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Frankfurt: Solidarisch mit der Ukraine

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Von: Timur Tinç, Florian Leclerc

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Teilnehmende zeigen Bilder aus dem Ukraine-Krieg bei einer Kundgebung auf dem Roßmarkt. Foto: Renate Hoyer
Teilnehmende zeigen Bilder aus dem Ukraine-Krieg bei einer Kundgebung auf dem Roßmarkt. © Renate Hoyer

In Frankfurt demonstrieren Tausende am Römerberg, am Roßmarkt und am Opernplatz gegen den Krieg in der Ukraine. Europastaatssekretär Uwe Becker spricht für ein Gasboykott aus.

Die Ankündigung eines prorussischen Zuges durch Frankfurt hat am Wochenende zu einem starken Gegenprotest geführt, der unter dem Motto „Wir überlassen Frankfurt nicht den Kriegstreibern“ stand.

Bereits am Samstag kamen etwa 150 Menschen mit ukrainischen Fahnen auf dem Opernplatz zusammen. Vorgelesen wurden Nachrichten von Augenzeug:innen, die das Grauen in der Ukraine beschrieben. Eine Mutter schilderte, wie sie ihrem zwölfjährigen Sohn auf der Flucht immer wieder sagte, er solle sich die Autos anschauen, damit er die Leichen auf den Straßen nicht sehe. Unter Tränen steckten die Teilnehmende gelbe Rosen in eine durchlöcherte Friedenstaube. Der EU-Parlamentarier Michael Gahler (CDU) sprach sich für ein Boykott von Öl, Gas und Kohle aus Russland aus und für weitere Schritte zu einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine.

Am Sonntagmittag versammelten sich auf dem Römerberg etwa 1000 Menschen, um gegen den Krieg in der Ukraine zu demonstrieren. Gegen 14 Uhr legten sich die Versammelten auf den Boden, während Christina Kurzer die ukrainischen Städtenamen vorlas, die von russischen Bomben attackiert wurden und werden. „Das ist ein Kampf gut gegen böse“, sagte Kurzer, die die Kundgebung mit anderen Aktivist:innen organisiert hat. Am Tag davor hat sie in den sozialen Medien ein Drohschreiben erhalten mit der Botschaft, sie solle aufhören gegen die russische Community zu hetzen, sonst würden sie, ihre Familie und ihr Business schon sehen.

„Mein Mann ist aus Russland und wir haben viele russische Menschen, die uns hier unterstützen“, betont sie. Auf Schildern stand „Mörder – Putin“ oder „Embargo oil and gas“. Immer wieder kamen Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern und legten Kuscheltiere auf eine ukrainische Flagge die auf dem Boden lag, wo bereits Kinderschuhe und andere Stofftiere lagen und an die vielen toten Kinder des Krieges erinnerten. Darüber stand „close the sky – schließt den Luftraum“.

Kateryna ist vor knapp vier Wochen aus Butscha geflohen. „Ich bitte die Menschen, egal welchen Glaubens, für uns zu beten“, sagte sie. Immer wieder ertönt „Slawa Ukrajini – Herojam Slawa“, zu Deutsch: „Ruhm der Ukraine – den Helden Ruhm“, aber auch andere Schlachtrufe, wie „Putin – Mörder“.

Frankfurt: Solidarität mit der Ukraine auch auf dem Roßmarkt

Antonina, eine Frau in mittleren Jahren, berichtete mit Tränen in den Augen, dass sie vier Wochen in einem Bunker ausgeharrt hat, ehe sie nach Deutschland geflüchtet sei. Die Studentin Dariia ist aus Kiew gekommen: „Meine Freunde schreiben mir jeden Abend, bevor sie schlafen gehen: wenn ich sterben sollte, ich liebe dich“, sagte sie.

Am Sonntagnachmittag war der Roßmarkt voll mit Menschen, die ukrainischen Flaggen trugen. Der ukrainische Generalkonsul in Frankfurt, Vadym Kostiuk, dankte Frankfurt für die Aufnahme von Geflüchteten und für den Schulunterricht für ukrainische Kinder und warnte vor einer weiteren Aggression Russlands. Der hessische Europastaatssekretär Uwe Becker (CDU) sprach sich für ein Boykott von Gas aus Russland und für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine aus.

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