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Alnatura in Sachsenhausen ist eine von drei Pilotfilialen. Marktleiterin Agnes Hein vor der Anlage.
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Alnatura in Sachsenhausen ist eine von drei Pilotfilialen. Marktleiterin Agnes Hein vor der Anlage.

Frankfurt

Frankfurt: Shampoo und Spüli aus dem Zapfhahn

  • VonSabine Schramek
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Wie die Supermarktkette Alnatura helfen möchte, Plastik in heimischen Schränken und auf Müllbergen zu reduzieren.

Schränke voller Plastikflaschen mit Shampoo, Duschgel und Massageöl in Bädern; Schränke voller Plastikflaschen mit Spülmittel und anderen Reinigungsmitteln in der Küche: Das soll der Vergangenheit angehören und den Plastikmüll verringern. Alnatura testet in dreien seiner 138 Biosupermärkte bundesweit, Cremiges, Flüssiges und Öliges unverpackt zu verkaufen. Eine dieser Filialen befindet sich am Südbahnhof.

Neugierig betrachtet dort gerade eine Kundin zwei nagelneue weiße Holzschränke mit kleinen weißen Pumphähnen über einschiebbaren Metallfächern. Sie braucht Spülmittel. „Das ist ja toll“, sagt sie. Ein bisschen Übung ist noch nötig. Sie stellt eine leere Flasche auf die Waage, druckt ein Etikett für das Flaschengewicht aus, füllt diese halbvoll. Danach kommt die Flasche wieder auf die Waage und per Touchscreen wählt sie das eingefüllte Mittel aus. Aufs Gramm wird der Inhalt berechnet. „Das System ist für uns alle noch ganz neu“, so Alnatura-Marktleiterin Agnes Hein.

Seit einer Woche kann hier jeder sieben verschiedene Allzweckreiniger, Spülmittel und Waschmittel von Sodasan und Sonett ganz einfach abfüllen. Entweder in eigene saubere Gefäße oder in recycelbare Fläschchen, die zum Kauf in verschiedenen Größen angeboten werden. An der Abfüllstation gegenüber gibt es zehnmal Flüssiges für den Körper zum Zapfen: Duschpflegemittel, Shampoo, Pflege- und Massageöl von Weleda, von der Hausmarke Aviana Flüssigseife und Duschgel. Es duftet nach Mandel, Lemongrass, Lavendel und Zeder in den Regalen im hinteren Teil der Filiale. Martina Götzmann, die Verantwortliche für Drogerieprodukte, ist stolz auf das neue Sortiment. Sie zeigt den Kunden Desinfektionsmittel, das sie vor und nach dem Zapfen nutzen können und hilft ebenfalls beim Abfüllen und beim Bedienen der Waagen mit Touchscreen. „Die Kunden finden es richtig gut, dass sie die Menge holen können, die sie wollen – ohne vorgegebene Mengenangabe“, erzählt sie. „Familien brauchen mehr als Singles und das spart nicht nur Verpackung, sondern auch Platz zu Hause.“ Filialleiterin Hein nutzt das Angebot selbst. „Ich teste gerne Produkte aus und dazu brauche ich keine großen Mengen“, sagt sie. „Ich bringe ein altes Probefläschchen mit, fülle mir etwas zum Probieren ab und entscheide dann, was mir am besten gefällt. Das spart Geld und macht gleichzeitig Lust auf Neues.“ Eine junge Frau braucht Waschmittel und hat ihre eigene Flasche dabei. In Lila steht „Waschmittel Lavendel“ darauf. „Cool, dass Sie das hier jetzt anbieten“, lobt sie die beiden Frauen, die bereits seit Eröffnung der Filiale 2009 hier arbeiten. Beide strahlen. Die Kundin erzählt, dass sie viel in Unverpackt-Läden einkaufe. „Jetzt hole ich mir einfach immer die Menge Waschmittel und Reinigungsmittel, die ich brauche. Ohne Müll und ohne mehr zahlen zu müssen.“

Ihre alten Gefäße und Flaschen benutzt sie „schon lange für alles Mögliche andere. Ich reinige sie und benutze sie für Neues. Das ist komfortabel und ich tue gleichzeitig etwas für die Umwelt und helfe dabei, den Klimawandel zu reduzieren“, sagt sie selbstbewusst. Hein stimmt ihr zu. „Ganz wichtig ist, dass Plastik recycelbar ist, damit kein neues Plastik aus Erdöl hergestellt werden muss.“

Die Flüssigstation zum Abfüllen ist mit großen Tüten gefüllt, ein Brett sorgt für gleichmäßigen Druck. „Pro Tüte sparen wir etwa 15 Flaschen ein“, erklärt sie. „Das ist eine ganze Menge.“ Zweimal täglich werden alle Abfüllhähne desinfiziert und gereinigt. Zudem gibt es noch wöchentliche Laborkontrollen. Nach der Testphase soll das Angebot für die Unverpackt-Flüssigwaren auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Hein hofft: „Vielleicht schaffen wir es ja, dass irgendwann gar kein neues Plastik mehr hergestellt werden muss und alles unverpackt angeboten werden kann.“

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