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Planungsdezernent Mike Josef (links) und Projektleiter Jens Kutzke stehen auf der Autobahnbrücke Seckbacher Landstraße.
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Planungsdezernent Mike Josef (links) und Projektleiter Jens Kutzke stehen auf der Autobahnbrücke Seckbacher Landstraße.

Verkehr

Start für Einhausung der A661

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Mit dem Großprojekt soll eine städtebauliche Sünde im Nordosten Frankfurts verschwinden. Bis zu 5000 neue Wohnungen könnten entstehen.

Nach jahrelangen Debatten wird nun die Einhausung der Autobahn 661 entlang der Frankfurter Stadtteile Bornheim und Seckbach in Angriff genommen. Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nannte das Projekt am Donnerstag „eine riesige Chance für die Stadtentwicklung“. Die Überbauung und Begrünung der Autobahn ist für ein knapp 1,1 Kilometer langes Teilstück zwischen der Friedberger Warte und der Seckbacher Landstraße vorgesehen. Derzeit ist dort noch der Verkehrslärm der Autobahn zu hören. Doch nach Josefs Vorstellung sollen die Anwohner:innen Ende des Jahrzehnts auf einen Park statt auf die Autobahn 661 schauen.

Für die nun dreijährige Planungsphase hat die Stadt Geld in Höhe von 9,4 Millionen Euro bewilligt. Die gesamten Baukosten schätzt Josef auf 258 Millionen Euro. Grundlage für diese Schätzung ist eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2014. Die darin erhaltene Kostenschätzung wurde laut Josef um eine jährliche Baukostensteigerung von sieben Prozent angepasst.

Josef hofft für das Projekt noch auf eine finanzielle Unterstützung des Bundes. Da die A661 aber in der Bundesverkehrswegeplanung keine Priorität genießt, ist eine Unterstützung nicht automatisch garantiert. Der Planungsdezernent räumt ein, dass die Bundesregierung derzeit auch andere Sorgen habe als die Einhausung einer Stadtautobahn. Auch für die Stadt Frankfurt seien 258 Millionen Euro in diesen Zeiten eine gewaltige Investition, die sich aber lohne, da sie einen „städtebaulichen Mehrwert“ bringe.

Zeitplan

Bis April 2021 sollen die Vermessungsabgeschlossen sein. Anschließend erfolgt die Untersuchung des Baugrunds, die Ingenieurleistungen dafür sollen im Sommer ausgeschrieben werden.

Im ersten Quartal 2024 sollen die Planungen soweit abgeschlossen sein, dass die Stadtverordnetenversammlung über die Realisierung des Großprojekts abstimmen soll.

Bis 2029 soll die Einhausung fertig sein, zeitgleich mit Inbetriebnahme des Riederwaldtunnels.

Auf der Einhausung ist eine Begrünung von fünf Hektar vorgesehen. Dadurch soll ein grünes Band vom Günthersburg- bis zum Huthpark entstehen und die Stadtautobahn, eine „städtebauliche Sünde“, überdecken, so Josef. Gleichzeitig könnten mit der Überbauung bis zu 5000 neue Wohneinheiten entstehen, da durch den Lärmschutz der Einhausung deutlich näher an der Autobahn gebaut werden könnte. Eine Bebauung der Einhausung selbst sei aber nicht möglich.

Für die technische Entwurfsplanung ist das Unternehmen Deges zuständig, das bereits viele Projekte dieser Art umgesetzt hat. Deges-Projektleiter Jens Kutzke sieht die größte Herausforderung bei der Frankfurter Einhausung darin, das Bauwerk in einen seit vielen Jahren bestehenden Verkehrsweg einzupassen. So sei auch erst in der Planungsphase absehbar, wie gut sich die Einhausung in bestehende Bauwerke wie die beiden vorhandenen Brücken oder die Seckbacher Galerie einpassen lasse. Die Arbeiten für die Einhausung selbst sollen laut Kutzke drei bis vier Jahre dauern und genauso im laufenden Betrieb der Autobahn erfolgen wie auch die komplette Planungsphase.

Die Planer:innen und die Stadt Frankfurt stehen unter einem gewissen Zeitdruck. Denn das städtische Projekt der Einhausung steht im Zusammenhang mit dem Ausbau der A661 zwischen der Friedberger Landstraße und dem künftigen Autobahndreieck am Erlenbruch sowie dem Lückenschluss mit der A66 durch den Riederwaldtunnel. Sollte die Einhausung nicht zeitgleich mit dem Autobahnausbau fertig werden, entstünden der Stadt Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Daher hofft Josef, dass die Stadtverordnetenversammlung das Projekt Anfang 2024 zügig absegnet. Bei dem dann anstehenden Planfeststellungsverfahren sieht der Stadtrat keine Probleme, da die Einhausung allen Frankfurter:innen mehr Lebensqualität bringe. Die Synergieeffekte eines gemeinsamen Planfeststellungsverfahrens mit dem Riederwaldtunnel waren durch die jahrelangen Debatten unmöglich. Nun soll es aber vorangehen.

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