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Frankfurt: Siedlung Am Neufeld vermisst ihren Schall- und Sichtschutz

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Von: George Grodensky

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Die Bewohner der Siedlung Am Neufeld vermissen Schallschutz.
Die Bewohner der Siedlung Am Neufeld vermissen Schallschutz. © christoph boeckheler*

Die Bewohnerinnen und Bewohner möchten die Bäume zurück, die die Autobahnmeisterei entlang der Lärmschutzwand gefällt hat. Enttäuschung über Naturschutzbehörde.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung Am Neufeld im Frankfurter Stadtteil Griesheim sind nicht einverstanden. Sie wollen ihre Bäume zurück. Am Samstag, 12. Februar, hat die Autobahnmeisterei entlang der Schallschutzwand am Westkreuz gerodet. Das Ausmaß der Arbeiten hat die Nachbarschaft so erschreckt, dass sie beherzt einschritt, die Arbeiter unterbrach und das Ordnungsamt informierte (die FR berichtete).

Auch Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Frankfurter Umweltamt, ist nicht ganz einverstanden mit dem Einsatz der Autobahnmeisterei. Allerdings äußerte er auch Verständnis. Das Gros der gefällten Bäume sei durch die Trockenheit geschädigt gewesen; die Sorge der Autobahnmeisterei, es könnte totes Holz auf die Fahrbahn geweht werden, sei nachzuvollziehen.

Dennoch schränkt Rothenburger ein: Es seien auch vitale Bäume betroffen. „Da hätte ich eine größere Differenzierung erwartet.“ Mit der Autobahnmeisterei habe er vereinbart, sie möge künftig mehr Sorgfalt walten lassen.

Den Anwohnerinnen und Anwohnern reicht das nicht aus. Sie halten die Arbeiten nach wie vor für „völlig unverhältnismäßig“ und kündigen an, die Ereignisse weiterhin kritisch zu begleiten, schreiben sie in einem offenen Brief. Die Zerstörung der Flora und Fauna sei billigend in Kauf genommen worden.

Ärger über Behörde

„Hätten wir nicht die Stadtpolizei hinzugezogen, wären durch die Autobahn GmbH viele weitere Meter, vermutlich die gesamte Böschung, abgeholzt worden.“ Von der Unteren Naturschutzbehörde fühlen sie sich im Stich gelassen. Es werde versucht, das fehlerhafte Verhalten und die in diesem großen Umfang nicht genehmigten Rodungsmaßnahmen kleinzureden.

Lieber sähen es die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung, wenn Naturschutzbehörde und Autobahnmeisterei den Einsatz noch einmal überdenken würden. Sie erwarten einen Einsatz, den verloren gegangenen Baumbestand wieder aufzuforsten. Die über Jahre gewachsenen Pflanzen entlang der Schallschutzwand seien immerhin ein zusätzlicher Schutz vor Lärm, Feinstaub und dem nicht ganz so wunderbaren Blick auf das Frankfurter Westkreuz gewesen. sky

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