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Sparkurs bei Frankfurter Sparkasse: Zahlreiche Filialen schließen

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Von: Christoph Manus

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Ende 2019 protestierten Menschen aus Eckenheim gegen eine Filialschließung. Nun macht die Frankfurter Sparkasse erneut Zweigstellen dicht.
Ende 2019 protestierten Menschen aus Eckenheim gegen eine Filialschließung. Nun macht die Frankfurter Sparkasse erneut Zweigstellen dicht. © Renate Hoyer

Zu einer „hybriden Vertriebssparkasse“ will sich die Frankfurter Sparkasse entwickeln. Die Bank setzt auf mehr digitale Beratung und weniger Filialen. Schon Ende März machen vier dicht.

Frankfurt – Die Frankfurter Sparkasse hat im von der Corona-Krise geprägten vergangenen Jahr ein besseres Ergebnis als 2020 erzielt. Nach Zahlen, die Vorstandschef Ingo Wiedemeier am Freitag präsentierte, stieg das Ergebnis vor Steuern um 46,5 Prozent auf 67,7 Millionen Euro. Das Institut, das dieses Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert, weist einen Jahresüberschuss von 18 Millionen Euro aus. Das ist ein Plus von drei Millionen Euro.

Mit der Geschäftsentwicklung der Sparkasse, die mit einer Bilanzsumme von 21,5 Milliarden Euro zu den größten in Deutschland zählt, zeigte sich Wiedemeier zufrieden. Das Institut sei dem Ziel, eine stärker kreditorientierte Bank zu werden, ein weiteres Stück nähergekommen und durch einen Ausbau des Provisionsgeschäfts auf dem Weg, unabhängiger vom Zinsgeschäft zu werden, sagte er. Der Provisionsüberschuss stieg im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf 101 Millionen Euro. Dies trug zumindest mit dazu bei, den Rückgang des Zinsüberschusses zu kompensieren.

Frankfurter Sparkasse scheut wegen Krieg in der Ukraine und möglicher Zinswende Prognose

Mit dem Ausblick auf das laufende Jahr tat sich Wiedemeier schwer. Außer dem Krieg in der Ukraine erschwere etwa eine mögliche Zinswende eine Prognose. Strategisch soll sich die Bank nach Worten Wiedemeiers zu einer „hybriden Vertriebssparkasse“ entwickeln. Sie setzt dabei unter anderem auf ein digitales Beratungscenter.

Seit Dezember beraten zunächst 15 Beschäftigte Privatkund:innen in dieser „virtuellen Filiale“ per Telefon, E-Mail oder Videokonferenz über alle Bankprodukte bis hin zu Wertpapieren, Vorsorge und Immobilien. Perspektivisch werde diese Einheit auf bis zu 50 Beschäftigte aufgestockt.

Frankfurter Sparkasse hat bald nur noch 54 Geschäftsstellen

Gleichzeitig schließt die Sparkasse in großem Umfang Filialen. Im vorigen Jahr hatte die Sparkasse angekündigt, 17 ihrer bis dahin 61 Filialen spätestens 2024 zu schließen. Ende des Monats machen die Zweigstellen in Hausen, an der Düsseldorfer Straße am Hauptbahnhof, in Heddernheim und Nieder-Erlenbach dicht. Dann betreibt die Sparkasse noch 54 Geschäftsstellen, davon 39 in Frankfurt. Damit hat sie allerdings immer noch das dichteste Filialnetz in der Stadt. Auch sonst geht der Sparkurs weiter: Die Zahl der Beschäftigten sank zuletzt von 1597 auf 1519.

Zu Überlegungen der Stadt, auf dem Sparkassenareal an der Neuen Mainzer Straße, das der Muttergesellschaft Helaba gehört, ein Opernhaus zu bauen, äußerte sich Wiedemeier nur auf eine Frage hin. „Wir fühlen uns hier wohl und haben noch keine Alternativen in Erwägung gezogen“, sagte der Vorstandschef. (Christoph Manus)

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