Nicht jede Kommune wird ihre Freibäder sofort wieder öffnen. Zu viel ist vorzubereiten.  
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Nicht jede Kommune wird ihre Freibäder sofort wieder öffnen. Zu viel ist vorzubereiten.  

Bäder Frankfurt

Frankfurt: Sieben Städtische Schwimmbäder öffnen ab Montag

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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  • Steven Micksch
    Steven Micksch
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In Hessen dürfen ab Montag wieder Schwimmbäder öffnen, auch in Frankfurt empfangen sieben städtische Bäder ihre Besucher. Doch auch im Wasser gilt vorerst: Abstand halten.

Die letzten Tage fühlte sich Steven Sacré ein wenig als arbeite er in einem Callcenter. „Die meistgestellte Frage am Telefon war: ‚Wann macht das Schwimmbad denn wieder auf?‘“, sagt Sacré, der Clubleiter der Fitnesskette „Fitness First am Eschenheimer Turm“ und lacht. Denn dort, neben dem Hilton Hotel in der Frankfurter Innenstadt, dürfen im früheren Stadtbad Mitte ab Montag nicht nur Mitglieder und Hotelgäste im 25 Meter langen und 15 Meter breiten Becken wieder schwimmen. Sondern eben auch Nicht-Mitglieder, auch wenn das Bad für Externe nur zwischen 6 und 15 Uhr zugänglich ist. Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen ab Montag unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorgaben alle Hallen- und Freibäder in Hessen wieder öffnen. In Frankfurt werden darunter sieben der zwölf städtischen Bäder sein.

Neben den Freibädern Hausen, Silobad, Brentanobad, Stadionbad, Eschersheim und Nieder-Eschbach wird auch das Erlebnisbad Rebstockbad wieder zu den regulären Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr zur Verfügung stehen. Vorerst nicht geöffnet werden das Riedbad in Bergen-Enkheim, die Titus-Thermen, das Hallenbad Höchst, das Textorbad und das Panoramabad in Bornheim. Beim Freibad des Riedbads verzögert sich die Eröffnung aktuell, weil die Traglufthalle noch abgebaut wird.

In den Bädern gelten die bekannten Verhaltensregeln. Beim Einlass muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, zudem müssen stets 1,5 Meter Abstand gehalten werden – nach Möglichkeit auch im Wasser. In Umkleiden, Toiletten und Duschen gibt es Begrenzungen, wie viele Besucher sie zeitgleich nutzen dürfen. Zudem sind die Treppen ins Wasser entweder nur Ein- oder Ausgänge. Bei den sechs Freibädern müssen die Eintrittskarten im Vorfeld online gekauft werden. Dafür gibt es zwei beziehungsweise drei Zeitabschnitte. Der erste ist von der Öffnung bis 14 Uhr, der zweite von 15 bis 20 Uhr. Darüber hinaus gibt es einen vergünstigten Abendtarif von 18 bis 20 Uhr, den man ebenfalls im Internet buchen kann.

Karten für die Frankfurter Bäder gibt es online unter frankfurter-baeder.de oder telefonisch unter 069 / 134 040 0. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 3,30. Der Abendtarif liegt bei 3,50 Euro, ermäßigt 2,30 Euro. Das Schwimmbad im Fitnessstudio Eschenheimer Turm . Hochstraße 2–4, kostet für Nicht-Mitglieder von 6 bis 9.30 Uhr 8,50 und von 9.30 bis 15 Uhr 6 Euro Eintritt.

Im Rebstockbad müssen die Tickets vor Ort an der Kasse gekauft werden. Außerdem muss sich dort in eine Kontaktdatenliste eingetragen werden, um im gegebenen Fall Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Worauf die Besucher momentan in den Bädern noch verzichten müssen, sind die Rutschen. Diese dürften derzeit noch nicht in Betrieb genommen werden, so die Frankfurter Bäderbetriebe.

Zurück zum Fitness-First-Pool am Eschenheimer Turm. Clubleiter Steven Sacré sagt: „Bei uns dürfen, um die Abstandsregeln einzuhalten, pro Bahn maximal drei Personen gleichzeitig schwimmen. Wir haben fünf abgetrennte Bahnen, also dürfen sich maximal 15 Leute gleichzeitig im Pool aufhalten.“ Das gechlorte Wasser werde dreimal am Tag auf die pH-Werte kontrolliert. „Aber das haben wir auch schon vorher so gemacht. Zusätzlich werden wir die Liegen im Abstand von 1,5 Meter aufstellen. Nur der Bademeister wird mehr zu tun haben, um zu kontrollieren, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig im Bad sind.“ Deshalb gebe es nun zunächst zwei Bademeister. „Ich glaube aber nicht, dass wir überlaufen sein werden und es lange Wartezeiten gibt. Denn die meisten Leute schwimmen hier meist nur 20 bis 30 Minuten“, sagt Sacré.

Und wie ist es eigentlich beim Pool, der Teil des Wellnessbereichs im Meridan Skyline Plaza ist? Ab Montag sei die Nutzung zunächst exklusiv den Mitgliedern vorbehalten. „Jedoch ist geplant, in Kürze dann auch wieder für Tagesgäste zu öffnen“, sagt Sprecherin Lisa Williams. Für die Anzahl von Tagesgästen werde es ein spezielles Kontingent geben. Die Gesamtkapazität der Anlage liege derzeit bei 240 Besuchern.

„Unser Pool wird bei Kursen und bei freier Nutzung auf 22 Personen begrenzt. Hierbei darf sich maximal eine Person pro angefangenen fünf Quadratmetern aufhalten, so dass stets der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Quadratmetern gewährleistet ist“, so Williams. In Whirlpools und Kalttauchbecken dürfe sich nur ein Mensch aufhalten.

Nicht alle Duschen zugänglich

Durch die Chlorung von Pool, Whirlpools, Relaxbecken und die laufende Überprüfung der Wasserwerte bestehe ausreichender Schutz. Was ist bei der Nutzung der Duschen zu beachten? „Momentan ist nur jede zweite Dusche zur Nutzung freigegeben, wobei immer der Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten ist.“ Zum zusätzlichen Schutz stünden Flächendesinfektionsmittel zur Verfügung.

Auch die TG Bornheim bereitet ihre Bäder wieder für eine Eröffnung vor. „Ich denke, dass wir ab dem 22. Juni wieder einige unserer Kurse anbieten können“, sagt der Vorsitzende Peter Völker und denkt dabei etwa an Wassergymnastik und Aquasport. Seit dem 1. Juni war es der Turngemeinde bereits möglich, Kurse für Schwimmabzeichen anzubieten. In der kommenden Woche wolle man nun versuchen, noch mehr Kindern die Möglichkeit zum Schwimmenlernen zu bieten.

„Wir haben viel Zuspruch erhalten, und das Hygiene-Konzept hat funktioniert“, sagt der Vorsitzende. Für die zusätzlichen Kurse wolle man das Konzept trotzdem noch einmal anpassen. „Wir passen sehr auf unsere Mitglieder auf.“ Alle Mitglieder verhielten sich bisher sehr diszipliniert und rücksichtsvoll. Anfangs seien manche unsicher gewesen, doch mittlerweile habe sich das gelegt. Völker erklärt, dass man in den kommenden Wochen nun auch wieder mehr Trainer brauche.

Der Verein plant nun, neue Flyer zu drucken, um seine Mitglieder auf die wieder beginnenden Kurse hinzuweisen. Zudem hat sich die TG Sommerspecials im Gartenbad Fechenheim für die Ferienzeit überlegt. Dann soll es in der Woche unter anderem Intensivkurse für Kinder geben.

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