Energie

Frankfurt: Sonnenstrom vom Dach

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Die Mainova und die ABG Frankfurt stellen ein Photovoltaikprojekt vor. Profitieren können davon Mieter.

Ein Drittel der Frankfurter Dächer eigne sich zur Solarstromproduktion, und diese solle auch für Mietwohnungen ausgebaut werden. Das sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung eines gemeinsamen Mieterstromprojekts von Mainova und ABG im Riederwald. Auf diese Weise trage man nicht nur zur Verringerung von CO2-Emissionen bei, sondern auch die Strompreise seien günstiger.

In den neu renovierten sogenannten Aktiv-Plus-Häusern der Wohnbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding in der Nebeniusstraße im Riederwald kann der auf den Dächern erzeugte Strom in Batterien im Keller gespeichert werden. Mainova-Vorstand Norbert Breidenbach sagt zu dem Testprojekt: „Falls die Sonne mal nicht scheint, wird der Strom aus dem Keller genutzt. Wenn der Speicher voll ist, wird der zusätzlich erzeugte Strom ins Netz gespeist.“ Den so erzeugten Ökostrom können die Mieter als „Mieterstromtarif“ beziehen. Ist der Speicher im Keller des Hauses leer, wird in diesem Tarif trotzdem Ökostrom garantiert – aus Wasserkraft. Bisher deckten die Photovoltaikanlagen auf dem Dach etwa 45 Prozent des Strombedarfs eines Mietshauses – dies entlaste zusätzlich das öffentliche Stromnetz, heißt es seitens der Mainova.

Der Energieversorger pachtet die Dachflächen von der ABG und plant, installiert, finanziert und betreibt die Photovoltaikanlagen. Für Mieterinnen und Mieter entstünden keine zusätzlichen Kosten, da die Mainova die Kosten der Installation übernehme, so Vorstand Breidenbach. Der Mieterstrom sei zudem günstiger als der Grundversorgungstarif. Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt spare 100 Euro im Jahr. Anderen Mietwohnungen habe man sogar die Nebenkostenabrechnung erlassen, da der Verwaltungsaufwand dafür höher als die Einnahmen gewesen wäre.

So sei auch die Resonanz der Mieterinnen und Mieter sehr positiv, sagt Breidenbach. „Wir zwingen ja niemanden, den Strom vom Dach zu beziehen, die Leute können auch zur Süwag. Aber wenn sie den Mieterstrom wählen, sparen sie Geld und haben hundertprozentigen Ökostrom – eine Win-win-Situation, auch für Mainova und ABG.“ Seit 2015 kooperieren die Unternehmen und haben seither 160 Photovoltaikanlagen in Frankfurt errichtet. Diese erzeugen Strom für 1000 Haushalte und sparen im Jahr 1650 Tonnen CO2 ein.

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