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Im Industriepark Höchst arbeiten etwa 22 000 Menschen.
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Im Industriepark Höchst arbeiten etwa 22.000 Menschen.

Industrie

Frankfurt: Sorge wegen möglichem Verkauf von Infraserv

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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  • Holger Vonhof
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Die Stadtverordneten debattieren über die Zukunft des Industrieparks Höchst. Ein möglicher Verkauf der Betreiberfirma ist im Gespräch.

Der mögliche Verkauf von Infraserv, dem Betreiber des Industrieparks Höchst, sorgt für Diskussionen im Frankfurter Römer. „Es geht um sehr viele Arbeitsplätze“, sagte Nils Kößler, der Fraktionsvorsitzende der CDU, am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Er forderte den Magistrat auf, umgehend das Gespräch mit Infraserv zu suchen.

Im Industriepark Höchst arbeiten etwa 22 000 Menschen in mehr als 90 Unternehmen. Infraserv selbst will die Gerüchte um die vom „Handelsblatt“ veröffentlichte Meldung nicht befeuern: „Kein Kommentar“, sagte Unternehmenssprecher Michael Müller.

Auch Johannes Lauterwald (Grüne) sah im Haupt- und Finanzausschuss keinen dringlichen Redebedarf. „In diesem Jahr wird es keine Entscheidung über den Verkauf geben, daher sehen wir keine Dringlichkeit, das Thema zu behandeln“, sagte er. Die Koalition lehnte den CDU-Antrag zur Aufnahme von Gesprächen mit Infraserv daraufhin ab.

Im Industriepark Höchst sorgten die Verkaufsgerüchte für Unruhe. „Mir ist fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen“, sagte eine Industriepark-Mitarbeiterin auf dem Höchster Weihnachtsmarkt. Allerdings sind bei weitem nicht alle Infraserv-Mitarbeitenden aufgeschreckt: „Das habe ich die letzten 20 Jahre schon so oft gehört“, sagt einer, der noch in der Hoechst AG gelernt hat.

25 Jahre Infraserv – das ist ein Jubiläum, das eigentlich fürs kommende Jahr ansteht. Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG ist die Standort-Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst, hervorgegangen aus der von Hoechst-Manager Jürgen Dormann Ende des 20. Jahrhunderts aufgespaltenen Hoechst AG.

Doch wem gehört Infraserv Höchst eigentlich? Im Prinzip den größten im Industriepark ansässigen Firmen. Komplementär des Unternehmens, also haftender Gesellschafter, ist die Infraserv Verwaltungs GmbH, eine Tochtergesellschaft der Celanese GmbH. Die Hauptanteile gehören der Clariant Group (32 Prozent), Sanofi-Aventis Deutschland (30 Prozent) und der Celanese Group (31,2 Prozent).

Viel Gewerbesteuer

Basell Polyolefine hat drei Prozent, die Infraserv-Tochter Infraserv-Logistics 3,8 Prozent. Angeblich, so berichtet das „Handelsblatt“, hätten die drei Haupteigner Investmentbanken wegen des Verkaufs von Infraserv angesprochen – allerdings sei noch keiner Bank ein Mandat erteilt worden.

„Falls Sanofi verkauft, ist das ein Zeichen dafür, dass Höchst kein Standort bleibt“, hört man nun. Allerdings: Celanese, Clariant und Aventis, Vorgänger der französischen Sanofi, hatten schon zur Jahrtausendwende Gespräche über den Verkauf des Standortbetreibers geführt.

Der Industriepark Höchst gilt als einer der größten Gewerbesteuerzahler in Frankfurt. In den Jahren 2013 und 2014 waren es nach Unternehmensangaben etwa 400 Millionen Euro. Konkrete aktuelle Summen nennt die zuständige Kämmerei aufgrund des Steuergeheimnisses nicht. Der Anteil der Sparte Industrie an der Gewerbesteuer in Frankfurt lag im Frühjahr 2021 bei 11,4 Prozent, sagte Günter Murr, der Sprecher von Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne). Kämmerer Bergerhoff kündigte im Haupt- und Finanzausschuss an, dass die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen von etwa zwei Milliarden Euro in diesem Jahr erreicht oder übertroffen würden.

Der Standortbetreiber Infraserv, zu dem der Ausbildungs-Dienstleister Provadis gehört, beschäftigt rund 1900 Mitarbeiter. Infraserv hat sich als Standortbetreiber und Industriedienstleister für die Pharma-, Chemie- und Biotech-Industrie etabliert. Der Konzernumsatz betrug 2020 etwa 866 Millionen Euro.

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