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Guerilla-Stoffel beginnt im Garten der Stalburg mit Kabarettist Mathias Tretter.
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Guerilla-Stoffel beginnt im Garten der Stalburg mit Kabarettist Mathias Tretter.

Kultur

Frankfurt: Stoffel wird auf die Stadt verteilt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Ein klassisches Stoffel sei unter den derzeitige Bedingungen nicht zu machen, sagt der Veranstalter Michael Herl. Stattdessen gibt es ein Guerilla-Stoffel an mehreren Orten.

Das Stoffel ohne Günthersburgpark ist ja eigentlich kaum vorstellbar. Die offene Bühne sommers auf der großen Wiese im oberen Teil des Parks erfreut Besucher:innen seit Jahren. Es gibt keinen Eintritt. Leute picknicken im Gras oder sitzen auf Bierbänken, folgen den Bühnendarbietungen oder auch nicht. Am Ende geht ein roter Eimer herum, mit dem Spenden gesammelt werden.

Bis zum vergangenen Jahr, als die Corona-Pandemie dem Festival einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und das Stoffel lediglich im Internet über die Bühne ging. Für diesen Sommer haben sich Stalburg-Theater-Leiter Michael Herl und sein Team zwangsläufig ein neues Format überlegt. „Das Guerilla-Stoffel ist wie der Stoffel selber aus der Not geboren“, sagt Herl. Um seine Festangestellten während der Theater-Sommerpause weiter bezahlen zu können, rief er das Stoffel vor 18 Jahren ins Leben. Nun will Herl auch die Auftretenden und die Veranstaltungsorte, etwa Gaststätten, unterstützen, die stadtweit beim „Guerilla-Stoffel“ dabei sind. „Wir werden den Künstlerinnen und Künstlern mehr bezahlen können als sonst, weil sie es bitter nötig haben nach der schweren Zeit“, erklärt Herl und fügt hinzu: „Die Infrastruktur lässt das zu, weil die Bühne im Günthersburgpark mit PA-Anlage allein 15 000 Euro kostet.“ Daneben sei das Stoffel seit drei Jahren als „Volksfest“ im städtischen Haushalt mit 38 500 Euro verankert, womit aber auch Kosten für das Stalburg-Theater abgedeckt werden müssten.

„Es ist kein Allheilmittel selbstverständlich, der richtige Stoffel wäre uns logischerweise sehr viel lieber“, sagt Herl. Doch das sei auf der Wiese im Park nur mit Zaun, Sicherheitspersonal und Einlasskontrollen möglich. „Das ist kein Stoffel, Stoffel ist frei und für alle da“, betont der 61-Jährige. Deshalb die Alternative: „Wir bieten vielen Leuten an vielen Orten die Gelegenheit, was zu erleben“.

In 48 Minuten ausverkauft

Das Kulturfestival

Als „Guerilla-Stoffel“ ist das Kulturfestival „Stalburg Offen Luft“ des Stalburg-Theaters, kurz Stoffel, in diesem Sommer live zurück. Statt wie gewohnt im Günthersburgpark wird es in den nächsten Wochen rund 20 Konzerte und weitere Kulturveranstaltungen an Orten in der gesamten Stadt verteilt geben.

Neben den Gärten der Stalburg und der Nibelungenschänke geht es auf das Dach des Hotels Alexander am Zoo (mit „Cello meets Jazz“), in die Höfe der Gaststätten Feinstaub, Malepartus (mit „Klezmers Techter“) und der Pilsstube Royal. Zum Abschluss, am 10. Oktober, soll im Sommerbau des Mousonturms am Kaiserlei ein Kinderstück mit der Kleinen Oper Bad Homburg aufgeführt werden.

Einige Veranstaltungen bieten nur begrenzten Platz für Besucher:innen. Deshalb müssen über das Buchungssystem des Stalburg-Theaters kostenfreie Karten gegen eine geringe Vorverkaufsgebühr reserviert werden. Die nächsten Auftritte von Frank Wolff (22.7., Stalburg) und Jan Seghers (8.8., Nibelungenschänke) sind mit je 40 Plätzen bereits ausgebucht. Infos zu weiteren Terminen und Künstler:innen sollen am Dienstag, 20. Juli, auf der Internetseite bzw. über den Newsletter veröffentlicht werden: https://stalburg.de oder telefonisch unter 069 / 256 277 44. cd

Zur Premiere am Sonntagnachmittag mit Kabarettist Matthias Tretter war der Garten der Stalburg mit 40 Plätzen „auf Abstand bestuhlt“, wie Herl sagt, und „nach exakt 48 Minuten ausverkauft“. Quasi, denn es gibt wie beim Stoffel zwar keinen Eintritt, aber begrenzte Plätze, die man buchen muss. Den Biergarten bis zum letzten Platz zu füllen, wolle er aber auch nicht: „Das halte ich für unverantwortlich.“

Jutta Frost und ihr Partner Hermann Lenz stehen zunächst noch vor dem Tor an der Glauburgstraße. Das Paar habe nicht gewusst, dass es sich online hätte anmelden müssen. „Wir kommen wohl rein“, sagt die 60-Jährige erleichtert. „Es ist schön, dass überhaupt wieder was geht.“ Der Chef persönlich trägt mit seinem Gast einen Tisch über den Kieselsteinboden in den Schatten. „Ich finde, es ist eine gute Lösung im kleinen Rahmen“, meint Lenz. In den Vorjahren seien die beiden zum Stoffel „immer auf der Wiese“ im Günthersburgpark gewesen, berichtet der 69-Jährige.

„Traurig“ findet es Sylvia Schwarz, dass das klassische Stoffel ausfällt und gleichzeitig „toll“, dass es „in irgendeiner anderen Form stattfindet“, so die 48-Jährige.

Auch aus dem Stalburg-Theater gibt es gute Neuigkeiten. Als „Lichtblick“ bezeichnet es Herl, dass voraussichtlich Ende September wieder Vorstellungen vor Publikum gezeigt werden können. „Wir sind mit Volldampf dabei, den Herbst zu planen.“ Zwei neue Theaterstücke gebe es, und die alten müssten nach anderthalb Jahren Unterbrechung wieder geprobt werden.

Beim Guerilla-Stoffel gebe es neben Lesungen und Kabarett vor allem Konzerte, berichtet Herl. Der künstlerische Leiter des Stoffels, Filippo Tiberia, sagt: „Wir haben absichtlich Wert auf lokale Gewächse gelegt.“ Als Beispiele nennt er die Frankfurter Country-Musikerin „Danamaria“, die Marburger Pop-Sängerin „Fee“ und die beiden Frankfurter Songwriterinnen „Romie“, die mit dem Folk-Duo „Bird & Seek“ vor dem Lokal Bergstation am Rande des Huthparks auftreten.

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