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Frankfurt: Stadt untersucht Tunnel im Grüneburgpark

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Von: Florian Leclerc

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Der Bürgerdialog im Grüneburgpark - Geohydrologe Dirk Brehm (Mitte) erklärt die Grundwassermessungen. Foto: Christoph Boeckheler
Der Bürgerdialog im Grüneburgpark - Geohydrologe Dirk Brehm (Mitte) erklärt die Grundwassermessungen. Foto: Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Die Stadtverordneten in Frankfurt sollen Anfang 2024 über den Ausbau der U4 von Bockenheim nach Ginnheim entscheiden. Jetzt wird das Grundwasser im Grüneburgpark gemessen.

Für den Ausbau der U-Bahn-Linie U4 zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim in Frankfurt hat ein Grundwassermonitoring begonnen. Das Monitoring soll die Auswirkungen eines Tunnelbaus durch den Grüneburgpark untersuchen.

Im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die eine Vorplanung für das Projekt erstellt, wurden die ersten neun Grundwassermessstellen beziehungsweise Brunnen eingerichtet, unter anderem nahe der Philipp-Holzmann-Schule und auf dem Uni-Campus Westend. 36 Brunnen werden es am Ende sein. Das Grundwassermonitoring läuft von Herbst 2022 bis Herbst 2023. Es ist Teil eines hydrogeologischen Gutachtens. Hinzu kommen ein geologisches und geotechnisches Gutachten sowie ein Baumwertgutachten. Die Stadtverordneten in Frankfurt sollen Anfang 2024 anhand der Gutachten über den Ausbau der U4 entscheiden.

ürgerdialog im Grüneburgpark

Bei einem Bürgerdialog im Grüneburgpark am Dienstag stellte der Geohydrologe Dirk Brehm vom Bielefelder Büro für Geohydrologie und Umweltinformationssysteme (BGU) das hydrogeologische Gutachten vor, welches das Büro für die VGF erarbeitet. Erste Bohrungen in eine Tiefe von 44 Meter hätten ergeben, dass der Boden unter dem Grüneburgpark komplex gestaltet sei. Es gebe Ausläufer des Basaltgebirges aus dem Vogelsberg, die sich „fingerartig“ in einer Tiefe von bis etwa zwölf Metern unter dem Grüneburgpark erstreckten. In diesen Schichten fließe Grundwasser. Grundwasser sei außerdem in Tonschichten gebunden. Die etwa 2800 Bäume im Grüneburgpark könnten das Wasser nicht aus dem Ton saugen, sie seien auf den Regen angewiesen. Außerdem gebe es Schluffe und Feinsande. „Der Boden ist sehr abwechslungsreich“, sagte er.

Die Messstellen befinden sich entlang der beiden möglichen Trassen für den U4-Lückenschluss. Der Magistrat lässt zwei Varianten untersuchen: von Ginnheim über den Europaturm, im Volksmund Ginnheimer Spargel genannt, und über den Uni-Campus Westend zur Bockenheimer Warte. Außerdem: von Ginnheim über den Europaturm direkt zur Bockenheimer Warte, ohne einen Anschluss des Campus Westend.

Gisela Becker von der Bürgerinitiative Grüneburgpark äußerte sich beim Bürgerdialog skeptisch wegen des Tunnelbaus. Sie befürchtete, die Bäume könnten Schaden nehmen. Dirk Brehm wies darauf hin, dass der Tunnel im Grüneburgpark in einer Tiefe von etwa 20 Metern verlaufen soll. „Es werden keine Wurzeln durchtrennt.“

Ein Bürger wies darauf hin, für einen Anschluss des Campus Westend wäre der Tunnel länger, verursache mehr CO2 in der Herstellung und sei zudem teurer. Mit der kürzeren Variante lasse sich Geld sparen. Dafür könnte die Straßenbahnlinie 13 vom Hauptbahnhof zum Uni-Campus reaktiviert werden. Ein Vertreter der VGF kündigte eine CO2-Bilanz der verschiedenen Trassen als Teil der Vorplanung an. Der Lückenschluss soll die A-Strecke mit den U-Bahn-Linien U1, U2, U3 und U8 entlasten. Der Magistrat rechnet mit Kosten von 300 bis 400 Millionen Euro.

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