Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schauspielhaus von oben: Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt am Willy-Brandt-Platz. Städtische Bühnen.
+
Schauspielhaus von oben: Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt am Willy-Brandt-Platz. Städtische Bühnen.

Städtische Bühnen

Abriss am Willy-Brandt-Platz: Initiative will Sanierung des Theatergebäudes

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
    schließen

Eiegntlich ist der Abriss der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz beschlossen. Doch die Initiative „Zukunft Städtische Bühnen“ eröffnet eine Diskussion über eine Sanierung des Gebäudekomplexes.

  • Die Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt soll abgerissen werden.
  • Eine Initiative setzt sich dagegen ein.
  • Stattdessen soll der Gebäudekomplex ihrer Ansicht nach saniert werden.

Eigentlich ist der Abriss der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz seit dem Stadtverordnetenbeschluss vom Januar dieses Jahres entschieden. Aus Kostengründen soll der Bau aus dem Jahr 1963 abgerissen, Oper und Schauspiel sollen neu gebaut werden. Doch die Initiative „Zukunft Städtische Bühnenwendet sich gegen den Beschluss, sie will den Standort erhalten. Und kürzlich setzte der Verband Deutscher Kunsthistoriker die Theaterdoppelanlage auf die „Rote Liste“ und forderte in einem offenen Brief an die Stadt den Erhalt der denkmalgeschützten Teile, zu denen unter anderen das Wolkenfoyer zählt.

Frankfurt: Teilerhalt am Willy-Brandt-Platz denkbar?

Ob ein Teilerhalt des bestehenden Gebäudekomplexes denkbar ist, war Thema einer Podiumsdiskussion am Montagabend, die 170 Menschen online verfolgten. Es war die erste von vier Diskussionen über die Zukunft der Städtischen Bühnen, organisiert von der Initiative „Zukunft Städtische Bühnen“.

Claus Anderhalten, der an der Universität Kassel „Entwerfen im Bestand“ unterrichtet, hatte sich angeschaut, was in der „Ikone der 60er“ drinsteckt und was man aus ihr noch herausholen könnte. Die Theaterdoppelanlage sei ein Konglomerat aus vielen Modulen, sagte Anderhalten. Diesen könne man einzeln einen Wert zusprechen. Das Kerngebäude und allem voran das Wolkenfoyer ist in Anderhaltens Augen in jedem Falle „funktional erhaltungswürdig“. In den Fassaden gebe es einiges, was sich freizulegen und neu zu interpretieren lohnen könnte, und im Innern seien einige Details verdeckt. Ein „tragfähiges Konzept“ sei es, die Oper und das Wolkenfoyer zu erhalten und ausgehend von diesen beiden Relikten weiterzubauen.

Frankfurt: „Wir haben ein bauliches Erbe, das für etwas steht“

Auch die Frankfurter Architektin Astrid Wuttke, die am Validierungsgutachten, das nach der Machbarkeitsstudie angefertigt worden war, mitgearbeitet hatte, kann sich eine Sanierung des Gebäudes vorstellen. „Wir haben ein bauliches Erbe, das für etwas steht“, so Wuttke. „Ich finde es wichtig, Gebäude zu erhalten, die es noch gibt. Weiterbauen ist ein Wort der Zukunft.“

In dem Validierungsgutachten kamen Wuttke und ihre Kolleg:innen unter anderem zu dem Schluss, dass eine Interimsspielstätte, die für den Fall eines Weiterbaus der bestehenden Theateranlage nötig wäre, durchaus machbar sei. Man müsse sich zwar auf kleinere Opern beschränken, und es gebe keine Drehbühne. Aber das könne eben auch „Potenzial für neue Wege sein“. Als möglichen Standort nannte sie unter anderem den Kulturcampus in Bockenheim und den Grüneburgpark. Auch müssten, so betonte Wuttke, Nachhaltigkeitsaspekte und der Denkmalschutz bei der Debatte stärker gewichtet werden.

Abriss am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt: Idee eines Neubaus „durchaus charmant“

Die Stadt nehme bei der Diskussion eine „ganz andere Perspektive“ ein, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU). „Wir haben uns weniger gefragt, welche Teile eine erhaltenswerte Qualität haben, sondern einen profan wirkenden Standpunkt eingenommen: Wie schafft man eine wirkungsfähige Arbeitsstätte für 1100 Menschen?“ Schneider betonte, dass er die Idee eines Neubaus am Osthafen „durchaus charmant“ finde. Dabei gehe es ihm in erster Linie um die Kostenfrage. So hätte man die Sicherheit, bis zum Schluss am alten Standort spielen zu können. Der Standort am Willy-Brandt-Platz habe weniger Synergieeffekte, sei weniger funktional und bringe Nachteile für die Künstler:innen mit sich. Außerdem habe der Platz die Aufenthaltsqualität einer „großen U-Bahn-Haltestelle“.

Frankfurt: Initiative will Sanierung des Theatergebäudes am Willy-Brandt-Platz

Maren Harnack, Professorin für Städtebau an der Frankfurt University of Applied Sciences und Mitbegründerin der „Initiative Zukunft Städtische Bühnen“, bemängelt vor allem das Fehlen einer Vision, wie das künftige Theater aussehen solle. Zwar bringe der Standort am Willy-Brandt-Platz gewisse Zwänge mit sich. Aber ein Wegzug der Städtischen Bühnen aus der Innenstadt wäre in Harnacks Augen ein „schlechtes Signal“. (Von Helen Schindler)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare