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Sternsinger im Römer.

Aktion

Frankfurt: Sternsinger unterwegs für mehr Frieden

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Mehrere Hundert Kinder sind als die Heiligen Drei Könige in Frankfurt unterwegs um Spenden zu sammeln.

Schon ihre Mama sei bei den Sternsingern gewesen, sagt Annaluz, und habe ihr davon erzählt. In diesem Jahr trägt die Zehnjährige selbst eine Krone. Zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen der St.-Bernhard-Gemeinde im Nordend hat sie die Lieder geprobt. „Ich finde es schön, dass Kinder Kindern helfen, und das Singen macht Spaß“, sagt Carina neben ihr. Hunderte Kinder der katholischen Pfarrgemeinden sind Anfang Januar in Frankfurt rund um den 6. Januar, den Festtag der Heiligen Drei Könige, unterwegs, um Spenden für Hilfsprojekte zu sammeln. Und sie bringen laut der Kirche den Segen Christi in die Häuser und Wohnungen.

„Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg“, singen Dutzende kleine Hoheiten mit Umhängen, Kronen und Sternen an Stielen am Freitag im Römer. Manche schauen noch auf Zettel in ihrer Hand. Leon und Lilli müssen nicht mehr ablesen, sie sind seit fünf Jahren dabei. „Ich finde es schön, dass man Kindern helfen kann, die nicht so viel haben und denen es nicht so gut geht wie uns“, sagt der Zwölfjährige. Und dass man vor allem älteren Menschen eine Freude machen könne, wenn man singe, fügt die 13-Jährige hinzu.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dankt den Sternsingern für ihr Engagement und auch dafür, dass sie Nächstenliebe durch die Stadt bis ins Rathaus trügen. Er erinnert daran, dass Unterstützung für die, die ausgegrenzt werden oder nichts haben, das ganze Jahr über wichtig sei. Das könne man auch im Kindergarten oder in der Schule anwenden. Stadtdekan Johannes zu Eltz honoriert ebenfalls die Arbeit der Kinder und lobt, dass auch diese den Frieden und die Gerechtigkeit im Libanon voranbringen. „Viele kleine Helfer können große Hilfe bewirken.“

Bundesweit rund 300.000 Sternsinger

Dieses Jahr steht unter dem Motto „Segen bringen. Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“. Die Spenden der Sternsinger gehen unter anderem an die Adyan-Stiftung im Libanon. Sie wurde 2006 gemeinsam von Christen und Muslimen gegründet und organisiert Bildungsprogramme für Schulen. Unterstützt wird auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Caritas im Libanon.

Vor ihrem Einsatz wurden die Kinder ein wenig über die Situation im Libanon informiert. „Wir haben den Film ,Willi will’s wissen‘ geguckt“, sagt Benno, der den Melchior mimt. Reporter Willi Weitzel ist in das Land im Nahen Osten gereist und hat dort einen Film gedreht. Darin geht es vor allem um das Thema „Frieden“. Das sei sehr interessant gewesen, sagt auch der zehnjährige Leonard, der als Caspar verkleidet ist. Im Libanon lebten sehr viele Flüchtlinge.

Die Kinder ziehen beim Dreikönigssingen von Haus zu Haus und malen ihr Zeichen „20*C+M+B+20“ (Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus) auf die Türen.

Bundesweit nehmen rund 300 000 Sternsinger an der Aktion teil. Damit ist sie die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Seit dem Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger insgesamt eine Milliarde Euro gesammelt.

Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 50 Millionen Euro zusammen. Benno und Leonard möchten nächstes Mal auf jeden Fall wieder mitmachen.

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