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Ein Entwurf für das Demokratiezentrum im Paulsplatz 9 mit kleineren Bauwerken auf dem Paulsplatz.

Kultur

Frankfurt: Stadt saniert Paulskirche nach der Jubiläumsfeier

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Auf dem Paulsplatz könnte ein Demokratiezentrum entstehen, an der Berliner Straße eine Kita. Der Bau beginnt später als zunächst geplant.

Die Sanierung der Frankfurter Paulskirche und der Bau eines Demokratiezentrums sind erst nach der 175-Jahr-Feier der Paulskirche am 18. Mai 2023 möglich. Das sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU) bei der Vorstellung der neuen Stabsstelle, die im Amt für Bauen und Immobilien angesiedelt ist.

Die Vorbereitung dauere voraussichtlich bis Sommer 2023, führte Schneider aus. Dazu zähle unter anderem die Vergabe der Planung, das Ermitteln von Zielen, das Raumprogramm, die Vorplanung mit Kostenberechnung, der Beschluss der Stadtverordneten, die Genehmigung der Denkmalämter, die EU-weite Ausschreibung der Arbeiten. „Wir werden vor dem Jubiläum noch keine Baustelle haben“, sagte er.

Die Stabsstelle unter Leitung der Architektin Andrea Lotz-Bauscher hat im Januar die Arbeit aufgenommen. Sie kümmert sich um das neue Brandschutzkonzept, die Risse im Mauerwerk, den Aufgang zum Glockenstuhl, die Fenster, die Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Licht, Raumakustik, Elektroinstallationen. Im Doppelhaushalt stehen dafür 2,6 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen 19,5 Millionen Euro vom Bundes.

Ein Entwurf für das Demokratiezentrum entlang der Neuen Kräme. 

Im Auftrag des Baudezernats stellte das Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt eine Machbarkeitsstudie zum Demokratiezentrum und dem Betriebskindergarten der Stadt Frankfurt vor. Die „Studie Paulsplatz“ habe die räumliche Nutzung des Areals mit mehreren Varianten rund um die Paulskirche untersucht, sagte Architekt Florian Schlüter. Dabei hätten sich „zwei verfolgenswerte Lösungsansätze“ ergeben. Eine Lösung sehe vor, das Demokratiezentrum im Gebäude am Paulsplatz 9 unterzubringen und über die Außenfassade sichtbar zu machen (Entwurf A). Damit das Demokratiezentrum besser erreichbar sei, soll es im Erd- statt im Dachgeschoss des Gebäudes unterkommen. Um auf das Demokratiezentrum zu verweisen, seien weitere kleinere Gebäude auf dem Paulsplatz möglich, wie etwa ein Café oder eine Bibliothek.

Die zweite mögliche Variante (Entwurf B) sehe ein Gebäude entlang der Neuen Kräme vor. Dort stand von 1840 bis 1952 die Alte Börse, deren Grundrisse der Entwurf aufgreife, führte Architektin Claudia Meixner aus. Allerdings verfolgten die Architekten nicht die Idee, die Alte Börse zu rekonstruieren. Vielmehr sieht das Entwurfskonzept viel Glas und ein durchlässiges Erdgeschoss vor, um die Besucher zum Paulsplatz zu führen. Der Gebäuderiegel gebe dem Paulsplatz „eine Gliederung und einen eindeutigen Zugang“, der ihm bisher fehle, sagte sie. Die Architekten sprachen sich gegen ein Demokratiezentrum an der Berliner Straße aus, weil es zu abgelegen sei. An der Berliner Straße soll den Plänen zufolge der städtische Kita in einem Neubau entstehen. Auf zwei Etagen im ersten und zweiten Stock wäre Platz für 80 bis 100 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren. Das Architektenbüro sieht Spielflächen auf dem Dach oder in einem offenen Zwischengeschoss vor. Die Kita wäre nach Süden hin ausgerichtet, weg von der Berliner Straße. In den oberen Geschossen könnten Wohnungen entstehen. Im Untergeschoss ließen sich die Lüftung und Gebäudetechnik für die Paulskirche unterbringen, fügte Stadtrat Schneider hinzu. Dafür fehle in der Paulskirche der Platz.

Oberbürgermeister Peter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) reagierte überrascht. „Mich hat der neue Zeitablauf für die Sanierung der Paulskirche überhaupt nicht gefreut. Ich erwarte von Stadtrat Schneider, dass er sich endlich festlegt, wann die Sanierung der Paulskirche abgeschlossen sein soll“, sagte er.

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