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Nicht nur die Stadtreinigung spielt am Friedberger Platz in Frankfurt Spaßbremse. (Archivbild 2020)
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Nicht nur die Stadtreinigung spielt am Friedberger Platz in Frankfurt Spaßbremse. (Archivbild 2020)

Frankfurt

Frankfurt: Stadtreinigung sprengt Party am Friedberger Platz

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Das Reinigungspersonal der Stadt spielt an der Wiese am Friedberger Platz die Partybremse. Unter den Feiernden ist das Echo geteilt.

Frankfurt am Main - Pünktlich um 22 Uhr rollen sie am Freitagabend im Schneckentempo über die Wiese am Friedberger Platz. So teilen die beiden Kleinlaster der Stadtreinigung die Menschenmenge. Im Vorfeld hatte die Stadt angekündigt, „zum bewährten Prozedere des runden Tischs aus Vor-Corona-Zeiten“ zurückkehren zu wollen und durch die Reinigungskräfte Feiernde zum Gehen zu bewegen.

Geräuschvoll fällt der erste Müll aus Glas auf die Ladefläche. Laute Musik, die einige aus der Menschenmenge ringsherum zu ihren Getränken mitgebracht haben, übertönt das aber größtenteils. Zunächst lassen sich die meisten, die sich im Anschluss an den Friedberger Markt seit den frühen Abendstunden wieder einmal dort versammelt haben, davon nicht beeindrucken. Dann aber werfen die Männer in den dunkelblauen Shirts und orangefarbenen Hosen ihre mobilen und lautstarken Luftgebläse an. Verstärkt durch die Trockenheit der letzten Wochen wirbeln sie gleichzeitig ordentlich Staub auf, während sie Scherben und anderen Unrat zusammenpusten. Der äußere Rand des Platzes leert sich plötzlich ganz schnell. Eine staubige Dunstwolke legt sich darüber.

Friedberger Platz in Frankfurt: Schon vor 22 Uhr gut besucht

„Wir werden weggefegt“, sagt ein Mann und folgt seiner Gruppe über die Friedberger Landstraße. Viele ziehen auch weiter Richtung Luisenplatz. Dort standen und saßen auf Bänken sowie Stufen schon vor 22 Uhr Menschen, die meisten mit Abstand. Eine Gruppe hatte gar einen Biertisch mitgebracht, um ihrem Trinkspiel nachgehen zu können. Jetzt füllt sich der Platz zusehends. Diese Reihenfolge kennt Eric Laux, Einsatzleiter der FFR, einer Tochter des Entsorgungsunternehmens FES, bereits. Deshalb würden er und seine Kollegen danach den Luisenplatz in Angriff nehmen, berichtet er. Vorher waren sie bereits am Martin-Luther- sowie am Matthias-Beltz-Platz, um sauber zu machen. „Wir wollen schon ein bisschen unangenehm auffallen und die Party zum Ausbremsen bringen“, sagt Laux. Dass die „Akkublasgeräte“ auch Staub aufwirbelten, sei ein Nebeneffekt. Primär solle damit der Müll auf dem Boden zusammengewirbelt werden. Daneben beginnen die FFR-Mitarbeiter, Menschen freundlich anzusprechen, die auf den gemauerten Sitzmöglichkeiten verweilen. Dem kommen die meisten ohne Diskussion nach. „Wir haben mit dem friedlichen Volk hier nie Probleme“, sagt Laux und weiter: „Die Leute sehen’s ein, dass es gemacht werden muss.“

Friedberger Platz: „Bis zwölf kann man schon machen“

Einsichtig zeigen sich Julia und Maria, die in der Nachbarschaft wohnen und ihre Nachnamen für sich behalten wollen. „Ich habe Verständnis und finde es gut, dass geräumt wird, damit hier nicht bis 3 Uhr nachts Megaradau ist“, sagt Maria. Die 29-Jährige fügt hinzu: „Man ist das gewohnt und zieht dann um auf den Luisenplatz“. Ihre Freundin sagt, angesprochen auf kaum eingehaltene Abstände, dass beide Frauen geimpft seien und sie die derzeit niedrigen Corona-Zahlen nutzen wollten: „Wenn nicht jetzt, wann dann.“

Die dreißigjährige Frankfurterin Lisa sagt: „Bis zwölf kann man schon machen, zehn finde ich ein bisschen früh“. Mit ihrer Freundin und zwei Männern aus Bad Homburg, die sie gerade kennengelernt hätten, steht die 30-Jährige zusammen. „Doof“, findet Julian Woll, einer der beiden, die Reinigungsaktion. „Ich fange gerade an zu trinken“, so der 27-Jährige. (Clemens Dörrenberg)

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