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Frankfurt: Seenotrettung in der Basaltstraße

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Von: Lukas Geisler

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Der Schauspieler Moritz Buch in „Finsternis“.
Der Schauspieler Moritz Buch in „Finsternis“. Anna Garcia © Freies Schauspiel Ensemble

Das Freie Schauspiel Ensemble startet mit neun politischen Stücken in die neue Saison

Bei einer Probe des neuen Stücks läuft Moritz Buch, Schauspieler des Freien Schauspiel Ensemble, auf einer Seite der Bühne auf und ab. Die Kamera eines Laptops, der in der Mitte der Bühne auf einem Küchentisch steht, ist auf ihn gerichtet und ein Videoprojektor projiziert das Bild auf eine Leinwand hinter dem Tisch. Die Szene stammt aus dem Stück „Finsternis“. Es ist der Monolog eines Menschen, den das Erlebte – der Überlebenskampf von ertrinkenden Flüchtenden vor Lampedusa – psychisch belastet.

Am Samstag feiert das Stück im Theater Titania in der Basaltstraße seine Premiere und bildet den Auftakt zu der neuen Spielzeit des Freien Schauspiel Ensembles, das gezielt politische Fragestellungen in den Vordergrund rückt.

„Ob Klimakrise, Pandemie oder Krieg, alte Werte werden infrage gestellt. Die Welt ist aus den Fugen geraten und die Menschen sind verunsichert“, sagt Reinhard Hinzpeter, der gemeinsam mit Bettina Kaminski das Freie Schauspiel Ensemble leitet auf die Frage, wie es zu der Zusammenstellung des Programms gekommen ist. Unter dem Titel „VER-RÜCKT. Was kann Theater?“ starten sie mit neun politischen Stücken und zwei Podiumsdiskussionen in die neue Saison. „Wir haben uns gefragt“, erzählt Hinzpeter, „was wir als Theater zu aktuellen politischen Debatten beitragen können.“ Aus diesem Grund habe das Ensemble Stücke ausgewählt, in denen politische Fragen verhandelt werden.

Der Auftakt in die Spielzeit ist als Werkschau gedacht. Dies bedeutet, dass neben der Premiere von „Finsternis“, auch altbekannte Stücke, wie „Ich werde sein. Das Drama Rosa Luxemburg“, auf dem Spielplan im September stehen. Kaminski und Hinzpeter ist es wichtig herauszustellen, dass es in den Stücken nicht um Vergangenheitsbewältigung geht. „Vielmehr steht für uns im Vordergrund, was die Inszenierungen uns für die Zukunft sagen können“, sagt Hinzpeter. Kaminski ergänzt: „Wir haben das Gefühl, dass es einen Verlust an Diskursräumen gibt.“ Um solche Diskursräume zu schaffen, entschied sich das Ensemble, den Anfang der neuen Spielzeit mit einer Werkschau zu beginnen. „Allen voran steht natürlich die Frage, was Theater eigentlich leisten kann“, erzählt sie. Das Ensemble hat sich entschieden, dass es nach jeder Vorstellung ein moderiertes Gespräch geben wird. Hinzpeter sagt dazu: „Ein Theater ist immer ein Ort der Begegnung. Das wollen wir mit moderierten Gesprächen verstärken.“

Genau daran schließen auch die zwei Podiumsdiskussionen an. Zum einen soll der Frage nachgegangen werden, was Theater bewirken kann, zum anderen soll mit Vertreter:innen aus Politik und Zivilgesellschaft über das Thema Flucht gesprochen werden. „Die Themen sind keine seichte Abendunterhaltung“, das weiß Kaminski. Doch darin bestehe eben auch das Ziel. Das Programm ist eine engagierte Auseinandersetzungen mit den Fragestellungen der Gegenwart.

Alle Termine und Karten gibt es online; ver-rueckt.de / freiesensemble.de

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