Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eiserner Steg in Frankfurt
+
In diesem Jahr soll es an Silvester kein Gedränge auf dem Eisernen Steg in Frankfurt geben.

Frankfurt

Böllerverbote, gesperrte Brücken, Alkoholverbot: Corona drückt Silvester in Frankfurt Stempel auf

  • vonHanning Voigts
    schließen

Wegen der Coronavirus-Pandemie gelten an Silvester in Frankfurt zusätzliche Einschränkungen und Böllerverbote.

  • Wegen der Corona-Pandemie soll es einen ruhigen Jahreswechsel in Frankfurt geben.
  • Die Stadt Frankfurt hat in weiten Teilen der Innenstadt das Abbrennen von Feuerwerk verboten.
  • Die Polizei in Frankfurt will mit Augenmaß auf alle Ereignisse der Nacht reagieren

Bunte Raketen über dem Main. Tausende Menschen auf dem Eisernen Steg und am Ufer des Flusses, die sich Punkt Mitternacht in die Arme fallen, mit Sekt oder anderen Getränken anstoßen, Wunderkerzen und Feuerwerk anzünden und gemeinsam den Beginn des neuen Jahres feiern. So sah es in den vergangenen Jahren in der Silvesternacht in der Frankfurter Innenstadt aus.

Doch 2020 wäre nicht 2020, wenn es nicht anders zu Ende gehen würde als andere Jahre. Eines ist sicher: Einen normalen Silvesterabend wird es in der Nacht zu Freitag in Frankfurt genauso wenig geben wie es in diesem Jahr ein normales Weihnachtsfest oder einen normalen Frühling gab.

In Frankfurt gilt ein generelles Alkoholverbot in der Öffentlichkeit

Denn die Corona-Pandemie drückt auch der Silvesternacht deutlich ihren Stempel auf. Das beginnt schon damit, dass die aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen voll in Kraft bleiben. In der Öffentlichkeit dürfen sich also auch an Silvester maximal fünf Personen aus zwei Haushalten gemeinsam bewegen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

In etlichen hessischen Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzzahlen gelten ab 21 Uhr strikte Ausgangssperren. Auch wenn Frankfurt davon derzeit nicht betroffen ist, gilt auch hier das generelle Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: überall von 23 bis 6 Uhr, auf größeren Straßen und in vielen Grünanlagen sogar ganztägig. Zudem ist vielerorts in der Stadt das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben.

Stadt Frankfurt hat in weiten Teilen der Innenstadt das Abbrennen von Feuerwerk verboten

Irgendwo draußen gemeinsam das neue Jahr einzuläuten, ist also kaum wie gewohnt möglich. Dazu kommen massive Einschränkungen in Bezug auf Böller, Raketen und anderes Feuerwerk: Die Bundesregierung hat in der ganzen Republik ein Verkaufsverbot für pyrotechnische Gegenstände beschlossen, um den mit vielen Corona-Patient:innen stark belasteten Krankenhäusern nicht noch zusätzliche Unfälle zuzumuten und größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Da aber niemand so genau weiß, was die Frankfurter:innen noch aus den vergangenen Jahren im Schrank oder im Keller gebunkert haben, hat die Stadt vorsorglich in weiten Teilen der Innenstadt das Abbrennen von Feuerwerk verboten: Innerhalb des äußeren Anlagenrings, am nördlichen und am südlichen Mainufer, rund um den Hauptbahnhof, aber auch in der Berger Straße oder am Südbahnhof und rund um den Schweizer Platz in Sachsenhausen darf von 18 Uhr am Donnerstagabend bis 3 Uhr am Freitagmorgen überhaupt nicht geböllert werden.

Feuerwerksverbotszonen in Frankfurt.

„Es ist sicherlich so, dass es wahrscheinlich nicht so viel Feuerwerk gibt wie sonst, aber man kann es natürlich nicht ganz ausschließen“, sagte Ralph Rohr, Sprecher des städtischen Ordnungsamts, der Frankfurter Rundschau. Die Stadt weist explizit darauf hin, dass das Abbrennen von Feuerwerk zusätzlich zu den ausgewiesenen Verbotszonen wegen erhöhter Brandgefahr auch in anderen Bereichen unzulässig ist. Das betrifft alle Orte, die nicht mindestens 200 Meter von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Fachwerkhäusern oder dem Frankfurter Zoo entfernt sind. Ein Komplettverbot für Feuerwerk gilt wegen der Brandgefahr auch für den gesamten Stadtwald.

Böllerverbot in Frankfurt

  • Feuerwerk ist in der Silvesternacht von 18 bis 3 Uhr an vielen Stellen Frankfurts verboten. Dazu gehört das Innere des Anlagenrings, das nördliche Mainufer zwischen Friedens- und Osthafenbrücke sowie das südliche Mainufer zwischen Friedens- und Flößerbrücke. In Alt-Sachsenhausen umfasst die Zone das Gebiet zwischen Deutschherrnufer, Affentorplatz und Willemer Straße. An Hauptbahnhof und Südbahnhof ist Böllern ebenfalls untersagt, zudem umfasst die Zone die Gegend rund um den Schweizer Platz.
  • Weiter außerhalb gibt es auch Verbotszonen: in Bockenheim die Gegend um die Bockenheimer Warte und im Nordend die um den Friedberger Platz, in Höchst der Bereich zwischen Leunastraße, Bolongarostraße und Mainufer, in Bornheim die Berger Straße, in Ginnheim der Bereich zwischen Stefan-Zweig-Straße und Franz-Werfel-Straße und in Preungesheim die Gegend zwischen Homburger Landstraße und Kantapfelstraße. (han)

Silvesternacht in Frankfurt: Brücken sind gesperrt

Um größere Ansammlungen von Menschen auszuschließen, werden zudem der Eiserne Steg und der Holbeinsteg inklusive der Bereiche am jeweiligen Brückenkopf von 20 Uhr am Silvesterabend bis 3 Uhr am Freitagmorgen komplett gesperrt. Beide Fußgängerbrücken seien so schmal, dass es dort bereits mit wenigen Personen „zu einem Unterschreiten der gesetzlichen Mindestabstände kommen kann“, teilte die Stadt mit. Es könne auch zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Stadtpolizei und Landespolizei werden die ganze Nacht über auf den Straßen unterwegs sein, um auf die Einhaltung der Corona-Vorschriften und des Feuerwerksverbots zu achten. Die Polizei richtet außerdem eine temporäre Videoüberwachung an der Hauptwache, am Mainkai und auf dem Römerberg ein. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) teilte mit, dass die Polizei im ganzen Land verstärkt Präsenz zeigen werde.

Polizei in Frankfurt will mit Augenmaß auf alle Ereignisse der Nacht reagieren

Die Verantwortlichen der Stadt rufen die Frankfurter Bürger:innen dazu auf, sich an die Einschränkungen zu halten. „Es muss jetzt gelingen, die täglich sehr hohen Infektionszahlen zu minimieren“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Die Auflagen seien schmerzlich, könnten aber dazu beitragen, „in ein besseres und gesünderes Jahr 2021 starten zu können“.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill teilt mit, er könne den Drang nach einer unbeschwerten Silvesterfeier nachvollziehen. „Jedoch bleibt die Bewältigung der Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Bereswill. „Hier ist jeder von uns gefragt, sich verantwortungsvoll an die bestehenden Verordnungen zu halten.“ Die Polizei werde flexibel und mit Augenmaß auf alle Ereignisse der Nacht reagieren. Man werde „einen sicheren Jahreswechsel gewährleisten“, so Bereswill. Besonders dürfte die Polizei dabei die Platensiedlung in Ginnheim oder Teile von Rödelheim im Blick haben, wo es in den vergangenen Jahren an Silvester Ausschreitungen und Angriffe auf Rettungskräfte gegeben hatte,

Etwas Normalität an Silvester: Busse und Bahnen fahren in Frankfurt die ganze Nacht durch

Eins bleibt immerhin normal in dieser Silvesternacht: Busse und Bahnen fahren die ganze Nacht durch, so wie an normalen Samstagabenden. Nur wenige Buslinien fahren seltener oder stellen den Betrieb ab 23 Uhr ein. Am Ende eines seltsamen Jahres wird Frankfurt wohl einen eher stillen Jahreswechsel erleben. (Hanning Voigts)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare