Die Bürgerinitiative „Mainkai für alle“ will mit dem Staffellauf ihr Anliegen unterstreichen.
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Die Bürgerinitiative „Mainkai für alle“ will mit dem Staffellauf ihr Anliegen unterstreichen.

Verkehr

Frankfurt: Staffellauf für einen autofreien Mainkai

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Eine Bürgerinitiative setzt sich mit einem 24-Stunden-Staffellauf für eine dauerhafte Sperrung des Mainkais in Frankfurt ein -und motiviert Besucher, eine Petition zu unterschreiben.

Unter die zahlreichen Passanten, Rad- und Rollerfahrer sowie Rollschuhläufer, die sich am Mainkai entlangschieben, haben sich am Samstagnachmittag einige Läufer mit Holzstücken in den Händen gemischt. An der seit knapp einem Jahr für den Kraftfahrtverkehr gesperrten Straße hat die Bürgerinitiative „Mainkai für alle“ zum 24-Stunden-Staffellauf aufgerufen. Damit will die Initiative, die sich im Herbst des vergangenen Jahres gegründet hat, für eine „dauerhafte autofreie Gestaltung des Mainkais“ werben, wie Andreas Bürger, Sprecher der Initiative, sagt. „80 Prozent wissen nicht, dass der Mainkai für Autos wieder aufgemacht werden soll“, fügt er hinzu. Daher hätte die Initiative schon ein halbes Dutzend Aktionen entlang der Mainpromenade veranstaltet, um ein „Bewusstsein für die Thematik zu schaffen“.

Auch Eva und Lynn wussten bislang nicht, dass auf der Straße zwischen Untermain- und Alter Brücke ab 1. September wieder Autos rollen sollen. Von „Mainkai für alle“-Aktivisten wurden sie angesprochen und haben sich spontan je ein Staffelholz geschnappt, mit dem sie die 650 Meter lange Strecke entlangspazieren, die durch Betonklötze vom übrigen Verkehr getrennt ist. „Ich finde es ganz geil, dass hier keine Autos mehr sind“, sagt die 28-jährige Eva, die nicht weit entfernt, in der Altstadt, wohnt. „Schöner und ruhiger“ sei es so. „Man hat sich schon daran gewöhnt und gedacht, dass es so bleibt.“ Ihre gleichaltrige Freundin, die aus Hamburg erstmals in Frankfurt zu Besuch ist, sagt: „Generell sollten weniger Autos durch deutsche Städte fahren“. Die beiden Frauen haben sich entschieden, nur eine Runde mitzulaufen und wollen sich dann die Altstadt anschauen.

Passanten  aufmerksam machen

Etwas ambitionierter ist Alexandros Tamtelen. Der Bornheimer, im Sporttrikot mit der Aufschrift „Eintracht Frankfurt-Triathlon“, hat schon 18 Runden zurückgelegt. Weniger als Trainingsstrecke nutzt er den Lauf vielmehr, um Passanten auf die befristete Sperrung aufmerksam zu machen. „Alle, die ich angesprochen habe, sind dafür“, sagt der 43-Jährige. „Motivieren und erinnern“, will der Sportler, der mit mehreren Teamkameradinnen und -kameraden mitläuft. Er hofft, dass so noch einige mehr die Petition für eine unbefristete Mainkai-Sperrung unterschreiben. Fast 10 000 Unterschriften hätten sie bisher gesammelt, berichtet Andreas Bürger.

Nach der ersten Stunde Staffellauf hätten 160 mit ihrem Schuh auf einen Buzzer gedrückt, der am Boden gegenüber des Eisernen Stegs aufgebaut worden war. Die zurückgegebenen Staffelhölzer werden desinfiziert, bevor sie an die nächsten ausgehändigt werden. Bürger hofft, dass sich bis zum nächsten Nachmittag 1000 Menschen beteiligten. Laufgruppen aus der gesamten Stadt hätten sich für die Nachtstunden angekündigt. „Etwa ein Drittel von denen, die mitmachen, haben wir hier vor Ort abgefischt“, sagt Bürger.

Mane Stelzer und Julia Auer wussten von der Aktion und sind extra vom Dornbusch beziehungsweise Frankfurter Berg in die Innenstadt geradelt. Mit einer dritten Freundin laufen sie gemütlich am Mainkai entlang, während sie links und rechts von Radfahrern, Inlineskatern, Rollerfahrern und Passanten überholt werden. An einem Wendepunkt vor der Neuen Mainzer Straße klopfen die Frauen mit ihren Staffelstäben auf eine Holzplatte und drehen um. „Möglichst viel Grün“, wünscht sich Stelzer auf dem asphaltierten, dreispurigen Weg. „Am allerbesten wäre ein Wald“, sagt die 52-Jährige, gesteht jedoch ein, dass das schwer umzusetzen sei. Ihre zwei Jahre jüngere Freundin wünscht sich ein „Main-Schwimmbad mit Liegewiese“.

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