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Leckere Klimaarbeit mit Schülern: Umweltlernen-Mitarbeiterin Nanette Duhme zeigt, wie Grüne Soße geht.

Klimaschutz

Ein Haus für Klimabildung

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Der Verein Umweltlernen drängt auf klare Signale und unterstützt Fridays for Future. Am 20. September ist Gelegenheit, Farbe zu bekennen.

Die Pläne sind im Prinzip fertig. „Das Haus der Zukunft ist bereits Bestandteil des verabschiedeten Klimaschutzkonzepts der Stadt wie des Masterplans 100% Klimaschutz“, hieß es 2015. „Nachhaltigkeit in Frankfurt im Sinne des Green-City-Prozesses“ wurde angestrebt, ein „Leuchtturm für nachhaltiges Leben und Wirtschaften in Frankfurt“. Sogar die Raumpläne waren schon gezeichnet – für den Paradieshof in Sachsenhausen.

Daraus wurde bekanntlich nichts. Noch nichts. Doch angesichts der aktuellen Lage sehen die Befürworter eines Klimabildungszentrums für Frankfurt jetzt wieder Chancen, die Pläne doch noch zu verwirklichen, wenn auch nicht im Paradieshof. Die Zeit scheint reif. Die Zeit ist heiß.

Treibende Kraft ist momentan der Verein Umweltlernen in Frankfurt. „Es ist Zeit, Projekte umzusetzen und nicht nur darüber zu reden“, sagt Geschäftsführer Michael Schlecht. In einem Zentrum, wie es ihm vorschwebt, könnten Veranstaltungen zum Klimaschutz laufen, Gruppen ihre Aktionen planen, Schulklassen praktische Umweltarbeit lernen. Nachhaltigkeitsbotschafter hätten einen Stützpunkt, ein Repaircafé würde auch gut passen.

Mit im Boot sind etwa das unabhängige Beratungszentrum Energiepunkt und die gemeinnützige Gesellschaft Lust auf besser Leben. Gemeinsames Dach: das Netzwerk Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt. Gemeinsamer Ansporn: die Bewegung Fridays for Future. „Viele sind solidarisch mit den Freitagsprotesten – so geht es uns auch“, sagt Iris Ziller, beim Verein zuständig für das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ und entsprechende Aktionen. „Wir wollen den Fridays for Future zeigen: Eure Kraft soll nicht einfach verpuffen, wir unterstützen euch, wir sind Ansprechpartner.“

Deshalb hat Umweltlernen auch beschlossen, sich den Pädagogen for Future anzuschließen – und durchaus Kritik an der Stadt zu äußern, auch wenn sich der Verein als Stadt-nah definiert und eng mit dem Bildungsdezernat zusammenarbeitet.

„Wir haben angeregt, dass die Fridays for Future in den Klimaschutzbeirat eingeladen werden“, sagt Schlecht. „Aber die Verantwortlichen tun sich ein bisschen schwer mit dieser frischen Energie, die da verströmt wird.“ Es fehle bisher an klaren Signalen der Stadt, ergänzt Ziller. Die will der Verein nun senden: „Wir sagen: Bleibt unbequem!“

Die Frage, die sich alle Erwachsenen stellen lassen müssten, laute: „Was tut ihr eigentlich? Redet ihr nur schlau?“ Das gelte besonders in der Umweltbildung.

Ein Klimabildungszentrum wäre ein deutliches Zeichen an die Jugend, glauben Ziller und Schlecht. Frankfurt habe durchaus Pflöcke eingeschlagen, etwa bei der Passivhaus-Bindung für Neubauten oder dem Kompromiss mit der Initiative Radentscheid. Aber die Straßenbahn fahre immer noch mit Kohlestrom. „Die Schüler brauchen ein Handlungsangebot – jetzt“, sagt Iris Ziller. „Sie sollen merken: Was ich sage, zählt in dieser Stadt, man hört mir hier zu.“

Eine gute Gelegenheit dafür bietet sich am 20. September. Dann gibt es am frisch gesperrten Mainkai ein Klima-Lernfest des Netzwerks, begleitend zum überregionalen Aktionstag der Fridays for Future.

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