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Frankfurt

Frankfurt: Seelsorge nun auch per Chat möglich

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Der Evangelische Regionalverband der Diakonie Frankfurt hat ein digitale Hilfsangebote eingerichtet. Dadurch sollen vor allem Jüngere angesprochen werden. Eine Herausforderung auch für die Ehrenamtlichen.

Egal ob Probleme in der Familie, der Arbeit, dem Alltag oder einfach nur Zukunftssorgen – die Gründe warum Menschen bei der evangelischen Telefonseelsorge in Frankfurt anrufen, können vielseitig sein. Doch nicht jeder Mensch kann am Telefon über seine Ängste und Gefühle reden. Unter anderem deshalb hat die Telefonseelsorge nun ihr Angebot erweitert und bietet mittlerweile auch Beratungen via Chat und E-Mail an.

Hinzukomme auch, dass die Nachfrage nach Onlineberatungen seit einiger Zeit deutlich zugenommen hat, berichtet Pfarrerin Bettina Tormann, Leiterin der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach. In anderen Städten werde eine Online-Seelsorge bereits seit Jahrzehnten angeboten. „Wir öffnen uns damit einer neuen Klientel“, so die Pfarrerin bei einer Pressekonferenz. Denn vor allem jüngere Menschen setzten verstärkt auf diese Onlinekanäle. So zeige die Erfahrung, dass kaum ein unter 25-jähriger Mensch bei der Seelsorge anrufe.

Um das Angebot nun online zu erweitern, wurden acht Ehrenamtliche speziell weitergebildet. 36 Stunden Schulung haben die Freiwilligen dafür absolviert. „Dabei bauen wir auf den 160 Stunden auf, die unsere Ehrenamtlichen bereits für das Telefonieren absolviert haben“, sagt Markus Mütze, stellvertretender Leiter der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt.

Die Schulung vermittle neue Konzepte für die abgewandelten Kommunikationsformen. Viele Nuancen, die die Seelsorger:innen am Telefon hören, können sie in der Mail oder im Chat nicht ohne weiteres wahrnehmen. „Ob jemand weint oder seufzt, erfährt man nicht“, sagt Mütze. So ersetze das Lesen das Hören und das Schreiben das Sprechen. Trotzdem sollen die Ehrenamtlichen auch weiterhin „mit dem Herzen hören“. Dafür haben sie in den zurückliegenden Wochen sehr viel geübt. Auch durften die acht selbst Erfahrungen als Ratsuchende sammeln und dadurch kennenlernen, wie es so ist auf der anderen, der hilfesuchenden Seite.

Einer der Freiwilligen ist Alexander. Sein richtiger Name bleibt anonym, so wie auch jeder Mensch, der bei der Seelsorge Rat sucht, anonym bleibt. Seit sechs Jahren ist Alexander bei der Seelsorge. Das Arbeiten mit Chat und E-Mail sei ein großer Unterschied. „Das ist nicht mal einfach so getan“, sagt der Mann, der im IT-Bereich arbeitet. Eine Mail sei in ihrer Art absoluter, weil man nichts zurücknehmen könne und auch nicht auf die Reaktion des Gegenübers unmittelbar reagieren könne.

Dass die beiden neuen Kontaktmöglichkeiten aber wichtig sind, davon ist Alexander überzeugt. „Manchen fällt es leichter zu schreiben“, sagt er. Auch über besonders schwere Themen wie Suizidalität. Einigen Menschen gehe es dann um die Entlastung durch das Schreiben und nicht in erster Linie um die Lösung. Bei einigen Menschen bemerke man noch in der ersten E-Mail den Anfang einer Selbstreflexion. Auch da helfe diese Art der Kommunikation.

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