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Kostenloses Kinderschwimmen im Rebstockbad ist auch eine Möglichkeit, das vergnügliche Treiben im Wasser zu erlernen.

Nichtschwimmer

Viele können nicht schwimmen

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Die Stadt Frankfurt will vermehrt Kurse in Schulen anbieten, doch es mangelt nicht nur am Personal.

Frankfurt will mehr Kindern das Schwimmen beibringen. Zunächst einmal soll ermittelt werden, wie viele Nichtschwimmer es überhaupt unter den Schülern gibt. Bislang existieren nur bundesweite Zahlen. Laut einer Forsa-Umfrage aus dem vergangenen Herbst kann mehr als die Hälfe der Zehnjährigen in Deutschland nicht richtig schwimmen.

Eine Studie, die allerdings erst mit der Verabschiedung des Haushalts im Sommer in Auftrag gegeben werden kann, soll ermitteln, wie viele Nichtschwimmer es in Frankfurt gibt. In einer zweiten Maßnahme will die Römer-Koalition dem Sportkreis Frankfurt 40 000 Euro zur Verfügung stellen. Der Dachverband der Frankfurter Sportvereine will damit sein erfolgreiches Projekt Schulkids in Bewegung (Skib) auf das Schwimmen ausweiten und damit schon bald anfangen. „Wir werden nicht die Studie abwarten“, verspricht der Vorsitzende Roland Frischkorn. Wie beim bisherigen Projekt soll zunächst eruiert werden, in welchen Stadtteilen der Bedarf am größten ist.

Der Sportkreis hatte Skib 2010 initiiert und dafür auf Zahlen des Stadtgesundheitsamts zurückgegriffen, die belegten, in welchen Stadtteilen es am meisten übergewichtige Kinder gibt. Bei der Herausforderung, Kindern das Schwimmen beizubringen, gibt es ein paar mehr Hürden. Laut Frischkorn müssen drei Parameter stimmen. Eine Schule, die Bedarf hat, ein Schwimmverein, der helfen kann, und eine Wasserfläche, die genutzt werden kann.

Fehlende Wasserflächen

Für die Vereine sind die mangelnden Wasserflächen das größte Nadelöhr. Bei den Schulen ist es eher das Personal. „Den Schulen fehlt es an Aufsichtspersonal, weil das mindestens den DLRG-Schein in Silber braucht“, so Frischkorn. Viele Lehrer hätten aber nur den Bronze-Schein. Mit dem vom Magistrat bereitgestellten Geld will der Sportkreis daher den Vereinen zusätzliche Übungsleiter finanzieren, die dann vormittags in den Schulen aushelfen.

Von Personalknappheit weiß auch der DLRG Frankfurt zu berichten. Dort unterrichten Schwimmlehrer ehrenamtlich. Die Nachfrage ist riesig, die Warteliste lang, wie der DLRG-Vorsitzende in Frankfurt, Dennis Hartmann, zu berichten weiß: „Wenn Eltern kommen und ihr Kind mit vier zum Schwimmkurs anmelden, kann es froh sein, wenn es mit sechs in den Kurs kommt.“ Gut 30 Kindern bringt die DLRG Frankfurt pro Halbjahr das Schwimmen bei. Doch der Bedarf ist viel größer. „Ehrenamtlich können wir das nicht abdecken, das gehört in den Schulunterricht“, so Hartmann.

Die Frankfurter Schwimmvereine sind zur Kooperation bereit. „Wir unterstützen das Projekt komplett und vormittags hätten wir personelle Kapazitäten frei“, sagt Michael Ulmer, der Sportdirektor der Schwimmgemeinschaft Frankfurt. Auch in den Schwimmvereinen gebe es eine „enorm hohe Nachfrage“ nach Schwimmkursen. Eine Studie zur Ermittlung der Nichtschwimmer hält Ulmer indes gar nicht für notwendig: „Der Bedarf ist größer als unser Angebot an Wasserflächen in Frankfurt, dafür brauche ich keine Studie.“ Die Studie soll aber auch klären, wie hoch der Bedarf in den einzelnen Stadtteilen ist.

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