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Frankfurt: Stadtkonzern trotz Krise im Plus

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Von: Christoph Manus

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Bastian Bergerhoff ist seit einem Jahr Kämmerer in Frankfurt.
Bastian Bergerhoff ist seit gut einem Jahr Kämmerer in Frankfurt. © Renate Hoyer

Die Stadt Frankfurt und ihre Beteiligungen haben 2021 einen hohen Millionengewinn erzielt. Die Aussichten sind weniger rosig. Der Kämmerer rechnet mit negativen Ergebnissen und steigenden Schulden.

Der Frankfurter Stadtkonzern hat im vorigen Jahr trotz der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen einen hohen Überschuss erwirtschaftet. Der am Freitag von Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) vorgestellte konsolidierte Gesamtabschluss für die Stadt und ihre Beteiligungsgesellschaften weist ein Plus von rund 118 Millionen Euro aus. Im Jahr zuvor hatte der Stadtkonzern noch einen Fehlbetrag von gut 185 Millionen Euro erzielt.

Das stark gestiegene Ergebnis geht insbesondere auf einen Überschuss in der Kernverwaltung zurück, die von sehr hohen Gewerbesteuereinnahmen profitierte, sowie auf gute Zahlen des städtischen Wohnungskonzerns ABG und des zur Hälfte der Stadt gehörenden Entsorgungsbetriebs FES. Im Vergleich zum Vorjahr stieg zudem etwa der Wert der Beteiligung am Flughafenbetreiber Fraport deutlich an. So sei es gelungen, den dreistelligen Millionenverlust der Messe Frankfurt, die besonders stark unter der Pandemie litt, zu kompensieren, erläuterte Bergerhoff.

Stadt Frankfurt und ihre Beteiligungen investieren trotz aller Krisen kräftig

Der Kämmerer stellte heraus, dass das Anlagevermögen in den Jahren seit 2014 deutlich stärker gewachsen sei als die Summe der Kreditverbindlichkeiten. Diese stiegen in diesem Zeitraum um 1,35 Milliarden Euro, das Anlagevermögen wuchs um 3,08 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote ist zuletzt allerdings gesunken. Mit nun 39,4 Prozent liege sie aber immer noch in einem sehr gesunden Bereich, sagte der Kämmerer und lobte ausdrücklich die hohe Investitionsquote.

Die Stadt Frankfurt und ihre Unternehmen planen, wie er betonte, auch für die kommenden Jahre hohe Investitionen, zum Beispiel in den Neubau und die Sanierung von Kitas und Schulen, neue Wohnungen, das Schienennetz und Radwege oder den Umbau des bisher mit Kohle betriebenen Heizkraftwerks West in eine Anlage, die mit Wasserstoff betrieben werden kann.

Frankfurter Kämmerer warnt vor zu viel Optimismus - etwa wegen Corona und der Energiekrise

Obwohl die Stadt das laufende Jahr mit einem Gewerbesteuerrekord abschließen könnte, warnte der Bergerhoff bei der Vorstellung des Gesamtabschlusses und des städtischen Beteiligungsberichts vor zu viel Optimismus. Zumindest kurz- und mittelfristig rechne er mit negativen Ergebnissen und einer zunehmenden Verschuldung, machte er klar und wies etwa auf die Auswirkungen einer Rezession, die anhaltende Pandemie, die Liefer- und Materialengpässe und die Energiekrise hin. Zudem müsse die Stadt jederzeit damit rechnen, in Zusammenhang mit illegalen Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäften von Banken Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 200 bis 400 Millionen Euro zurückzahlen zu müssen.

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