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Initiator Stefan Becker mit der Soli-Platte.
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Initiator Stefan Becker mit der Soli-Platte.

Frankfurt

Frankfurt: Solidarität mit „Feinstaub“ und „New Backstage“

18 Bands unterstützen mit einem Album die Bars „Feinstaub“ und „New Backstage“. Ab Samstag ist die Compilation erhältlich.

Die Clubs sind dicht, seit einer gefühlten Ewigkeit gibt es praktisch keine Live-Musik mehr, kein Rock-Konzert, keine Jam-Session, kein Tanz unter der Discokugel, kein Getränk an der Theke. Auch nicht in den Frankfurter Kultläden „Feinstaub“ und „New Backstage“. Etwa ein Jahr schon hätten sie „erhebliche Einbußen, die wirklich sehr schmerzen“, sagt Alexander Ehrich, der mit Tamo Echt 2005 das „Feinstaub“ eröffnete.

Die alternative Musikbar im Nordend sei dank staatlicher Soforthilfe und Überbrückungsgeld sowie einer Spendenkampagne zwar „noch nicht massiv“ in ihrer Existenz gefährdet. „Allerdings ist unsere Zukunft ungewiss.“ Schließlich wisse niemand, wie lange die Pandemie und die Einschränkungen noch dauern würden. Silke-Maria Bernhardt, Musikerin und seit 2007 Chefin der Fußball- und Rock’n’Roll-Kneipe „New Backstage“ im Nordend-Ost, formuliert es mit einem Zitat von Punk-Ikone Johnny Rotten: „Wenn du deine Zukunft nicht selbst in die Hand nimmst, dann hast du auch keine.“

Nun sind die Zeiten düster genug, anstelle des Slogans „No Future“ brauchte es aktuell eher eine optimistische Idee, und die hatte Stefan Becker, Sänger und Gitarrist der Band The Swipes. Eine Soli-LP sollte her: „Eine, bei der sich die Underground-Musikszene zusammentut und direkt hilft.“ Er wollte erreichen, dass die Musikerinnen und Musiker der Stadt einen Beitrag „zum Überleben unserer Szene-Treffpunkte leisten“. Und es ist ihm gelungen.

one city one crew

Die Soli-Compilation „One City One Crew“ zur Unterstützung der Frankfurter Clubs „Feinstaub“ und „New Backstage“ erscheint am Samstag, 1. Mai, auf Vinyl und digital.

18 Frankfurter Bands haben je einen Song beigesteuert, 550 Exemplare wurden in erster Auflage in Eigenproduktion gepresst.

Die Platte kostet 20 Euro und ist zu haben im „Feinstaub“, Friedberger Landstraße 131, und im „New Backstage“, Rothschildallee 36. Das Online-Album ist für 9,90 Euro erhältlich. myk

www.one-city-one-crew.de

18 Frankfurter Bands erklärten sich sofort solidarisch und stellten ihre Songs für eine Compilation zur Verfügung mit dem schönen Titel „One City One Crew“. Am morgigen Samstag wird die Platte veröffentlicht, auf Vinyl und als Online-Sampler. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf werden das „Feinstaub“ und das „New Backstage“ unterstützt.

Alle Bands entspringen der alternativen Undergroundszene und sind überwiegend im Punkrock-, Hardcore- und Ska-Genre angesiedelt. Unter den Bands finden sich bundesweit bekannte Namen wie Stage Bottles, Revolte Tanzbein, The Slags oder Scheisse Minelli. Mit dabei sind auch Stefan Beckers The Swipes sowie die Copy Cats mit Silke Bernhardt als Frontfrau. „Die Resonanz war unglaublich“, sagt Becker. Lediglich zwei Tage seien nötig gewesen, um die Teilnahme aller Bands sowie die erfolgreiche Finanzierung der Eigenproduktion zu bestätigen. Sämtliche Songs, das Mastering, die Fotos sowie die Layout-Arbeiten wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet „One City One Crew“: zwei Clubs, 16 Mitarbeiter:innen, 18 Bands, 67 Musiker:innen, drei Mann für Sound, Grafik und Bilder sowie neun Gastsänger:innen. 550 Platten wurden in erster Auflage gepresst.

Neben dem Benefizcharakter ist die Compilation aber auch ein eindrucksvolles Portrait der aktuellen Frankfurter Subkultur. „Mein Gedanke war von Beginn an, auch ein künstlerisches Zeitdokument und selbstbewusstes Stimmungsbild der Underground-Musiklandschaft zu schaffen“, erklärt Stefan Becker. Auch Tamo Echt hält einen solchen Sampler „schon lange für überfällig“. Zwar sei die Szene „sehr lebendig“, sie müsse aber auch gepflegt werden. Zumal linke Läden „lokalpolitisch permanent einen starken Gegenwind“ hätten. Und Corona macht die Sache nicht einfacher.

Die Soli-LP sei natürlich nur „ein Ausschnitt“, es gebe noch viele weitere spannende Bands und Musiker:innen in Frankfurt und Umgebung, betont Stefan Becker. Er fände es „großartig“, wenn mit „One City One Crew“ vergleichbare Initiativen auch in anderen Städten und kulturellen Bereichen entstünden. „Gemeinsam kann man vieles bewegen.“ Silke Bernhardt könnte sich sogar eine ganze „Sampler-Serie“ vorstellen. Und sie ist zuversichtlich: „Nach diesen Corona-Zeiten werden wir hoffentlich noch ganz große Partys feiern!“

Tamo Echt und Alex Ehrich.

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