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Frankfurt: Silvesterlauf im T-Shirt

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Von: Timur Tinç

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Die ambitionierten Läuferinnen und Läufer hängen sich an den Tempomacher mit Ballon.
Die ambitionierten Läuferinnen und Läufer hängen sich an den Tempomacher mit Ballon. © Rolf Oeser

Rund 2000 Menschen rennen bei frühlingshaften Temperaturen durch den Frankfurter Stadtwald.

Simon und Jae dehnen sich noch einmal ausgiebig, ehe es für die beiden Männer aus London an den Start geht. Simon hat sich zum ersten Mal für den Spiridon-Silvesterlauf angemeldet. Da wollte ihm sein Arbeitskollege Jae in nichts nachstehen. „Ich will einfach mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel kommen. Die Zeit ist mir egal“, sagt Jae vor dem Zehnkilometerlauf.

Simon hat eine andere Motivation. Er will so schnell wie möglich laufen, „um heute Abend mehr Bier zu trinken. Ich will mir meine Drinks verdienen“, sagt er lachend. Zumindest wolle er sich weniger schuldig fühlen, wenn er es abends bei einer Hausparty krachen lasse.

Rund 2000 Menschen sind am Samstagmittag an die Wintersporthalle gekommen, um am 44. Silvesterlauf des Lauf- und Triathlonvereins Spiridon teilzunehmen. Zehn Kilometer geht es exakt abgemessen und flach durch den Stadtwald. „Wozu nach Rio de Janeiro fahren, wenn man in Frankfurt sein kann?“, fragt Thomas Rautenberg mit Mikrofon in der Hand die Zuschauerinnen und Zuschauer im Start- und Zielbereich. Da sei es heute auch nur schlappe vier Grad wärmer als in Frankfurt mit fast 15. „Nicht zu warme Sachen tragen“, warnt der Vorsitzende von Spiridon vor dem Startschuss deshalb die Teilnehmenden.

Zwei Jahre lang konnte der Silvesterlauf coronabedingt nur virtuell stattfinden. „Es war wie ein Familientreffen heute Vormittag“, erzählt Rautenberg glücklich. So viele bekannte Gesichter wiederzusehen, habe ihm riesige Freude bereitet. Er sei positiv überrascht, dass es so viele Voranmeldungen für den Lauf gegeben habe, da bei vielen anderen Veranstaltungen die Zahl der Teilnehmenden zurückgegangen seien. Nur Helferinnen und Helfer zu finden, sei in diesem Jahr schwieriger gewesen.

Gemeinsam anstoßen

Die Menschen stehen nach dem absolvierten Lauf noch lange zusammen und genießen die Getränke – alkoholfreies Bier, Malzgetränke und Wasser. Einige bringen auch Sektflaschen mit, um vor dem Jahreswechsel noch einmal gemeinsam anzustoßen. „Es ist einfach ein schöner Jahresabschluss“, findet Katrin vom Team „BeVegt“. Sie trägt wie Daniel ein grünes T-Shirts mit einer Banane und dem Spruch „BeVegan“. 16 Leute haben sich für den Lauf vorab angemeldet. Wegen Krankheitsfällen dürften es ein paar weniger geworden sein, die ins Ziel kamen.

Manfred Blech, 62 Jahre alt, ist bereits zum fünften Mal dabei. „Die Musik, das Ambiente findest du nicht überall“, sagt er. Er komme aus dem Westerwald und fahre aus ökologischen Gründen eigentlich nicht mehr so gerne zu Läufen, sondern bevorzuge die Veranstaltungen in der Nähe.

Für den Spiridon-Silvesterlauf hat er eine Ausnahme gemacht.

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