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Schau mir in die Augen, Riesenkalmar: Das neue Senckenberg-Museum wird noch viel größer als dieses Exemplar aus der Tiefsee.
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Schau mir in die Augen, Riesenkalmar: Das neue Senckenberg-Museum wird noch viel größer als dieses Exemplar aus der Tiefsee.

Senckenberg-Naturmuseum

Frankfurt: Senckenberg wächst enorm

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Bund und Land unterstützen die Museumserweiterung für insgesamt 316 Millionen Euro. Das Publikum hat künftig fast doppelt so viel Platz.

Im September hat das Senckenberg-Museum seine neue Tiefsee-Abteilung eröffnet, mit den verrücktesten Viechern, die weit unter dem Meeresspiegel zu Hause sind. „Nasse Nasa“ wird diese Forschungsrichtung auch genannt, weil die Tiefe des Ozeans ungefähr so unerforscht ist wie die Weite des Weltraums. Tolle Einblicke sind das, und viel hat sich verändert bei Senckenberg in den vergangenen sechs, acht Jahren. Aber das war erst der Anfang.

„Wir bauen einen Leuchtturm mit globaler Strahlkraft“, kündigt Klement Tockner an, der Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung. Der Verwaltungsrat brachte am Mittwochabend das Bauverfahren für Sanierung und Erweiterung des Naturmuseums auf den Weg – ein Projekt von 316 Millionen Euro, Stand jetzt. 200 Millionen gibt das Land Hessen, den Rest der Bund. Wie schon in den bisherigen Ausbauschritten trägt eine Spendenkampagne zur Finanzierung bei.

Es ist der nächste, noch größere Schritt, nachdem das Senckenberg-Forschungsinstitut bereits in die früheren Uni-Gebäude auf dem Campus Bockenheim hineingewachsen ist und das Museum eine erste Aufwertung erfuhr. Dafür waren gut 170 Millionen Euro veranschlagt. Das nun beschlossene Projekt kommt on top.

Wir haben viel zu wenig Flächen“, sagt Generaldirektor Tockner. „Wir zeigen etwa 10 000 Objekte – und haben 44 Millionen hinter den Kulissen.“

Um alle auf einmal zu zeigen, müsste sich Senckenberg vermutlich aufs ganze Stadtgebiet ausdehnen. Das ist nicht vorgesehen, aber: „Wir sind schon in der Champions League, was die Forschung angeht – jetzt wollen wir auch das Museum mitnehmen.“

Die Erweiterung von bisher 6000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf 10 000 soll komplett auf dem Senckenberg-Gelände vonstatten gehen. Wie das konkret aussehen wird, muss die Feinplanung ergeben. Die ersten großen Ausbauschritte werden nicht vor 2025 geschehen, doch in zwölf Jahren soll alles fertig sein.

Senckenberg gehöre zur Spitze der internationalen Natur- und Biodiversitätsforschung, betont der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesforschungsministerium, Michael Meister (CDU). Frankfurt fitzumachen für kommende Generationen sei „ein starkes Signal für nachhaltige Forschungs- und Museumsbauten“.

Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) lobt Senckenberg als „herausragendes Beispiel für zeitgemäße Wissenschaftskommunikation“. Das Museum lege „einen großen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Erkenntnissen zu den Herausforderungen unserer Zeit“, etwa das Artensterben und die Erderwärmung, und es gehe dabei immer wieder originelle Wege. Lob für die Investition zollte auch die schwarz-grüne Landtagskoalition. „Mit diesen beachtlichen Summen investieren wir weiter in kluge Köpfe und in die Wissensvermittlung für alle“, sagte Andreas Hofmeister (CDU) am Donnerstag. Und Nina Eisenhardt von den Grünen: „Die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation ist uns in der Pandemie besonders bewusst geworden: Wir können auf Krisen nur antworten, wenn viele Menschen die Krisen und die Antworten verstehen.“

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) nannte das Projekt einen bedeutenden Fortschritt für die Museumslandschaft. Sie kündigte an, die Stadt werde daran arbeiten, Museen allen besser zugänglich zu machen. Zuletzt zählte das Naturmuseum jährlich knapp 400 000 Besuche. Ein Potenzial von 600 000 hatte Tockners Vorgänger Volker Mosbrugger schon vor mehr als zehn Jahren genannt. Wenn die Leute einst, nach der Pandemie, ins Museum strömen, können sie dort hoffentlich auch lernen, wie der Mensch die Krise überwunden hat: durch Forschung.

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