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Mit einem Basketball-Turnier am Hafenpark neben der EZB wollen die Spieler auf ihr Anliegen hinweisen, dort eine Flutlichtanlage zu montieren.

Sport

Wettkampf wirbt für Flutlichtanlage

  • vonSven Beck
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Erstmals haben die Basketballer, die im Sportpark vor der Europäischen Zentralbank trainieren, selbst ein Streetball-Event organisiert.

Alvin atmet ein und aus. Alle Augen am Rande des Basketballcourts sind auf ihn gerichtet. Er setzt zum Dribbeln an, springt und: Zack. Der Ball knallt gegen den Außenring und zischt durch das Korbnetz. Lässig nimmt der 19-Jährige ihn mit und läuft an der tobenden Menge vorbei.

Alvin ist einer von vielen Basketballern, die sich regelmäßig im Hafenpark, im Schatten des EZB-Gebäudes, treffen, um ein paar Runden zu „zocken“. An diesem Samstag hört man die Jungs schon von weit weg. Hip-Hop-Beats tönten aus einer Lautsprecheranlage, Snacks und Drinks waren bereitgestellt, und eine ansehnliche Zuschauerschaft hatte sich versammelt zum allerersten sogenannten „EZB Face-Offs“, einem Turnier, für das die Frankfurter Streetbasketball-Spieler ihre Freunde aus Darmstadt herausforderten.

„@ezbbasketball vs. @buergerpark_darmstadt“ steht auf ausgehangenen Infozetteln an den Zaungittern des Parks. Die Instagram-Namen der Teams. Mit jeweils neun Spielern starten sie ein „Best of Five“. Das bedeutet, wer bei Spielen bis 21 Punkten zuerst drei Siege erlangt, hat das Duell für sich entschieden. Um 14 Uhr pfeifen zwei Referees den Wettkampf an. Nach einer ersten 2:0-Führung für die Frankfurter kommen die Darmstädter Spieler nach der „Dunk-Contest-Pause“, wieder heran. Am Ende entscheiden die Gastgeber das Turnier knapp mit 3:2 für sich.

Doch ums Gewinnen soll es nicht gehen. „Wir wollen den Menschen die Community zeigen. Das hier ist alles selbstgemacht“, sagt Organisator Thorsten De Souza. Auch zwei Fotografen hat er angeheuert, um online Präsenz zu zeigen: „Wir haben Glück, dass wir in viele Richtungen Connections haben, das hilft uns diese Szene groß zu machen.“

Viele Spieler haben einen Profivertrag

Viele, die gekommen sind, kennen die Spieler persönlich, sind häufiger in der Nähe unterwegs: „Dieser Spirit ist geil. Das sind Jungs wie wir, die sich Boxen, Getränke und ein Megafon genommen haben und so was Krasses auf die Beine gestellt haben.“, sagt etwa der 20-jährige Luka, der auf Aufruf eines Freundes im Team hierher fand.

Seit das Gelände vor fünf Jahren eröffnet wurde, treiben Besucher hier alle möglichen Sportarten, doch kaum eine so intensiv wie Streetball. Viele Spieler haben einen Profivertrag, wie Alvin bei den Fraport Skyliners. Sie trainieren täglich und kommen trotzdem noch her: „Weil es einfach Spaß macht“, begründet Alvin das simpel.

Basketball unterscheidet sich hier von anderen populären Sportarten. Während es Fußballspielern meist strengstens untersagt ist, in der Öffentlichkeit zu kicken, haben sich Basketball-Weltstars wie Kobe Bryant oder Kevin Durant durchaus mal auf die Straßen von New York getraut, um ein, zwei Körbe zu werfen. „In den USA sind die Parks rappelvoll“, erklärt Co-Organisator Danny: „Das sind ganz andere Dimensionen.“ Mit einem Grinsen fügt er hinzu: „Ziel ist natürlich, die Leute hier auch so zu begeistern.“

Und noch eine Sache liegt den Spielern am Herzen. Seit einem Monat sammeln sie unter dem Link chng.it/fy8yl8v8 Unterschriften für eine Nachtbeleuchtung der Plätze. Mittlerweile bei fast tausend angekommen, ist das Turnier auch ein Mittel der Verbreitung. Ob und wann sich dieser Wunsch erfüllen wird ist, wie das Rückspiel im Bürgerpark Darmstadt, noch unklar. Desto mehr Unterstützung, desto schneller ist darauf zu hoffen.

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