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Die Demoteilnehmenden steigen in eine symbolische Straßenbahn, um für die Wiedereinführung der Linie 13 zu werben.
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Die Demoteilnehmenden steigen in eine symbolische Straßenbahn, um für die Wiedereinführung der Linie 13 zu werben.

Nahverkehr Frankfurt

Frankfurt: Straßenbahnlinie 13 neu beleben

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Aktionsbündnis demonstriert gegen einen U-Bahntunnel zum Campus Westend.

Frankfurt – Zwei auseinandergefaltete Pappkartons mit reingeschnittenen Löchern als Fenster, oben drauf die Zahl „13“ und die Aufschriften „Berkersheim via Uni-Campus“ und „Ginnheim via Uni-Campus“, ein paar Kreise und Striche: Schon sind der Anfang und das Ende einer selbst gebastelten Straßenbahn der gewünschten Tramlinie fertig, die sich am Samstagnachmittag mit Polizeieskorte von der Alten Oper zum Westend-Campus bewegt.

Zu der „Straßenbahndemo“ hat das Bündnis Verkehrswende Frankfurt aufgerufen. Auf einem Flyer wird gefordert: „Für die Linie 13 auf dem Reuterweg“ und „Gegen das Millionenprojekt U-Bahn-Tunnel“. Etwas mehr als 30 Straßenbahnbefürworter:innen sind gekommen, die sich teilweise zwischen den beiden durch rot-weißes Flatterband verbundenen Kartons einreihen. Einige haben auch ihre Räder mit in der improvisierten Tram dabei. Andere reihen sich dahinter ein.

„Ihr dürft mitfahren, kostet nix“, sagt ein Aktivist zu den Umstehenden, der den Karton an der Spitze des Zuges trägt. „Einsteigen, einsteigen“, ruft Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses „Unmenschliche Autobahn“, einer Initiative des Verkehrswende-Bündnisses, durch sein Megafon. „Für eine neue Zukunft und Renaissance der Straßenbahn in Frankfurt“, fügt er hinzu. „Eine U-Bahn ist zehnmal teurer als eine Straßenbahn.“

Der U-Bahn-Bau benötige eine bedeutend längere Planung. Die Reaktivierung der 13er-Linie würde auch den „Engpass bei allen U-Bahnen“ beseitigen. Außerdem verlören U-Bahn-Passagiere, anders als mit der Tram, „ganz viel Zeit beim Umstieg“ aus dem Untergrund.

Die 1978 stillgelegte Straßenbahnstrecke vom Opernplatz bis nach Berkersheim wollen die Aktivist:innen wiederbeleben, diesmal mit Startpunkt am Hauptbahnhof. Unterwegs werden auf dem Reuterweg ein Bus der Linie 64 und andere Autos vorbeigelassen. Die Linie, die in Ginnheim endet, verbindet Hauptbahnhof und Unicampus.

Beim Stopp an der Bushaltestelle Kronberger Straße sagt Joe Reinarz von der Frankfurter Greenpeace-Gruppe, „die Uni braucht eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr“. Der Anschluss mit einer Straßenbahnlinie, die über die Mainzer Landstraße, Reuterweg und Bremer Straße bis zum Gisèle-Freud-Platz an der Ecke Hansaallee führen und dort ihren Wendepunkt haben soll, sei die „günstigste und schnellste Lösung“.

Das findet auch Demoteilnehmerin Bettina Wöllner-Reutershahn, die sich für einen „sozialökologischen Wandel“ in der Verkehrspolitik ausspricht. „Der Nahverkehr muss gut ausgebaut und für alle günstig nutzbar gemacht werden“, sagt die Bockenheimerin. Bernhard Altert von der Nichtregierungsorganisation Attac kritisiert unklare Formulierungen im Koalitionsvertrag der künftigen Stadtregierung. „Eine Verkehrswende wird es auch in der neuen Römer-Koalition nicht geben, wenn wir Umweltverbände, Bürgerinitiativen und die Zivilgesellschaft nicht weiter Druck machen“, sagt er. In „spätestens fünf Jahren“ soll die Tramlinie 13 laut dem Verkehrsbündnis wieder fahren.

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