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Pfennig-Bazar

Frankfurt: Second-Hand für den guten Zweck

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Beim Pfennig-Bazar suchen Tausende Menschen nach einem Schnäppchen - und kommen aber gerade weil der Erlös einer guten Sache dient.

Die Schlange der wartenden Menschen wird mit einer kleinen Absperrung im Zaum gehalten. In mehreren Reihen stehen die Frauen und Männer, fast überall gibt es angeregte Gespräche, die Stimmung ist gut. Mit einem Mal kommt Bewegung in die stehende Menschentraube – der Startschuss für die Schnäppchenjagd ist gefallen. Aber beim Pfennig-Bazar geht es nicht nur um den Kaufrausch, sondern auch um den guten Zweck.

Der Reinerlös aus dem zweitägigen Secondhand-Verkauf geht zum großen Teil an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Hessen und außerdem an das Hospiz Sankt Katharina. Im vergangenen Jahr seien etwa 80 000 Euro zusammengekommen, sagt Mitbegründerin Susie von Verschuer-Bär. Mehr als 2000 Umzugskartons mit Spenden haben die ehrenamtlichen Helfer in diesem Jahr gesammelt.

Viele der Käuferinnen und Käufer kommen seit Jahren zum Bazar, mittlerweile ist es die 16. Auflage. „Wiederholungstäter“ nennt sie Verschuer-Bär liebevoll und schiebt hinterher, dass hier einfach alle Spaß hätten und deswegen wiederkämen.

Die Männer sind auf dem Pfennig-Bazar meist in der Unterzahl.

Auch eine blonde Frau aus dem Rheingau ist eine solche „Wiederholungstäterin“. Das zehnte Mal sei sie hier, sagt sie nach kurzem Überlegen. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, aber ihre Motivation verrät sie schon: Dass sie Kleidung kaufe und ihr Geld schließlich an einen guten Zweck gehe. Etwas Bestimmtes habe sie nicht im Auge. „Ich will einfach gucken und schauen, was einem begegnet. Und es begegnet einem hundertprozentig etwas“, sagt sie. Dass sie aus dem Rheingau extra für den Bazar nach Frankfurt gekommen sei, sei nichts Ungewöhnliches. „Das ist ja noch nah, manche reisen bestimmt von weiter an.“

Weiter hinten in der Schlange vorm Eingang steht das Ehepaar Freund aus Frankfurt. Die beiden Senioren sind auch zum wiederholten Mal beim Verkauf im Dominikanerkloster dabei. „In der Schmuckabteilung wird wieder viel Betrieb sein“, sagt die Frau. Dann geht es auch schon hinein in den Pfennig-Bazar.

Drinnen bildet sich schon wieder eine Schlange: Am Eingang zur Damenboutique, wo es hochwertigere Sachen gibt. Die Kleidung befindet sich in einem Zelt im Innenhof. „Nicht so viel kaufen“, ruft eine Frau den anderen im Zelt zu. „Keine Angst, die besten Sachen kann es auch noch morgen geben, wir haben noch viele Kisten“, sagt eine Helferin. „Ich bin morgen wieder hier“, ruft eine andere Frau.

Gleich neben der Damenboutique gibt es in einem Zelt Schuhe. Von Gummistiefeln über Sandalen bis hin zu Winterstiefeln ist alles vorhanden. Einen Eingang weiter gibt es Accessoires wie Gürtel, Hüte, Tücher und Taschen. Dahinter schließt sich der Bereich für Kinder mit Kleidung, Spielsachen und Kuscheltieren an. Im Regal liegen auch ein paar Bayerntrikots. Wer die wohl gespendet hat?

Im ersten Stock gibt es noch viel mehr: Kleidung, Haushaltswaren, Gardinen, Nachtwäsche, Weihnachtsbaumschmuck und jede Menge Nippes.

Pfennig-Bazar

Der Pfennig-Bazar ist auch am Mittwoch nochmals von 10 bis 18.45 Uhr geöffnet. Verkaufsort ist das Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher-Straße 23. Laut Organisator sind rund 300 ehrenamtliche Helfer an der Durchführung des Second-Hand-Verkaufs beteiligt. 10 000 Menschen besuchen schätzungsweise den Pfennig-Bazar an beiden Tagen. 2018 gab es einen Erlös von 80 000 Euro.

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