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Frankfurt: Streit über das Juridicum

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Von: Christoph Manus

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Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg zum Erhalt der Ada-Kantine und eine weitere Nutzung des Juridicums auf dem künftigen Kulturcampus.
Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg zum Erhalt der Ada-Kantine und eine weitere Nutzung des Juridicums auf dem künftigen Kulturcampus. © Monika Müller

Was soll mit dem Juridicum auf dem Frankfurter Campus Bockenheim geschehen? Die ABG hält einen Abriss für alternativlos. Drei Initiativen kämpfen für einen ökologischen Umbau.

Etwa 35 Menschen haben am Donnerstag vor dem Römer für einen Verbleib der Ada-Kantine auf dem Campus Bockenheim geworben. Die Initiative, die einen Mittagstisch für Bedürftige anbietet, muss Ende Januar die ehemalige Akademie für Arbeit verlassen und würde dann gern in das Erdgeschoss des Juridicums ziehen, wie Anette Mönich bei der kleinen Kundgebung sagte. Das Uni-Gebäude soll Anfang 2023 geräumt und an den städtischen Immobilienkonzern ABG Frankfurt Holding übergeben werden, der den Kulturcampus für die Stadt entwickelt.

Die Ada-Kantine und die Initiativen Offenes Haus der Kulturen und Zukunft Bockenheim kämpfen gemeinsam dafür, dass das Gebäude nicht nur, wie bisher geplant, übergangsweise als Wohnraum für Geflüchtete genutzt wird. Nach ihren Vorstellungen sollten dort stattdessen dauerhaft Wohnraum und Räume für soziale und kulturelle Nutzungen entstehen. Sie halten es überdies für möglich, den 60er-Jahre-Bau dauerhaft zu erhalten. Dieser müsse ökologisch neu gestaltet, statt abgerissen werden, fordern die Gruppen.

Kulturcampus: Kritik an Vorstellungen von ABG-Chef Junker zum Juridicum

ABG-Chef Frank Junker hat einen Erhalt der Immobilie jüngst aus Platzgründen für unmöglich erklärt. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, das Frankfurt-Lab und der geplante Wohnraum könnten auf dem Areal nur entstehen, wenn das Juridicum fällt, sagte er im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Mit einem Flächenmangel begründet Junker auch seine Ablehnung einer Zwischennutzung des Gebäudes auch für kulturelle Zwecke. Priorität habe die Unterbringung Geflüchteter. Für beides seien die Flächen zu klein.

Die Initiativen können Junkers Argumentation nicht nachvollziehen. Das Juridicum sei groß genug, dass dieses multifunktional genutzt werden könne. „Sollen auf 19 000 Quadratmetern Flüchtlingsunterkünfte entstehen?“, fragte Mönich am Donnerstagnachmittag zweifelnd. „Oder wird ein großer Teil des Gebäudes leerstehen.“ Eine gemischte Nutzung habe auch Vorteile für die Geflüchteten, sagte sie. Diese könne „Ghettobildung und Ausgrenzung“ verhindern.

Koalition im Frankfurter Römer will eine gemischte Zwischennutzung mit Ada-Kantine

Die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt unterstützt zumindest die Wünsche der Initiativen für die Zeit der Zwischennutzung. In einem Dringlichkeitsantrag, der am Donnerstagabend im Frankfurter Stadtparlament beschlossen wurde, nennt sie eine Mischnutzung des Gebäudes auch für die Ada-Kantine und Kultur „wünschenswert“.

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