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Kultursommergarten mit Live-Musik der Band Romi (auf der Bühne im Hintergrund) auf dem Freigelände / Außengelände der Batschkapp, nummerierte Biertischgarnituren, Foto: Michael Schick
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Kultursommergarten mit Live-Musik der Band Romi (auf der Bühne im Hintergrund) auf dem Freigelände / Außengelände der Batschkapp, nummerierte Biertischgarnituren,

Frankfurt: „Sommergarten“ erlebt Neuauflage

Batschkapp-Macher planen Open-Air-Konzerte bis September . Zermürbende Arbeit hinter den Kulissen

Als die Zahlen der Sieben-Tage-Inzidenz im Sommer 2020 Lockerungen zuließen, konnte auch die Batschkapp wieder Konzerte anbieten. So wurde der Außenbereich des legendären Clubs zu einer Pilgerstätte für ausgehungerte Musikfans in der Stadt. Man wollte endlich mal wie früher Livemusik genießen und dabei Freunde treffen. Dafür nahm man gerne Abstandsregeln in Kauf. Die Stimmung stimmte trotzdem, und ein positiver Nebeneffekt der Corona-Krise mit ihren Reisebeschränkungen war, dass hauptsächlich regionale Künstler auf der Bühne standen. Denen wurde so endlich größere Aufmerksamkeit zuteil. Der vermeintliche Notnagel wurde zu einem Erfolgsrezept.

Tatsächlich ließ sich Matze Brunner, in der Batschkapp mitverantwortlich für die Programmauswahl, nach Abschluss der Reihe im Herbst zu der Aussage hinreißen: „Ich kann mir durchaus vorstellen, im nächsten Jahr auch ohne Pandemie den ,Sommergarten‘ stattfinden zu lassen.“ In der Aussage schwang der Optimismus mit, Covid-19 könnte dann Geschichte sein. Ein Dreivierteljahr später sind alle schlauer. Das Virus ist noch lange nicht besiegt, Konzerte unter freiem Himmel bleiben deshalb 2021 noch die sicherste, praktikabelste Variante.

Die Halle mit einem Fassungsvermögen von 1500 Besuchern steht die meiste Zeit leer, obwohl es Hygienekonzepte für Konzerte drinnen gibt. So kann de Hausband der Batschkapp, The Terrible Noises mit Clubchef Ralf Scheffler an der Rhythmusgitarre, hier regelmäßig proben. „Natürlich mit Abstand, mit sehr großem Abstand“, schwingt ein wenig Spott in Schefflers Worten mit. Einen Livestream haben sie als Bezahlkonzert aus der „Kapp“ übertragen. Die meisten Musiker ließen sich jedoch nicht von einer solchen Onlinepräsenz überzeugen. „Da die Leute keinerlei Druck haben, sich ein Ticket zu kaufen, denn ausverkauft wird es ja nicht sein, kann keiner abschätzen, was passiert“, beschreibt Scheffler die Zweifel, mit denen er sich konfrontiert sah. „Sie haben sich gewunden, befürchteten, dass am Ende vielleicht niemand zuguckt.“

Das Programm ins Internet zu verlagern, ist also keine Option. Wie wichtig also ist dann der „Sommergarten“ für die Batschkapp? „Ökonomisch jedenfalls ist er unerheblich für uns als Club, selbst die Getränkeumsätze bleiben überschaubar“, erklärt Ralf Scheffler. „Nicht unerheblich ist er dagegen für die Mitarbeiter, die wir beschäftigen, etwa die Techniker, die in einer schwierigen Situation sind. Weil sie selbstständig sind, bekommen sie kein Kurzarbeitergeld.“

Hier profitieren sie wie auch die Musiker vom sogenannten Kulturpaket 2 des Landes Hessen, das die Reihe „Ins Freie“ unterstützt. Dazu kommen staatliche Gelder von den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Initiative Musik, die zum Beispiel die Auftritte von Julia Neigel (15. August) und der Söhne Mannheims (23. September) ermöglichen. Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen halfen dem Kulturzentrum in der Krise. „Wir hatten außerdem was auf der hohen Kante aus den letzten Jahren“, betont Scheffler, „Ohne eigene Mittel wäre es nicht möglich gewesen, den Club zu halten.“

Die Open-Airs auf dem Außengelände des Clubs, die zwischen dem 18. Juni und 23. September stattfinden werden, sind natürlich ein sichtbarer Beleg für die Anstrengungen des Batschkapp-Teams. Die oft zermürbenden Arbeit der vergangenen 14 Monate fand hinter den Kulissen statt. Scheffler weiß zu gut, dass der Eindruck entstehen konnte, die Veranstalter hätten nichts zu tun. Ständig mussten Konzerte umgebucht werden, manche bis zu drei, vier Mal. Nicht zu vergessen all die Anträge, die gestellt werden mussten.

Der „Sommergarten“ bringt Leben in diese Routine. Etwa mit der Frankfurter Singer-/Songwriter-Prominenz Fee, Gastone und Romie oder den Fusionbands Mate Power oder Revolte Tanzbein mit ihrer tanzbaren Musik. Sogar Shantel und sein Bucovina Club Orkestar sind dabei. Im August hat sich Frank Diedrich, der ehemalige Betreiber des Clubs Das Bett, im „Sommergarten“ eingemietet, um zusammen mit Sepp’l Niemeyer von der Musikinitiative Virus-Musik das „Ins- Freie!“-Angebot zu bereichern.

„Bei der Bandauswahl ging es uns in erster Linie darum, die regionale Szene zu berücksichtigen, stilistische Merkmale spielten weniger eine Rolle. Es ist fast alles dabei – von Singer/Songwritern über Jazz und Weltmusik bis Pop, von Punk bis Metal“, lässt Diedrich wissen.

Zum Angebot gehören unter anderem El Maachi, das Ivan Santos Trio, das Ali Neander Organ Quartet, Claudia Fink & Band und Bändi.

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