stadt, wie es im Koalitionsvertrag heißt, ein Zielabweichungsverfahren bei der Regionalversammlung beantragen. Dieser Antrag wird laut Gellert bereits vorbereitet. Eingereicht werde er, sobald die vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen sind. Das werde im ersten Halbjahr 2022 soweit sein. Erst dann treffen die Stadtverordneten auch die Entscheidung, ob für das Areal eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme eingeleitet wird.

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