Keine Einigung

Streik am Flughafen Frankfurt: Müssen Reisende mit Ausfällen bis in die Osterzeit rechnen?

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  • Delia Friess
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Am Flughafen Frankfurt könnte es zu weiteren Streiks kommen. Die Verhandlungen im Tarifkonflikt zwischen Verdi und dem Arbeitgeber bleiben ohne Einigung.

Update vom Freitag, 25.03.2022, 08.00 Uhr: Auch in den nächsten Wochen müssen Passagiere wohl mit Streiks der Sicherheitskontrolleure und der Gewerkschaft Verdi am Flughafen Frankfurt rechnen, wie die Hessenschau berichtet. In der Nacht sei die fünfte Verhandlungsrunde zu Ende gegangen, teilte eine Sprecherin der Arbeitgeber mit. Die Gewerkschaft Verdi habe demzufolge ein verbessertes Angebot ausgeschlagen.

Es könnten bis zu den kommenden Verhandlungen nächste Woche neue Streiks stattfinden. Befürchtet werde, dass der Tarifkonflikt in der Luftsicherheitsbranche möglicherweise bis in die reisestarke Osterzeit hineinreichen könnte. Bereits am vergangenen Dienstag (15.03.2022) fanden Warnstreiks statt und das Sicherheitspersonal fertigte nur Transitpassagiere ab.

Der Streik des Sicherheitspersonals und Verdi am Flughafen Frankfurt könnte bis in die Osterzeit hineindauern.

Streik am Flughafen Frankfurt: Passagiere können nicht an Bord gehen

Update von Dienstag, 15.03.2022, 13.50 Uhr: Die Warnstreiks der Sicherheitskontrolleure und der Gewerkschaft Verdi legen am heutigen Dienstag den Flughafen in Frankfurt lahm. Passagiere können am größten deutschen Flughafen nicht zusteigen, weil keine Fluggastkontrollen stattfinden. Lediglich für Transitpassagiere wurde ein Notdienst aufrechterhalten, wie die Gewerkschaft mitteilte.

130 von 818 Flügen mussten wegen des Streiks abgesagt werden, wie der Betreiber des Frankfurter Flughafens Fraport mitteilte. Zu Tumult unter den Fluggästen führte das jedoch nicht, die meisten Reisenden hatten sich rechtzeitig über die Streiks informiert und waren gar nicht erst angereist, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Am Dienstag waren neben Frankfurt und München auch Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden betroffen. In der Hansestadt fielen nach Flughafenangaben alle 87 geplanten Abflüge aus. Bereits am Montag waren acht Flughäfen bestreikt worden. In München galt der Aufruf an beiden Tagen nur für die Kontrolleure von Fracht und Personal.

Streiks am Flughafen Frankfurt: Passagiere sollen gar nicht erst anreisen

Update von Dienstag, 15.03.2022, 06.44 Uhr: Am heutigen Dienstag wird es ruhig bleiben am Flughafen Frankfurt. Die Fraport hat Reisende gebeten, gar nicht erst zum Flughafen anzureisen. Während des gesamten Streiks werde es keine Möglichkeit geben, einen der geplanten Flüge zu erreichen, so der Betreiber gegenüber der dpa. Auch umsteigende Passagiere müssen sich auf Verzögerungen einstellen. Man habe „kein Verständnis“ für einen derart umfassenden Streik, der „auf dem Rücken der Passagiere“ ausgetragen werde. 770 Starts und Landungen waren ursprünglich für Dienstag geplant.

„Die kurzfristig angesetzten Arbeitskampfmaßnahmen bedeuten ein Horrorszenario für die Fluggäste, die keine Möglichkeit haben, sich auf die Flugausfälle einzustellen“, kritisierte Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Beisel nannte im gleichen Zug die ohnehin schon wirtschaftlich schwierige Lage der Flughäfen während der Pandemie.

Streik am Flughafen in Frankfurt: Am Dienstag könnte es zu Flugausfällen kommen (Archivfoto).

Flugausfälle und Störungen: Verdi ruft zum Warnstreik am Flughafen Frankfurt auf

Erstmeldung von Montag, 14.03.2022, 14.49 Uhr: Frankfurt - Einige Mitarbeitende am Flughafen Frankfurt* werden am Dienstag (25.03.2022) ihre Arbeit niederlegen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft zum Streik auf. Das betrifft Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die unter anderem in der Fluggastkontrolle und in der Personal- und Warenkontrolle tätig sind. Der Streik soll um 2 Uhr beginnen und bis 23 Uhr gehen, wie Verdi mitteilte.

Wie der Flughafen Frankfurt* auf Twitter berichtete, werde der Streik des Sicherheitspersonals voraussichtlich zu erheblichen Störungen und Flugausfällen führen. Außerdem werden die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs den ganzen Tag geschlossen bleiben.

Streik am Flughafen Frankfurt: ver.di hat keine Einigung in den Verhandlungen erzielt

Bisher gab es laut Verdi drei Verhandlungsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen. Allerdings konnte noch keine Einigung erzielt werden.

Bundesweit verhandelt Verdi für etwa 25.000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Zwar gab es ein Angebot von den Arbeitgebern, das wurde in den letzten Verhandlungen jedoch nicht erhöht, wie Verdi mitteilte.

Bereits Ende Februar hatte das Angebot zu Protesten und Streiks der Beschäftigten geführt. Das gelte neben dem unzureichenden Angebot zur Erhöhung des Lohns auch für die Angleichung der regionalen Löhne auf das höchste Niveau und die Angleichung in Ost an West.

Ein Warnstreik findet am Dienstag am Flughafen Frankfurt statt.

Flughafen Frankfurt: Verdi ruft zum Warnstreik am Dienstag auf

„Die Arbeit der Luftsicherheitskräfte muss finanziell attraktiv bleiben, damit die dringend benötigten Fachkräfte gewonnen werden können. In Frankfurt werden aktuell mindestens 150 Fachkräfte benötigt, um die Kontrolle der Fluggäste in einer angemessenen Zeit vornehmen zu können und um lange Warteschlangen zu vermeiden“, kritisiert Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Deshalb müsse der Lohn um mindestens einen Euro angehoben werden.

„Das Arbeitgeberangebot liegt weit unter der Forderung der Beschäftigten. Außerdem wollen die Arbeitgeber Nullmonate durchsetzen“, sagt Pieper. Schon jetzt gebe es einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die bereit seien, rund um die Uhr sowie an Wochenenden und an Feiertagen äußerst flexibel am Flughafen zu arbeiten.

Warnstreik am Flughafen Frankfurt: Verdi fordert mindestens einen Euro mehr Lohn

Eine Lohnerhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fordern die Luftsicherheitskräfte. Zudem soll in der Tarifrunde der Lohn für die Luftsicherheitskräfte Fracht und Personen/Warenkontrolle mit behördlicher Prüfung auf die Lohnhöhe der Luftsicherheitsassistenten (Fluggastkontrolle) nach dem Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit angehoben werden, wie Verdi berichtete.

Außerdem soll bundesweit für die Luftsicherheitskräfte in der Bordkartenkontrolle, in der Sicherung von sicherheitsempfindlichen Bereichen, in der Flugzeugbewachung sowie in der Dokumentenkontrolle das gleiche Stundenentgelt gezahlt werden. Die Beschäftigten würden derzeit regional unterschiedlich bezahlt werden. Das Stundenentgelt müsse auf das höchste Entgeltniveau angeglichen werden. Zudem soll auch die niedrigere Bezahlung von Sicherheitskräften beim Berufseinstieg von bis zu 24 Monaten abgeschafft werden.

Die Tarifverhandlungen werden laut Verdi am Mittwoch (16.03.202) und Donnerstag (17.03.2022) in Berlin fortgesetzt. (Samira Müller/kh/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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