Die Stadt hält eine Schwebeverbindung, die über die Autobahn führt, für möglich.
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Die Stadt hält eine Schwebeverbindung, die über die Autobahn führt, für möglich.

Mobilität

Seilbahn vom Kaiserlei zum Ratsweg

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt hält eine Schwebeverbindung, die über die Autobahn führt, für möglich.

Viele werden sie aus dem Winterurlaub kennen: Seilbahnen, die Skibegeisterte auf die Piste bringen. Neben den Schleppliften gibt es auch Luftseilbahnen mit Kabinen, Schienenseilbahnen auf Gleisen und weitere Konstruktionen, mehr als 20 000 Seilbahnen weltweit.

Seilbahnen sind mehr als eine Kuriosität. Sie überwinden Gleise, Autobahnen, Flüsse und Berge. Nun könnte auch Frankfurt eine Seilbahn bekommen.

So bietet sich eine Seilbahn zwischen einer möglichen Mehrzweckhalle in Offenbach-Kaiserlei und der Haltestelle Eissporthalle/Festplatz an. Ein Zwischenhalt wäre am Straßenbahnhalt Riederhöfe möglich. Die Höchstgeschwindigkeit läge bei 25 Stundenkilometern.

Das geht aus dem aktuellen Nahverkehrsplan 2025+ hervor. Dort hat die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq den Einsatz prüfen lassen. Zuvor wurden mehrere Trassen untersucht. Die Variante vom Kaiserlei zum Ratsweg eigne sich am ehesten für eine vertiefte Untersuchung, hieß es.

Die Seilbahn könne über den stark überlasteten Abschnitt der A661 zwischen Kaiserleikreisel und Ratsweg schweben und dabei den Straßenverkehr entlasten. Auch würden mehrere Stationen verbunden, was das Schienennetz stärke.

Grundsätzlich eigneten sich Seilschwebebahnen am besten, um kurze Distanzen von einem bis drei Kilometer zu überwinden; vor allem, wenn die Trasse über Hindernisse führe. U-Bahn und Straßenbahn müssten dafür Umwege fahren - oder teure Trassen bekommen, mit Brücken oder Tunneln.

Die Luftseilbahn sei auch schneller gebaut als eine Schienenverbindung am Boden. Nötig sei eine stabile Nachfrage von einem Ort zum anderen. Für weite Wege und eine geballte Nachfrage eigneten sich Seilbahnen nicht. Auch würden sie Bus und Bahn nur ergänzen, nicht ersetzen.

Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main sprach sich zuletzt für Seilbahnen im Ballungsraum aus. Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) warb für eine Verbindung vom Bahnhof Louisa zum Frankfurter Waldstadion oder von der Raststätte Taunusblick über die A5 zur U-Bahn-Haltestelle Heerstraße. Für Seilbahn-Projekte gebe es eine erhöhte Förderung des Bundes. „Rechtzeitig zur Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2024 sollen die ersten Gondeln hier in unserer Region schweben“, sagte Horn.

Die Planer der Multifunktionshalle „The Dome“ am Frankfurter Flughafen hatten eine Seilbahn als mögliche Verbindung präsentiert - Markus Frank hält The Dome für nicht tragfähig. Der Basketball-Bundesligist Skyliners Frankfurt will eine Multifunktionshalle auf einem Grundstück an der Stadtgrenze zu Offenbach bauen.

Vielleicht kommt dann die Seilbahn ins Spiel.

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