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Vorm Impfzentrum in Frankfurt stehen Menschen, so weit das Auge reicht.
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Vorm Impfzentrum in Frankfurt stehen Menschen, so weit das Auge reicht.

Impfzentrum

Frankfurt: Schlange am Impfzentrum - Wartezeiten von sechs Stunden

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Trotz verlängerter Öffnungszeiten bilden sich am Wochenende lange Menschenschlangen vor dem Frankfurter Impfzentrum. Nicht jede Person ist ganz freiwillig da.

Frankfurt - Die Stimmung in der Schlange kurz vorm Eingang zum Frankfurter Corona-Impfzentrum ist am Samstagnachmittag gut. Der Eingang ist in Sicht, die Hoffnung auf Wärme und Impfung lassen die Strapazen fast vergessen. Da wissen die Leute aber noch nicht, dass im Inneren immer noch eineinhalb Stunden Wartezeit auf sie zukommen. Wer zu zweit zum Messegebäude in Frankfurt gekommen ist, holt noch Kaffee im nahe gelegenen Café. So lassen sich die Temperaturen etwas besser ertragen.

Kurz nach 14 Uhr stehen zwei Männer aus Frankfurt fast ganz vorne in der Schlange. „Seit drei Stunden warten wir jetzt“, sagt einer von ihnen, der sich seine Boosterimpfung abholen will. Der Mann neben ihm bekommt seine erste Dosis, nachdem er im Frühling an Covid-19 erkrankt war. „Ich fühle mich dazu genötigt“, sagt er. Ohne Test könne er aktuell nichts mehr machen; dem will er nun entgegenwirken, er fühle sich aber dazu gezwungen.

Corona-Impfung in Frankfurt: Zweifel gegenüber Moderna-Präparat

Er habe einen milden Verlauf gehabt und nun mehr Angst vor der Impfung als vorher vor der Krankheit. „Wenn ich heute Moderna bekommen sollte, dann gehe ich wieder. Egal, wie lange ich gewartet habe“, sagt er. Zu viele Nebenwirkungen gibt er als Grund an. Dann endet das Gespräch abrupt – die Schlange kriecht weiter und die beiden verschwinden im Inneren des Gebäudes.

Weiter hinten in der Warteschlange, vor dem Corona-Impfzentrum, die fast 300 Menschen lang ist, stehen eine 55-jährige Frankfurterin und ihre 13-jährige Tochter. Ihre Namen wollen sie nicht in der Zeitung lesen. „Das haben wir uns anders ausgerechnet“, sagt die Mutter. Mit rund zwei Stunden Wartezeit hatten sie gerechnet. Jetzt warten sie aber bereits eine Stunde und stehen noch immer auf dem Gehweg in der Brüsseler Straße. Der Weg bis zum Eingangsbereich „City“ ist noch lang. „Aber wir halten durch“, sagt die Frau. Auch wenn es kalt und der Wind übel sei.

Corona-Impfzentrum in Frankfurt: Kapazitäten zeitweise ausgereizt

Gekommen sind sie wegen der Zweitimpfung der Tochter. Eigentlich hätten sie die bereits am Freitag an der Hauptwache abholen wollen, doch dort seien sie gegen 15.30 Uhr gleich weggeschickt worden, weil die Kapazitäten ausgereizt gewesen seien. Trotz der langen Wartezeit seien die Leute in der Schlange heute aber friedlich und ruhig.

Drei Stunden später, gegen 18 Uhr, ist die Warteschlange vor dem Impfzentrum immer noch genauso lang wie am Nachmittag. Mittlerweile ist es dunkel, die Temperaturen gefühlt noch mal etwas niedriger. Ein Mann und zwei Frauen aus Frankfurt stehen jetzt fast an derselben Stelle, wo am Nachmittag die beiden Männer standen – kurz vor dem Eintritt ins warme Gebäude. Ihre Namen möchten sie nicht nennen, sagen aber, dass sie mittlerweile seit vier Stunden ausharrten. „Wir haben schon von Leuten gehört, die sechs bis sieben Stunden anstanden“, sagt die 27-jährige Frau. Sie soll heute ihre Erstimpfung bekommen. Sie spricht von Impfzwang, könne nicht mehr ohne Test Bahn fahren. Ihr gleichaltriger Freund neben ihr ist auch ungeimpft und wird es auch bleiben. Er ist nur zur seelischen Unterstützung dabei. Das Problem mit der Bahn hat er nicht: „Ich fahre Fahrrad.“

Auch Booster-Impfungen gegen Corona werden in Frankfurt verabreicht

Die 50 Jahre alte Frau neben ihnen will heute ihre dritte Impfdosis bekommen. „Dass ich heute gehe, habe ich mir spontan am Mittag überlegt.“ In der Warteschlange habe sie dann die beiden jüngeren Leute kennengelernt. „Ich wäre mittlerweile wieder gegangen, wenn ich die beiden nicht hätte.“ Die drei freuen sich auf die Wärme im Inneren, auch wenn sie mittlerweile wissen, dass ihnen dort nochmals eine stundenlange Warterei bevorsteht. Doch seit 15 Minuten geht es in der Schlange nicht voran.

Weiter hinten steht ein 59-jähriger Frankfurter, auch er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung sehen. „Ich war heute früh schon mal um zehn vor sieben hier. Da standen die Leute bis hinter den Kreisel“, erzählt er und meint den Kreisverkehr am Mövenpick-Hotel. Nun sei die Schlange zwar kürzer, aber die Zeit auch knapper. Bis 21 Uhr soll das Impfzentrum offen sein. „Wenn ich nicht drankomme, habe ich halt Pech gehabt.“ Beim Hausarzt bekomme er aber keinen Termin für seine Boosterimpfung. Einen neuen Versuch am Sonntag wolle er beim Impfzentrum aber nicht unternehmen.

Mittlerweile ist es 19 Uhr und die Dreiergruppe steht immer noch vorm Eingang. Es gehe nicht voran. Fünfzehn Minuten später dürfen sie dann endlich durch die Türen. Eine Mitarbeiterin der Security teilt mit, dass man wegen der Nachfrage noch bis 21.45 Uhr Leute in das Gebäude lassen werde. (Steven Miksch)

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