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Frankfurt: SPD will nachhaltigere Wirtschaftsförderung

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Von: Christoph Manus

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Oliver Schwebel hatte gerade seinen letzten Arbeitstag als Chef der Frankfurter Wirtschaftsförderung. Die SPD im Römer hätte nun gern eine Frau in dieser Position.
Oliver Schwebel hatte gerade seinen letzten Arbeitstag als Chef der Frankfurter Wirtschaftsförderung. Die SPD im Römer hätte nun gern eine Frau in dieser Position. © Oeser

Die SPD im Frankfurter Römer sieht das Aus von Oliver Schwebel als Chef der Wirtschaftsförderung als Chance. Denn sie sieht in mehreren Bereichen Verbesserungspotenzial.

Fast eine Woche, nachdem durchsickerte, dass der langjährige Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, Oliver Schwebel, die städtische Gesellschaft überraschend zum Jahresende verlassen wird – und am Freitag bereits seinen letzten Arbeitstag hatte – sind die Hintergründe dieser Personalie immer noch weitgehend unklar. Die von Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) angekündigte Erklärung liegt immer noch nicht vor. Unterdessen beginnt im Römer die Diskussion über Schwebels Nachfolge und den künftigen Kurs der städtischen Gesellschaft.

Die SPD-Fraktion sieht in der nun notwendigen Neubesetzung der Geschäftsführerstelle „in erster Linie eine Chance für die Stadt“: eine Chance für eine nachhaltige Neuausrichtung der stadteigenen Gesellschaft. Spannend sei etwa der vom Wuppertal-Institut entwickelte Ansatz, die Flächenvergabe an Nachhaltigkeitskriterien zu koppeln und gezielt nachhaltige Start-ups zu fördern, sagt die Stadtverordnete Stella Schulz-Nurtsch, die in der Mitteilung nicht einmal Schwebels Namen nennt.

Die Unternehmerin fordert von einer neuen Geschäftsführung zudem eine stärkere Kooperation mit der Region und „einen neuen Anlauf zur Einführung eines Tarifvertrags für alle Beschäftigten der Wirtschaftsförderung Frankfurt“.

Die frauenpolitische Sprecherin der SPD im Römer drückt zudem die Hoffnung aus, dass „nach langer Pause wieder einmal eine Frau diese Position einnimmt“. Die letzte Frau an der Spitze der Wirtschaftsförderung, die derzeit etwa 50 Beschäftigte hat, war Schwebels Vorgängerin Anja Obermann, die die Gesellschaft im Frühjahr 2015 nach nur eineinhalb Jahren schon wieder verließ. In den 90ern hatte Gabriele Eick die Wirtschaftsförderung geleitet.

Die Oppositionsfraktionen im Römer bewerten Schwebels Weggang völlig anders als die SPD. Für die CDU zeigte sich Christiane Loizides am Montag sehr betroffen über den Abschied des langjährigen Wirtschaftsförderers und lobte dessen Arbeit sehr. Sie kündigte zudem an, die Personalie im Wirtschaftsausschuss der Stadtverordnetenversammlung zum Thema zu machen. Linke-Fraktionschef Michael Müller sagte der Frankfurter Rundschau, die Personalie komme zur Unzeit. Denn in einer Zeit, in der es der Wirtschaft in Frankfurt schlecht gehe, brauche es Kontinuität.

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