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Im Westend - hier die Parkstraße - kostet das Parken ohne Bewohnerparkausweis bald mehr.

Verkehr

Frankfurt: Wie die Stadt mit dem Dieselurteil umgeht

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Um ein Fahrverbot ab 2021 abzuwenden, sieht die Stadt verschiedene Maßnahmen vor.

Nach dem Dieselurteil des Verwaltungsgerichtshofs Kassel (VGH), das mögliche Fahrverbote in Frankfurt ab 2021 vorsieht, müht sich die Stadt, die Stickstoffdioxid-Emissionen weiter zu senken.

Neben dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Radwegenetzes, das Pendlern Alternativen zum Auto bieten soll, richtet die Stadt im kommenden Jahr fünf weitere Busspuren ein, wie Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), ausführte. Die Busspuren sollen dafür sorgen, dass Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr schneller vorankommen.

Eingerichtet würden die Busspuren auf der Darmstädter Landstraße stadtauswärts zwischen Affentorplatz und Wendelsplatz, auf der Friedberger Landstraße stadtauswärts zwischen Bodenweg und Unfallkrankenhaus, auf der Bundesstraße B521/Friedberger Landstraße stadteinwärts zwischen Friedberger Landstraße und Sonderfahrstreifen, auf der Zeppelinallee stadtauswärts zwischen Sophienstraße und Bockenheimer Landstraße sowie auf der Bockenheimer Landstraße stadtauswärts zwischen Zeppelinallee und Bockenheimer Warte.

Dieselurteil: Parken soll teurer werden

Zuletzt wurden zwei Busspuren auf der Westerbachstraße und der Kurt-Schumacher-Straße markiert.

Um einen Anreiz zu setzen, mit Bus und Bahn statt mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren, wird das Parken teuer. Von Januar an kosten ein Parkplatz im Westend und in Bornheim für Menschen ohne Bewohnerparkausweis zwei Euro pro Stunde. Zuletzt hatte die Stadt das Parken in bewirtschafteten Zonen um ein Drittel verteuert, in städtischen Parkhäusern um 20 Prozent.

Wie aus dem VGH-Urteil hervorgeht, hat das Land Hessen bis zum 31. Dezember 2020 Zeit, den Luftreinhalteplan für Frankfurt zu aktualisieren und dort Fahrverbote in Zonen oder auf Straßen als Ultima Ratio aufzunehmen. Falls Straßen oder Zonen nach den Berechnungen für das Jahr 2021 immer noch überbelastet wären, müssten Fahrverbote greifen. Der EU-weite Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft.

Dieselurteil: Grenzwertüberschreitungen an 116 Straßen

2017 hatte das Hessische Landesamt für Umwelt nach Berechnungen noch Grenzwertüberschreitungen an 116 Straßen in Frankfurt festgestellt. 2018 wurden die Grenzwerte an 80 Straßen überschritten. Grundlage für die Berechnung ist ein Computerprogramm auf Basis des „Handbuchs Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs“.

Dieses Computerprogramm wird derzeit aktualisiert. Dabei werden die Schummeleien der Automobilindustrie berücksichtigt, die dazu führen, das Motoren im Test weniger Schadstoffe ausstoßen als im Realbetrieb.

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass sich nach dem Update die prognostizierten Emissionen bei Euro-4- und -5-Fahrzeugen um ein Drittel erhöhen und bei Euro-6-Pkw sogar verdoppeln. Die Zahl der belasteten Straßen in Frankfurt könnte demnach steigen.

Das Verkehrsaufkommen erfasst die Stadt anhand der Daten von Tom-Tom-Geräten und der Auswertung von Verkehrskameras. Mithilfe eines Computerprogramms, das mittlerweile geeicht sei, sowie eines „Hochleistungsrechners“ (Preißl) könnten nun kleinteilige Verkehrsbeziehungen, etwas das Abbiegen in Nebenstraßen, erfasst werden. Das Land Hessen hat Zugriff auf diese Daten und errechnet damit den Verkehr und die Schadstoffe auf Frankfurter Straßen.

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