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Ein Teil der Wilhelmshöher Straße in im oberen Teil von Seckbach muss dringend saniert werden. Foto: Rolf Oeser

Seckbach

Frankfurt-Seckbach: Wilhelmshöher Straße wird gesperrt

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Ab Herbst 2020 wird ein Teil der Hauptverkehrsachse saniert. Für die Anwohner bedeutet das erheblichen Behinderungen. Zeitweilig fährt kein Bus mehr durch Seckbach.

Wenn die Wilhelmshöher Straße grunderneuert wird, werden etwa einen Monat lang keine Busse durch Seckbach fahren. Die Pläne für den ersten Bauabschnitt der lange ersehnten Sanierung stellte das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) am Montag im Ortsbeirat 11 vor. Frühestens im Herbst 2020 sollen im Abschnitt zwischen Heinz-Herbert-Karry- und Atzelbergstraße die Bagger rollen – für zweieinhalb Jahre. 

Für betroffene Bürger kündigte Amtsleiterin Michaela Kraft ein Baustelleninformationsmanagement an. Die ganze Wilhelmshöher Straße „in einem Rutsch“ zu sanieren, so Gerhard Zühlke, Planer vom ASE, wäre „unerträglich“. Deshalb werde zunächst ein 530 Meter langer Abschnitt erneuert. Dabei werden etwa 50 Meter lange Baugruben bis zu sechs Meter in die Tiefe gegraben, um sämtliche Kanäle und Leitungen und Hausanschlüsse für Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation neu zu verlegen. Sobald der Asphalt wieder aufgetragen ist, werden die alten Gaslaternen durch LED-Beleuchtung ersetzt. Drei der 33 Stellplätze fallen weg, dafür sollen 18 neue Bäume den Straßenrand säumen. Alle Querungen und Bushaltestellen werden barrierefrei und mit tastbaren Bordsteinkanten für Blinde gestaltet. Die Stadt wolle „Zeichen zu Gunsten der Fußgänger setzen“, sagt Zühlke: Die Fahrbahn soll deshalb maximal sechs Meter breit werden – dass zwei Busse bei verringerter Geschwindigkeit aneinander vorbeifahren können. 

Die Gehwege entlang der stark befahrenen Straße sollen auf mindestens 1,5 bis zwei Meter Breite wachsen. Damit Fahrzeuge nicht auf die Gehsteige ausweichen, so die Befürchtung anwesender Bürger, hätten diese steile, rechtwinklige Kanten. Optisch sollen verschiedene Grautöne Parkflächen und Zufahrten von den Gehwegen abheben. Um die 6000 Quadratmeter Fläche zu erneuern und umzugestalten werden 4,5 Millionen Euro aufgewendet. Gut eine Million trägt das Land. Frühestens 2023 könnte der nächste Abschnitt folgen. Bis dahin, das räumt die Amtsleiterin ein, stünde für Amt und Anwohner eine Herausforderung an. „Nur zusammen können wir das stemmen“, versucht sie verärgerte Autobesitzer zu beschwichtigen, die ihre Garage in der Zeit, wenn sich die Baugrube vor ihrer Haustüre befindet, nicht anfahren können. Ortsvorsteher Werner Skypalle (SPD) stellte in Aussicht, dass eventuell der Discounter Lidl seine Parkregelung in dieser Zeit lockern könnte. Dass die Umleitung für 12 000 Kraftfahrzeuge täglich über Friedberger und Hanauer Landstraße und den Riederwald ausgeschildert wird, sorgt für Gelächter im Publikum. 

Die Strecken sind schon jetzt überlastet. Für Lieferverkehr, Feuerwehr, Rettungsdienst und Müllabfuhr werde immer ein Weg freigehalten. Fußläufig blieben alle Wohnhäuser erreichbar. Einschränkungen wird es für den öffentlichen Nahverkehr geben. In der ersten Phase, die etwa einen Monat dauern soll, fährt die Buslinie 43 nach aktuellem Plan nicht über Seckbach. Stattdessen von Bergen kommend die Vilbeler Landstraße zum U-Bahnhof Enkheim. Die restlichen Monate wird sie über die Arolser Straße und Atzelbergstraße umgeleitet. Die Linie 38 wird die gesamte Zeit nicht über die Wilhelmshöher Straße fahren, sondern an der Wendeschleife am Atzelberg zurück nach Bornheim. Seckbach, besonders der stadtauswärts liegende Teil, werde so abgehängt, kritisierten Ortsbeiräte. Sie schlugen vor, die Linie 43 in der ersten Phase wenigstens über die Leonhardsgasse nach Bergen-Enkheim zu leiten. Auch die Vorschläge Ringbus oder Mini-Bus wollte das ASE in die Verhandlungen mit der Verkehrsgesellschaft VGF mitnehmen. 

Vor dem Baustart will das Amt mit der Baufirma erneut in einer Ortsbeiratssitzung Pläne präsentieren. Mit Handzetteln, über eine Webseite und durch Anwesenheit vor Ort sollen Anwohner jederzeit informiert sein. Zunächst müssen noch die Stadtverordneten über den Start der Sanierung abstimmen. Nur wenn sie noch 2019 ihre Stimme dafür geben und gleich bei der europaweiten Ausschreibung eine geeignete Baufirma gefunden wird kann es im Herbst 2020 losgehen.

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