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Viel ist für das Zukunftskonzept Frankfurt 2030 geplant. 

Stadtplanung

Zukunftskonzept Frankfurt 2030 vorgestellt

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Der Magistrat einigt sich doch noch auf einen Kompromiss für das Zukunftskonzept Frankfurt 2030. Zwei Streitthemen werden ausgeklammert.

Frankfurt  – Das in etwa fünfjähriger Arbeit entstandene integrierte Stadtentwicklungskonzept für Frankfurt dürfte nun doch noch vom Stadtparlament beschlossen werden. Nach Streit in der Koalition hat sich der Magistrat auf einen Kompromiss verständigt. Das mit umfangreicher Bürgerbeteiligung erarbeitete Konzept soll ohne die angehängte Strategiekarte beschlossen werden, in der Perspektivflächen für die Stadtentwicklung bis 2030 und darüber hinauszusehen sind.

Damit taucht der Pfingstberg im Norden der Stadt, den die SPD gern entwickeln würde, dessen Bebauung CDU und Grüne aber ablehnen, nicht mehr in dem Papier auf, das Leitlinien und Leitprojekte für die Frankfurter Zukunft benennt. Und damit bleibt auch weiter offen, ob in einem eigentlich als Erweiterungsfläche für den Grüngürtel vorgesehenen Areal am Bad Homburger Kreuz ein Gewerbegebiet entstehen könnte oder nicht.

Das Konzept soll nach dem Willen des Magistrats als strategischer Orientierungsrahmen für die stark wachsende Stadt dienen. Zur Erfüllung der darin formulierten Ziele – also etwa: Frankfurt als Stadt für alle zu begreifen, Frankfurt urbaner zu machen und die Stadt umwelt- und klimagerecht zu gestalten – sollen alle Dienststellen der Stadt beitragen.

Frankfurts Zukunft: Möglicher neuer Stadtteil? 

Vor allem aber will der Magistrat grünes Licht, um acht Schwerpunkträume im Stadtgebiet entwickeln zu können. Darunter sind Areale, deren Bebauung die Stadt bereits prüft oder angeht, wie die Flächen für einen möglichen neuen Stadtteil im Frankfurter Nordwesten, das sogenannte Ernst-May-Viertel im Bereich Bornheim-Seckbach und das zu Bockenheim zählende Römerhof-Areal. Nach dem Willen des Magistrats sollen aber auch etwa die Siedlungen im „mittleren Norden“ der Stadt weiterentwickelt, also etwa nachverdichtet werden. Neue Wohnungen sollen auch zum Beispiel am Gutleuthafen entstehen.

Das integrierte Stadtentwicklungskonzept zeige, dass es in Frankfurt die Chance gebe, bis zu 70 000, mit Pfingstberg sogar 90 000 Wohnungen, zu bauen, ohne Grünflächen und Kleingärten anzutasten, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Magistratsbeschlusses. Nur durch den Bau bezahlbarer Wohnungen bekomme die Stadt den Mietmarkt in den Griff. Unternehme die Stadt nichts, könnten sich irgendwann nur noch Menschen mit viel Geld eine Wohnung in Frankfurt leisten, sagte er und bat die Landesregierung, den geplanten Bau eines neuen Stadtteils an der A5 zu unterstützen.

Rhein-Main-Gebiet: Regionales Entwicklungskonzept 

Dass der Magistrat nun doch das Stadtentwicklungskonzept beschlossen hat, zeige, dass die Koalition handlungsfähig sei, sagte Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU). Mit dem Beschluss sage Frankfurt zudemJa zu seinem Wachstum samt den damit verbundenen Herausforderungen. Das Konzept könne als Blaupause für ein regionales Entwicklungskonzept dienen, sagte er.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) äußerte sich deutlich skeptischer als ihre Magistratskollegen zum Wachstum der Stadt. Angesichts der Klimakrise müsse das Motto „Pflanzen, pflanzen, pflanzen“ statt dem einst von Feldmann geprägten Credo „Bauen, bauen, bauen“ heißen, sagte sie. Für alle Flächen, die in Frankfurt versiegelt würden, müssten gleich große Flächen begrünt werden, forderte sie. Neue Areale müssten zudem völlig anders geplant werden, vom Grün her. Für einen möglichen neuen Stadtteil im Nordwesten heiße das, die Urselbach- und die Steinbachaue maximal vor Bebauung zu schützen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sagte, das Konzept, das er nach Streit im Magistrat zunächst im Alleingang vorgelegt hatte, werde gerade noch rechtzeitig fertig, um als Grundlage für einen neuen regionalen Flächennutzungsplan zu dienen. Dass die Strategiekarte nicht beschlossen wird, tue ihm nicht weh. Ohnehin sei für die Entwicklung jeder Fläche ein Stadtverordnetenbeschluss nötig.

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