Eine Simulation zu Neubauten von Oper und Schauspiel.
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Eine Simulation zu Neubauten von Oper und Schauspiel.

Stadtplanung

Frankfurt: Sparkasse dementiert Gespräche über eine Kulturmeile

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) betont aber, dass es Kontakte mit der Helaba gegeben habe. Und deutet ein Tauschgeschäft an: Grundstück gegen Büroturm.

Hinter den schönen Plänen für eine „Kulturmeile“ in der Frankfurter Innenstadt stehen immer mehr Fragezeichen. Die Frankfurter Sparkasse und die Helaba, auf deren Grundstück Neue Mainzer Straße 47–51 eine neue Oper entstehen soll, dementierten am Montag entsprechende Gespräche mit der Stadt. „Weder uns noch der Helaba liegt eine offizielle Anfrage der Stadt Frankfurt vor“, sagte Sparkassen-Sprecherin Julia Droege-Knaup der FR. Auch von inoffiziellen Gesprächen ihres Hauses mit Vertretern der Stadt wisse sie nichts.

Unter den 1600 Mitarbeitern der Sparkasse in Frankfurt haben die von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) präsentierten Pläne für eine „Kulturmeile“ allerdings große Unruhe ausgelöst. Auf dem Areal Neue Mainzer Straße 47–51 liegt die Zentrale des Unternehmens. Der Sparkassen-Vorstand wandte sich deshalb in einer internen Rundmail an die Beschäftigten. In diesem Schreiben heißt es: „Wir befinden uns nicht in Gesprächen mit der Stadt zu diesem Thema.“ Und weiter: „Wir fühlen uns sehr wohl an unserem Standort und nehmen die zahlreichen Gedankenspiele lediglich interessiert zur Kenntnis.“ Aktuell leite man daraus aber „keinerlei Handlungsbedarf“ und keine Umzugspläne ab.

Planungsdezernent Mike Josef, von der FR mit diesem Dementi konfrontiert, betonte dagegen, „dass es Gespräche gab“. Er persönlich habe mit der Helaba gesprochen. Dabei sei ihm „die grundsätzliche Bereitschaft“ des Unternehmens signalisiert worden, das Grundstück für die Bebauung mit einer neuen Oper zur Verfügung zu stellen.

Hartwig und Josef waren sogar in der vorigen Woche noch weiter gegangen. Sie hatten ein Tauschgeschäft angedeutet. Demnach sei die Frankfurter Sparkasse bereit, das Areal herzugeben, wenn sie in der unmittelbaren Nachbarschaft einen hohen Büroturm bauen könne.

Sparkassen-Sprecherin Droege-Knaup nannte die Darstellung der Stadt „weit weg von der Realität“. Josef sagte dagegen, schon der städtische Hochhaus-Rahmenplan von 1999 sehe „am Rande“ des Sparkassen-Grundstücks einen Turm von 130 Metern Höhe vor. Die Stadt sei bereit, „im Rahmen einer städtebaulichen Überprüfung“ jetzt über eine noch „höhere Ausnutzung“ an dieser Stelle zu sprechen.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, forderte die Sozialdemokraten auf, der Bevölkerung gegenüber „die Grundstückskosten“ für das Areal Neue Mainzer Straße 47–51 offen zu benennen. Die Sparkasse werde niemals bereit sein, das Baugrundstück für die neue Oper einfach im Tausch für einen Büroturm herzugeben. Dürbeck schätzte die zusätzlichen Grundstückskosten für die Stadt auf 200 Millionen Euro. Das verschweige die SPD aber den Menschen.

Der CDU-Sprecher verlangte von Kulturdezernentin Ina Hartwig, endlich auch den von der CDU gewünschten Standort für die Städtischen Bühnen im Osthafen untersuchen zu lassen. Hartwig sagte im Gespräch mit der FR, auch diese Variante werde „geprüft und gerechnet“. Dabei geht es um das Grundstück Mayfarthstraße 14, das die Stadt derzeit an die Baustoffhandlung Raab-Karcher verpachtet hat. Die Kulturdezernentin nannte es „erstrebenswert“, vom Magistrat einen Auftrag für „offizielle Gespräche“ über das Areal der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße zu bekommen.

Sie warb noch einmal für die Lösung der „Kulturmeile“. Ein Neubau der Oper an der Neuen Mainzer Straße werde die Stadtentwicklung voranbringen und auch den Tourismus in Frankfurt fördern. „Sehr viele Menschen hätten etwas davon.“

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