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Die Preisträgerin Katrin Böhning-Gaese.
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Die Preisträgerin Katrin Böhning-Gaese.

Deutscher Umweltpreis

Frankfurt: Senckenberg-Forscherin erhält Umweltpreis

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die hochdotierte Auszeichnung geht an Katrin Böhning-Gaese. Sie forscht zu Klimawandel und Artenvielfalt.

Es ist keineswegs übertrieben, Katrin Böhning-Gaese ein intensives Verhältnis zur Umwelt zu attestieren. „Sie flog direkt auf mich zu“, berichtete die Direktorin des Senckenberg-Biodiversitäts- und Klima-Forschungszentrums vor knapp vier Jahren beim FR-Stadtgespräch zum Artenschutz, „sie hat sogar noch nachjustiert – und dann voll gegen den Helm.“ Eine Nilgans hatte die Radfahrerin attackiert, ob vorsätzlich, wird ewig ihr Geheimnis bleiben. „Wir haben uns beide verwundert angesehen und sind dann unserer Wege gezogen“, schilderte die Direktorin dem amüsierten Publikum, „auf jeden Fall kann ich Fahrradhelme sehr empfehlen.“

Kein Wunder also, wenn die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) der Frankfurter Forscherin „unerschrockenen Mut“ zugesteht, „die außerordentlich komplexen und unfassbar vielfältigen Wechselbeziehungen von ökologischen Systemen in großem Maßstab in den Blick zu nehmen und zu analysieren“. Das mag sich weniger auf Crashtests mit Nilgänsen beziehen. Es ist vielmehr die wissenschaftliche Arbeit Böhning-Gaeses über die Bedeutung der Artenvielfalt für Planet und Mensch, die ihr nun eine der höchsten Auszeichnungen einbringt: den mit 500 000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis. Sie teilt ihn sich mit dem Moorforscher Hans Joosten.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde würdigte die Uni-Professorin Böhning-Gaese unter anderem als Pionierin der Makroökologie. Für ihre Doktorarbeit erforschte sie in den USA zu Beginn der 1990er Jahre, welche Faktoren die Vogelpopulationen über längere Zeit beeinflussen und welche Unterschiede es zwischen Nordamerika und Europa gibt. „Schon damals konnte sie zeigen, dass in Europa insbesondere die Vogelbestände der Agrarlandschaften zurückgingen“, so die Bundesumweltstiftung.

Artenschwund im Blick

Die Forscherin habe „wie kaum eine andere Wissenschaftlerin die Fähigkeit, die für das System Erde-Mensch bedeutsamen großen Zusammenhänge sichtbar zu machen“, heißt es weiter. Für Katrin Böhning-Gaese ist die Auszeichnung Bestätigung und Ansporn. „Gerade beim Rückgang der Arten in der Agrarlandschaft sehen wir, dass wir alle handeln müssen“, sagt sie. Gefordert seien Landwirtschaft, Politik, Wirtschaft, Handel – und die Menschen in ihrem Ernährungs- und Konsumverhalten: „Der Schutz der Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jede und jeder muss hier ran.“

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