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Die zweijährige Kuu baut eifrig auf dem „Stadtspielfest“.

Frankfurt: Spielen auf der Hauptwache

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Der Abenteuerspielplatz Riederwald verlagert sein Programm für die Herbstferien in die Frankfurter Innenstadt. Der Veranstalter spricht von einem „Experiment“.

Wie bei einem Zieleinlauf steht das mit Luft gefüllte Tor am Sonntag auf der Hauptwache. In Rot und Gelb erstrahlt es. Kenner wissen: Das sind die Farben des Abenteuerspielplatzes Riederwald. Der hat für die Zeit der Herbstferien seine mobilen Spielgeräte an dem zentralen Ort in der Innenstadt aufgebaut. „Stadtspielfest“ heißt diese Form der Ferienspiele. Es gibt eine Kletterwand, Rodeoreiten, Trampoline, eine Hüpfburg und verschiedene Rutschbahnen. Unter einem Zeltdach können T-Shirts besprüht werden, unter einem anderen Holzspiele, wie „Vier gewinnt“ in überdimensionierter Form, ausprobiert werden. Die Haut können sich Besucher mit „Airbrush-Tatoos“ verschönern.

Lukas hat für den Wechsel von der Hüpfburg zum Trampolin seine Schuhe gar nicht erst wieder angezogen. In Strümpfen steht der Neunjährige auf dem Betonboden und wartet, bis er von einem Helfer auf eines der Trampoline gebeten wird. Mit Gurten angeschnallt, kann er dann gesichert springen. Vorher wird noch das Gewicht gemessen: Erst ab 20 Kilogramm Körpermasse ist das Springen erlaubt. „26,5?“, fragt sein kleiner Bruder Niklas seinen Vater. Der nickt.

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Das „Stadtspielfest“ des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald auf der Hauptwache dauert noch bis Sonntag, 18. Oktober. Täglich von 11 bis 18 Uhr können Kinder unter dem Motto „Wir machen Frankfurt bespielbar“ Spielgeräte nutzen, basteln und malen. Weil sich die Kosten wegen Registrierung und Desinfektion noch erhöht haben, kostet die Teilnahme fünf Euro. Zur Nachverfolgung wegen möglicher Corona-Infektionen müssen sich alle Teilnehmenden vor Ort mit ihren Kontaktdaten registrieren. cd Weitere Informationen unter www.abenteuerspielplatz.de

Mit der Bahn sind sie aus Dreieich bereits zum zweiten Mal angereist. „Den Jungs hat es gestern Riesenspaß gemacht, deshalb sind wir heute schon wieder da“, berichtet Mike Hattink. „Am besten finde ich die Kletterwand und die Hüpfburg“, sagt Lukas. „Viel spielen“ ist für seinen sechs Jahre alten Bruder das Schönste. Und auch Vater Hattink hat die Holzspielzeuge ausprobiert: „Echte Klassiker“, sagt der 44-Jährige.

Mit Holz sind auch die sechsjährige Lotte und ihr Bruder Jonathan beschäftigt. „Ich mag am besten, dass man hier verschiedene Sachen machen kann“, sagt Lotte. Ihre Mutter, Martina Weick, sagt: „Es ist eine willkommene Abwechslung zum Spielplatz“. Die Familie aus dem Westend kennt die Aktionen des Abenteuerspielplatzes von den Opernplatzspielen, die im Sommer wegen Corona ausfallen mussten. Dort habe es auch ein Angebot für Ein- bis Sechsjährige gegeben, etwa eine Hüpfburg für ganz Kleine, sagt Weick, und zeigt auf ihren einjährigen Sohn Frederik.

Michael Paris, Vorsitzender des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald, sagt: „Wir mussten das Angebot an der Hauptwache verkleinern, um die Kosten geringer zu halten“. Daher hätten sie auch den Standort gewechselt. Das Stadtspielfest sei ein „Experiment“. Denn nur aus den fünf Euro Teilnahmebeitrag pro Person wird das Fest finanziert, das laut Vereinsangaben mehr als 127 500 Euro kostet. Alleine das Hygienekonzept habe 15 000 Euro verschlungen, dazu kämen 2000 Euro Personalkosten pro Tag. „Wenn aufgrund der Wetterlage die Kinder nicht kommen, haben wir Probleme“, sagt Paris. Und die Vorhersage sehe aktuell nicht besonders rosig aus.

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