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Start der Fahrradflotte mit den Tüten für die Obdachlosenhilfe.
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Start der Fahrradflotte mit den Tüten für die Obdachlosenhilfe.

Frankfurt

Stiftung „Helfen helfen“ beschenkt Obdachlose

  • vonSabine Schramek
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Weil das traditionelle Gänseessen im Ratskeller ausfallen muss, verteilt die Stiftung Päckchen.

Eigentlich hätte die Stiftung „Helfen helfen“ von Bernd Reisig in diesem Jahr zum neunten Mal Obdachlose in den Ratskeller am Römer zum Gänseessen eingeladen. Wegen Corona muss es verschoben werden. Als kleinen Trost haben 94 Freiwillige auf 18 Lastenrädern 600 Geschenkbeutel in ganz Frankfurt verteilt.

Einen Tag lang haben Helfer:innen Mützen, Handschuhe, Schals, Masken, Zahnbürsten und Zahnpasta, Obst, Getränke, Plätzchen, Gebäck und Gutscheine für „Best Worscht in Town“ verpackt. Allen voran Bernd Reisig, der mit seiner Stiftung wegen Corona mehrfach umplanen musste. Die Frauen und Männer radeln zum Ostpark, wo es viele wohnungs- und obdachlose Menschen gibt. Sie fahren ins Bahnhofsviertel. Sie radeln zur Konstablerwache, über die Zeil zur Hauptwache und zum Liebfrauenberg.

Die Helfer:innen sind so unterschiedlich wie die Stadt. „Ein Polizeibeamter vom 4. Revier hat seinen freien Tag für uns geopfert, Radost Bokel, die bei uns im Vorstand sitzt, hat fleißig gepackt, Oberbürgermeister Peter Feldmann macht mit beim Verteilen, Manager, Ärzte und Studenten sind dabei“, sagt Food-Event Manager Julian Lehmann, der bei der Organisation geholfen hat. In drei Schichten à zwei Stunden radeln die Freiwilligen, um mit Handschuhen und Masken alles persönlich zu verteilen, freundliche Worte zu finden und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ergänzt er.

Helfer Daniel war selbst eineinhalb Jahre obdachlos. „Ganz geschafft habe ich es immer noch nicht, aber ich lebe nicht mehr auf der Straße“, sagt der junge Mann, der 14 Jahre lang bei der Post gearbeitet hat. „Dann gab es große familiäre Probleme, ich habe meine Arbeit verloren und ich bin abgestürzt.“ Nun ist er in einem Hotel untergebracht. „Es geht langsam aufwärts“, sagt er.

Unterwegs gibt er Obdachlosen Tipps. „Bleib stark“, sagt er und überreicht einen Stoffbeutel voller Geschenke. „Schau positiv nach vorne, irgendwie geht es immer weiter.“ Daniel wünscht sich vor allem „Verständnis von den Bürgern, denen es gut geht. Es reicht, wenn man versucht, sich in die Lage des Gegenübers zu versetzen. Dann verliert man die Angst und die Scheuklappen.“

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