Momentan sind die Wartezeiten beim Spenden gering.  
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Momentan sind die Wartezeiten beim Spenden gering.  

Gesundheit

Frankfurt: Sicher Blut spenden

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Das Rote Kreuz hat sein System bei den Blutspendeterminen an die Corona-Pandemie angepasst. Es gibt mehr Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen. Über zwei Dinge freuen sich die Spenderinnen und Spender am meisten.

Viele Krankenhäuser der Region haben während der zurückliegenden Wochen auf weniger dringliche Operationen, sogenannte elektive Eingriffe, verzichtet, um Kapazitäten für Corona-Patienten frei zu haben. Mit den zunehmenden Lockerungen holen die Kliniken nun die verschobenen Operationen nach. Somit ist der Bedarf an Blutkonserven wieder deutlich gestiegen. Eine Nachfrage, die nun nicht ohne weiteres zu decken ist.

Eberhard Weck vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Baden-Württemberg und Hessen berichtet: „Der Bedarf war stark zurückgegangen. Üblicherweise brauchen wir in Hessen und Baden-Württemberg 2500 Spenden pro Tag. In den vergangen Wochen waren es 1600 bis 1700. Das Ganze müssen wir nun wieder hochfahren.“ Da Blut nur eine begrenzte Haltbarkeit hat, sind die Bestände entsprechend geschrumpft. Normalerweise reicht der Vorrat drei Tage, aktuell reicht er laut Weck für einen Tag. Hinzu komme, dass es im Mai durch die Feiertage generell immer schwierig sei, ausreichend Spenderinnen und Spender zu haben. „Die Kliniken fragen jetzt viele Konserven an. Wir können uns keinen schlechten Tag leisten“, sagt Weck. Und er wisse auch, dass der Bedarf noch größer werde. Die Krankenhäuser seien noch nicht wieder bei hundert Prozent ihrer Auslastung.

2500 solcher Konserven stellt das DRK täglich in Hessen und Baden-Württemberg zur Verfügung. 

Deshalb brauche es jetzt dringend Spenderinnen und Spender. Das DRK habe seine Spendentermine an die Corona-Krise angepasst. So gibt es jetzt regionale Blutspendezentren, in denen fünf Tage lang gesammelt wird. Damit habe jeder ausreichend Zeit, einen Termin zu finden, der passe. Apropos Termin: Einen solchen habe nun in der Regel jeder, der zum Spenden kommt. Im Internet suche sich jeder den passenden Slot raus. Spontane Besuche seien nur begrenzt möglich. „Für die Terminvergabe haben wir überwiegend Lob bekommen. Bei den meisten kommt es gut an.“

Allerdings sei nun nicht mehr jeder Raum geeignet, in dem früher Blutspendetermine stattfanden. Es brauche Platz, die Betten dürften nicht mehr eng beieinanderstehen. „Wir suchen deswegen auch nach Ausweichmöglichkeiten“, sagt Weck. Bevor die spendenwilligen Menschen den Raum betreten dürfen, gilt es mehrere Fragen zu beantworten. Zudem wird kontaktlos die Temperatur an der Stirn gemessen. Drinnen werden die Hände desinfiziert und gibt es einen Mund-Nasen-Schutz. Einen solchen tragen auch alle Mitarbeiter und Freiwilligen des DRK.

Nach dem Spenden falle momentan der Imbiss weg. „Als Ersatz gibt es eine große Tafel Schokolade. Die kommt auch gut an“, sagt Weck und lacht. Er versichert auch, dass niemand Bedenken wegen einer Ansteckung haben müsse. „Das Risiko bei uns ist geringer als im Supermarkt.“

Und was wäre, wenn doch das Blut eines Infizierten gespendet würde? „Aktuell ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass das Virus nicht über das Blut übertragen werden kann.“

Nächster Blutspendetermin des DRK ist vom 2. bis zum 5. Juni im Saalbau Nied. Terminreservierungen online unter blutspende.de/blutspendetermine.

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