HP_0LOK02FRMZ-B_130929_4c_6
+
Noch gibt es zu wenig Kitaplätze im Quartier.

Sossenheim

Spielen im Trend

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Es tut sich was für Kinder im Stadtteil Frankfurt-Sossenheim. Die Grundschule ist endlich fertig, eine neue Kita eröffnet, außerdem zwei neue Spielplätze.

Kinder haben Konjunktur in Sossenheim. Gerade erst hat die Stadt die neue Henri-Dunant-Schule in Betrieb genommen. Auch der Spielplatz in den Sulzbachwiesen ist fertig. Die Bauzäune stehen nur noch, weil der Rasen fester anwachsen muss. Das hat Katharina Peter vom Grünflächenamt dem Ortsbeirat 6 am Dienstag mitgeteilt. In zwei Wochen ungefähr ist Eröffnung.

Etwas länger wird es dauern, bis die Kinder auf dem neuen Spielplatz der Carl-Sonnenschein-Siedlung toben dürfen. Die Pläne, die Katharina Peter vorstellt, gefallen den Ortsbeiräten aber gut. Wie ein Keil schiebt sich die Grünanlage mit den Spielgeräten in die Siedlung. Derzeit sieht es dort aber trist aus, die meisten Geräte hat die Stadt abgebaut. Die älteren und jüngeren Kinder kommen sich in die Quere. Die Senioren finden kein ruhiges Fleckchen zum Sitzen. Noch dazu ist die Anlage nicht barrierefrei, manch Treppenstufe lauert.

Das soll mit der neuen Planung anders werden, bei der sich die Anwohner rege eingebracht haben. Etwa 465 000 Euro möchte die Stadt im Winter verbauen. Im westlichen Teil entsteht ein Bereich für ruhiges Sitzen im Grünen. Daran schließt sich der Kleinkindbereich an. Dort finden sich eine Spiellandschaft und eine Sandbaustelle, Kleinkindschaukel und Wippe. Der Holzdrache, eine alte Einfassung, soll bleiben, die Kinder dürfen ihn bunt anmalen.

Weiter Richtung Osten folgen Angebote für die älteren Kinder – Klettern, Balancieren und Schaukeln. Dann kommt der für die Jugend bedachte Teil mit Sitzmöglichkeiten, Tischtennisplatte und einem Fitnessgerät.

Ebenfalls im Ortsbeirat vorgestellt hat sich am Dienstag der Sozialträger DJR, Deutsche Jugend aus Russland. Bislang ist der Träger, der sich längst nicht mehr nur um die Eingliederung von Russlanddeutschen kümmert, eher im Norden Frankfurts tätig. In Preungesheim, Eckenheim, am Frankfurter Berg. Jetzt eröffnet die DJR eine Kita in Sossenheim, am Mombacher Weg.

Den Anwohnern hat die Aussicht auf eine Kita in der Nachbarschaft zunächst nicht so gefallen. Sie fürchten, dass künftig Elterntaxis die Sackgasse zu den Hol- und Bringzeiten der Einrichtung verstopfen werden. „Mit ihren dicken SUVs“, zitiert Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter aus einer E-Mail. Dann lacht sie.

„Wir werden auf unsere Eltern einwirken“, verspricht sie den Sossenheimern, dass die ihre Kinder nicht mit dem Auto bringen. Sondern zu Fuß oder mit dem Rad. Dafür gibt es 20 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und einen überdachten Kinderwagen-Stellplatz. Für die paar, die doch mit dem Auto kommen, gibt es Parkplätze auf dem Hof. Dazu noch drei neue Längsparkflächen im Wendehammer.

Die eher sportlich orientierte Anreise passt zum pädagogischen Schwerpunkt der Kita „Olympia“: „Sport, Bewegung und gesunde Ernährung. 40 Kinder über drei und zehn Kinder unter drei Jahren finden Platz. Ohnehin soll die neue Einrichtung auch Stadtteilkita sein. Also für Menschen, die nicht allzu weit weg wohnen.

Die Stadt habe die Grundstückseigentümer regelrecht bekniet, dort ein Betreuungsangebot zu schaffen, sagt Architekt Thomas Wolf. Just in dieser Ecke Sossenheims, dem Einzugsbereich der Henri-Dunant-Schule, gibt es zu wenig Kitaplätze. Die Versorgungsquote für die Kinder unter drei liege bei 19 Prozent, referiert Nazarenus-Vetter. 65 Prozent der Kinder über drei finden einen Platz. Mit der neuen Kita und weiteren Vorhaben erhöhe sich die Quote auf 30 Prozent (U3) und 79 Prozent (Ü3).

Anmelden können Eltern ihre Kinder ab September. Die Bauarbeiten ziehen sich noch bin November, Anfang 2021 nimmt die Kita den Betrieb auf. „Und im Frühjahr feiern wir ein Einweihungsfest“, sagt Nazareus-Vetter.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare