Skizzen von Balu (Englisch: Baloo), dem Bären aus dem Dschungelbuch - eines der Exponate in der Disney-Ausstellung.  
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Skizzen von Balu (Englisch: Baloo), dem Bären aus dem Dschungelbuch - eines der Exponate in der Disney-Ausstellung.

Ausstellung 

Frankfurt: Der Sound der Disney-Klassiker

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Das Filmmuseum in Frankfurt befasst sich mit der Klangwelt von Disney-Klassikern und Katastrophen-Filmen.

Oh dubidu, ich wäre gern wie du-hu-u“: Wer im Mai das Filmmuseum in Frankfurt besucht, geht ein hohes Risiko ein, das Haus am Schaumainkai mit einem Ohrwurm zu verlassen. Am Himmelfahrtstag öffnet dort „The Sound of Disney“, eine Ausstellung, die sich mit der Klangwelt von Disney-Klassikern wie dem „Dschungelbuch“ befasst. Lieder wie das des Affenkönigs King Louie haben über Generationen Kinder und auch Erwachsene begeistert.

„In der Ausstellung wird der spezifische Einsatz von Musik, Geräuschen und Dialogen in den Originalfilmen sowie in zahlreichen Synchronfassungen untersucht“, sagt Daria Berten, Kuratorin der Schau. Zu sehen sein werden neben Ton- und Filmausschnitten aus den großen Meisterwerken der Jahre 1928 bis 1967, die zu Walt Disneys Lebzeiten entstanden, auch kurze Cartoons, beispielsweise aus den „Silly Symphonies“, in denen Disney zusammen mit dem Komponisten Carl Stalling eine Technik erprobte, die unter dem Begriff „Mickey Mousing“ berühmt wurde. Dabei werden die Bewegungen der Trickfiguren punktgenau von Musik begleitet.

„The Sound of Disney“ , Donnerstag, 21. Mai, bis Sonntag, 18. Oktober, Ausstellung zur Klangwelt der klassischen Disney-Animationsfilme aus den Jahren 1928 bis 1967. 


„Katastrophe. Was kommt nach dem Ende“ , November 2020 bis April 2021, Ausstellung zur Entwicklung des Katastrophenfilms in einem größeren gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Kontext.

Informationen zu aktuellen Ausstellungen und Filmreihen im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41, finden sich online unter www.dff.film. lad

Die Disney-Ausstellung, die auch Produktionsskizzen, Figurenstudien und Animationszeichnungen zeigt, dürfte im Filmmuseum der Besuchermagnet des Jahres werden. 2019 lag die Zahl der Besucherinnen und Besucher bei 200 000 und damit mit dem Vorjahr gleichauf, wie Direktorin Ellen Harrington bei der Vorstellung des Jahresprogramms sagt.

Die zweite große Ausstellung wird sich von November an unter dem Titel „Katastrophe. Was kommt nach dem Ende?“ mit der Entwicklung des Katastrophenfilms befassen. Denn das, was die Katastrophe mit unvorhersehbaren Folgen ist, habe sich über die Jahre in diesem Filmgenre, das die Zuschauer zugleich ängstige und fasziniere, geändert, wie Stefanie Plappert sagt. In den 1930er Jahren waren es beispielsweise Feuer, die die Menschen bedrohten, in den 80er Jahren ein Atomkrieg. „Nun ist es der Klimawandel“, sagt die Kuratorin.

Das Filmmuseum will seinen Besuchern nicht nur Ausstellungen und Filmreihen bieten, sondern hat das neue Jahr mit einer Digitaloffensive begonnen. Ziel des auf vier Jahre angelegten Projekts „Constellation 2.0“, in dem die Frankfurter mit dem Australian Centre for the Moving Image in Melbourne zusammenarbeiten, sei es, das Erlebnis „Museum“ über digitale Angebote in den häuslichen Raum zu erweitern, sagt Projektleiter David Kleingers.

Bei allen Innovationen ist das Filmmuseum auch ein Filmarchiv. Gerade hat das Haus mit Hilfe der Stadt einen besonderen Schatz erworben: eine Sammlung von 3300 Filmen aus der hessischen und Frankfurter Geschichte, die als verschollen galten und noch im Verlauf des Jahres digitalisert werden sollen, damit sie einem größeren Publikum zugänglich sind.

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