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Ein Hip-Hop-Projekt des Vereins im Jahr 2019.
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Ein Hip-Hop-Projekt des Vereins im Jahr 2019.

Lebenshilfe

Frankfurt: Seit 60 Jahren im Kampf für mehr Inklusion

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Die Lebenshilfe Frankfurt feiert Geburtstag und möchte ihr Angebot für Menschen mit Behinderung ausbauen.

Die Geschichte der Lebenshilfe Frankfurt begann vor 60 Jahren. Damals gründeten engagierte Eltern mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft den Verein. Sie organisierten Freizeitangebote, eine integrative Kinderbetreuung und die Frühförderung. Heute ist die Lebenshilfe noch breiter aufgestellt. Sie kämpft für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft und ist Träger von sozialen Dienstleistungen in der Stadt – angefangen von integrativen Kindereinrichtungen über Kultur- und Freizeitangebote bis hin zu inklusiven Wohnangeboten für Erwachsene. Zum 60. Geburtstag wird zwar auch gefeiert, doch das Thema Inklusion voranzutreiben, steht auch dabei auf dem Programm.

Die Gründung der Lebenshilfe ist eng verknüpft mit Christine Heuser, einer der Initiator:innen und Mutter einer Tochter mit Behinderung. Sie wohnte damals einem Vortrag des Holländers Tom Mutters bei, der kurz zuvor die Bundesvereinigung Lebenshilfe in Marburg gegründet hatte und nun durch Deutschland reiste, um Unterstützung für Ortsgruppen zu erhalten.

„Noch in den 60er-Jahren galten Menschen mit geistiger Behinderung als bildungsunfähig“, berichtet Claudia Fischer, Leiterin Projektentwicklung und Kommunikation bei der Lebenshilfe Frankfurt. Heuser und ihre Tochter hätten meist Isolation und Zurückweisungen erlebt. So konzentrierten sich die ersten Angebote der Ortsgruppe auf Freizeitmöglichkeiten und Ausflüge. Ein zentraler Ort war die Alte Mühle in Bergen-Enkheim.

Ausstellung

Drei Events hat die Lebenshilfe Frankfurt im Zuge ihres Geburtstages geplant.

Donnerstag, 16. September: Podiumsdiskussion zum Thema „Selbstvertretung stärken“ von 11 bis 13 Uhr. Expert:innen sprechen in eigener Sache. Anmeldung über livestream@lebenshilfe-ffm.de per E-Mail.

Samstag, 18. September: Hof- und Kelterfest ab 15 Uhr auf Gut Hausen, Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Str. 2. Es wird Apfelsaft aus frisch gepflückten Äpfeln gekeltert, zudem gibt es Kaffee, Kuchen und Deftiges. Dazu noch Musik, Bastelangebote und mehr. Aufgrund des hohen Besucherinteresses sind Anmeldungen zum Fest nicht mehr möglich.

Sonntag, 19. September: Inklusive Führungen in sieben Museen in der Stadt. Den Auftakt macht das Museum für Kommunikation am Sonntag. Es folgen das Deutsche Architekturmuseum (25. September), das Weltkulturen Museum (2. Oktober), das Jüdische Museum (3. Oktober), das Museum für Moderne Kunst (17. Oktober), die Schirn Kunsthalle (23. Oktober) sowie das Historisches Museum (30. Oktober). Anmeldungen über elif@lebenshilfe-ffm.de per Mail.

Ab den 80er-Jahren kamen dann weitere Angebote hinzu, etwa eine Frühförderstelle oder ein familienentlastender Dienst. Später folgten integrative Kindereinrichtungen, Wohngemeinschaften und mehr.

Trotz des runden Geburtstags gibt es bei der Lebenshilfe nur kurz Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Denn um eine allumfassende Inklusion und Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen, braucht es stetige Arbeit.

Volker Liedtke-Bösl vom Vorstand der Frankfurter Lebenshilfe berichtet im Gespräch mit der FR von den neusten Projekten. So starten am Sonntag die Museumsführungen. Unter dem Titel „Einfach reinkommen“ werden Tandem-Führungen von je einer Person mit und ohne Behinderung durchgeführt. Mit einfacher Sprache und einem anderen Blickwinkel, soll der Museumsbesuch nochmals ein anderes Erlebnis werden. „Wir hoffen auf eine dauerhafte Einrichtung dieses Angebotes“, sagt Liedtke-Bösl.

Spannend werde auch der Start einer ersten Inklusions-WG, der zum Jahreswechsel sein soll. Dabei ziehen vier Menschen mit und drei Menschen ohne Behinderung in eine WG in der Freiligrathstraße zusammen.

Das Atelier Goldstein, das auch zur Lebenshilfe gehört, bietet seit drei Jahren ein Projekt, bei dem die Künstler:innen ihre Fähigkeiten in Schulklassen weitergeben. Im kommenden Jahr soll ein Anbau beginnen, damit die sogenannte Akademie Goldstein auch eigene Räume hat.

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