Für die stetig steigende Zahl an Radfahrern in der Stadt wird die Infrastruktur ausgebaut.
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Für die stetig steigende Zahl an Radfahrern in der Stadt wird die Infrastruktur ausgebaut.

Frankfurt

Was Frankfurt getan hat, um Fahrverbote zu vermeiden

Nahverkehr ausbauen, Radwege errichten, Elektrobusse anschaffen - eine Übersicht.

Die Stadt Frankfurt baut den öffentlichen Nahverkehr aus, damit mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag fährt die Straßenbahnlinie 14 weiter zur Mönchhofstraße, die 21 fährt regelmäßig zur Kirche in Nied; außerdem werden zahlreiche Takte dichter. 45 neue Straßenbahnen und 22 U-Bahnen sind bestellt, sie werden ab 2020 geliefert. Im vergangenen Jahr zählte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq 246 Millionen Fahrten, rund 14 Millionen Fahrten mehr als im Vorjahr.

Die Buslinie 75 fährt seit einem Jahr komplett elektrisch mit fünf Bussen. Weitere elf Elektrobusse sollen ab Ende 2020 fahren, 22 Brennstoffzellenbusse werden bestellt. In der Innenstadt fahren keine älteren Dieselbusse mehr.

Pförtnerampeln , wie sie das Land Hessen vorschlägt, will die Stadt nicht errichten. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) begründet dies mit möglichen Staus an den Einfallstraßen. Er schlägt stattdessen Busspuren auf Autobahnen sowie Schnellbuslinien aus dem Umland nach Frankfurt vor.

Die Parkgebühren hat die Stadt bereits erhöht. Eine Stunde Parken kostet in der Innenstadt nun vier Euro, am Stadtrand die Hälfte. Auch das Langzeitparken in städtischen Parkhäusern wurde teurer. Damit soll der Anreiz erhöht werden, bei Fahrten in die Stadt aufs Auto zu verzichten.

Für die stetig steigende Zahl an Radfahrern in der Stadt wird die Infrastruktur ausgebaut. Wie die Einigung mit der Initiative Radentscheid Frankfurt, die 40 000 Unterschriften gesammelt hatte, vorsieht, werden an zahlreichen Hauptstraßen provisorisch oder dauerhaft getrennte Radwege errichtet. Dafür fallen Fahrspuren weg - zum Beispiel an der Kurt-Schumacher-Straße und der Friedberger Landstraße. Bis 2023 sollen Radwege auf 45 Kilometern gebaut werden.

Für weitere Park&Ride-Parkplätze fehlt nach Angaben der Stadt an den meisten Haltestellen der Platz. Lediglich an der Borsigallee könnte ein Parkhaus hinzukommen. Ansonsten verfolgt die Stadt das Ziel, dass Autofahrer schon im Umland vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen sollen.

Eine Citymaut nach dem Vorbild von London, Oslo oder Rom lehnt die Stadt bislang ab. Frankfurt ist mit rund 380 000 Einpendlern je Werktag, gemessen an der Zahl der Einwohner, deutsche Pendlerhauptstadt. fle

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