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Niedrige Einfamilienhäuser dicht gedrängt: eine der typischen Straßen der Römerstadt.

Ein Besuch vor Ort

Für die Erinnerung

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Seit 2017 gibt es das Forum Neues Frankfurt. Geschäftsführer Sturm berichtet über ein stetig wachsendes Interesse.

Die große Karte an der Längswand zeigt das Neue Frankfurt auf einen Blick. Der Orientierungsplan der 20er Jahre verortet die Siedlungen, die damals entstanden. 12 000 Wohnungen binnen kurzer Zeit von 1925 an, eine heute kaum fassbare Leistung. Die Ernst-May-Gesellschaft hält im Forum Neues Frankfurt, Hadrianstraße 5, in der Römerstadt die Erinnerung an dieses ganz besondere Kapitel Frankfurter Geschichte aufrecht.

Seit Oktober 2017 gibt es das Forum. Und seit Oktober 2018 ist Philipp Sturm der Geschäftsführer der Gesellschaft, eine neue Herausforderung für den Kurator des Deutschen Architekturmuseums, der nur noch die Hälfte seiner Arbeitszeit im DAM verbringt. Sturm, der im DAM zuletzt die Ausstellung über die Neue Altstadt mit verantwortete, empfängt den Besucher mit einem geradezu sprudelnden Vortrag über seine neue Aufgabe.

Einmal im Monat ist da das „Abend-Forum“ mit Veranstaltungen, Filmen, Vorträgen. Sturm will aber auch „Ansprechpartner für die Bewohner der Siedlungen“ sein, die sich mit ihren Fragen und Problemen an ihn wenden sollen.

Die Geschäftsstelle ist dafür montags bis freitags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die Telefonnummer ist 069 / 153 438 83.

Das denkmalgerecht sanierte Musterhaus der Römerstadt-Siedlung liegt auf dem Grundstück Im Burgfeld 136 und ist dienstags bis donnerstags von 11 bis 16 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Das Musterhaus existiert seit 2009 und wird seit 2014 durch einen Muster-Kleingarten ergänzt.

Das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses 2019 hat in Frankfurt schon jetzt eine umfangreiche Erinnerungsarbeit an das inhaltlich verwandte Neue Frankfurt in Gang gesetzt – obwohl hier der 100. Geburtstag erst 2025 ansteht.

Das Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, zeigt aber bereits seit 19. Januar die Ausstellung „Moderne am Main“ und gibt einen Überblick über die kulturelle Erneuerung dieser Zeit.

Das Deutsche Architekturmuseum, Schaumainkai 43, eröffnet am 23. März die Schau „Neuer Mensch, neue Wohnung“ über die Architektur des Neuen Frankfurt. Und am 16. Mai folgt das Historische Museum am Römerberg mit der Ausstellung seines Stadtlabors unter dem Titel „Wie wohnen die Leute?“ Parallel dazu will die Martin-Elsaesser-Stiftung in diesem Jahr Führungen zur ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle anbieten, die Ende der 20er Jahre entstanden ist.

Geschäftsführer Sturm berichtet über ein stetig wachsendes Interesse der Menschen am Neuen Frankfurt. Er will jetzt „die Kooperation mit den Frankfurter Schulen ausbauen“. Der Aufbruch der 20er Jahre soll im Unterricht mehr als bisher Thema werden.

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