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Frankfurt: Schwimmen lernen im Freibad

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Von: Timur Tinç

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Schwimmlehrer Lars Bautsch bringt den Grundschulkindern der Römerstadtschule das Schwimmen bei.
Schwimmlehrer Lars Bautsch bringt den Grundschulkindern der Römerstadtschule das Schwimmen bei. © christoph boeckheler*

Die erste Frankfurter Schwimmwoche mit zehn Schulen ist gestartet. Lehrkräfte der Bäder-Betriebe Frankfurt (BFF) bringen Nichtschwimmerkindern das Schwimmen bei. Das Angebot soll laut Sportdezernent Mike Josef (SPD) zukünftig ausgebaut werden.

Lars Bautsch steht am Montagmorgen im Wasser des Hausener Schwimmbads. „Weiter rein“ ruft der Schwimmlehrer der Bäder-Betriebe Frankfurt (BBF) zwölf Viertklässler:innen der Römerstadtschule zu. „Bis der Popo unter Wasser ist.“ Das Gejauchze unter den Schülerinnen und Schülern aus Heddernheim, die allesamt Nichtschwimmer:innen sind, ist bei der Eingewöhnung ins kühle Nass groß. In der nächsten Stunde wird er ihnen zeigen, wie sie sich über Wasser halten können.

Die Gruppe ist eine von insgesamt zehn aus Grundschulen, die an der ersten Frankfurter Schwimmwoche im Rahmen der regulären Projektwochen in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien teilnimmt. Die Idee kam aus dem Sportdezernat, zusammen mit dem Bildungsdezernat und den Bäder-Betrieben Frankfurt (BFF) wurde sie innerhalb von zwei Monaten umgesetzt. „Es geht darum, wie bekommen wir möglichst vielen Kindern das Schwimmen beigebracht“, sagt BFF-Geschäftsführer Boris Zielinski. Durch die Coronavirus-Pandemie waren viele Schwimmbäder geschlossen, der Schwimmunterricht konnte genauso wenig stattfinden wie Kurse. „Die Nachfrage nach Angeboten ist riesig“, sagt Sportdezernent Mike Josef (SPD). Der Aufholbedarf ist groß. Egal wie die Stadt erweitert, mit Traglufthallen in Hausen oder künftig in Niedereschbach, seien die Leute dankbar, aber die Wartelisten bleiben ungebrochen lang.

Die Probleme sind dabei vielfältig. „Drei Lerngruppen können nicht schwimmen gehen, weil wir nicht genügend Schwimmlehrkräfte haben“, erklärt Kathrin Pohlmann, Konrektorin der Römerstadtschule, die mit ihrer Kollegin Valeska Olde am Beckenrand sitzt. Eine Lehrkraft sei krankheitsbedingt ausgefallen, die anderen konnten aufgrund der Pandemie keine Auffrischungskurse machen. Diese sind zwingend erforderlich, um Schwimmunterricht zu geben. „Wir haben viele Nichtschwimmer:innen. Wir haben mit dem Angebot die Chance genutzt, damit die Kinder keine Panik und keine Angst mehr vorm Wasser haben“, sagt Pohlmann. Zwölf Nichtschwimmerkinder aus drei verschiedenen Klassen mussten ausgelost werden, viel mehr hatten sich angemeldet.

„Wir werden das weiter ausbauen. Die Schwimmschulwoche wird in den nächsten Jahren zum Standard gehören“, sagte Josef. Die Bäder-Betriebe wollen auch wieder die Schulschwimm-AGs aufleben lassen, die kurz vor Corona angelaufen waren und gestoppt werden mussten. Die BBF haben derzeit 13 Angestellte, die nur Schwimmkurse geben und bei Kindergeburtstagen im Schwimmbad für die Animation sorgen. „Zwei bis drei könnten wir noch einstellen“, sagte Zielinski. In den Ferien bieten die Bäder-Betriebe wieder mehrere Schwimmkurse an, die auf der Webseite gebucht werden können. Im Rahmen der Projektwoche werden noch 150 weitere Klassen das Angebot der Bäder-Betriebe auf verschiedenste Weise nutzen. Bei einigen Klassen wird die Lehrkraft den Unterricht einfach im Freibad geben.

Die zehn Schulen, deren Kinder aus dritten und vierten Klassen vier Tage die Woche intensiv schwimmen lernen, sind auf das Hausener Freibad, das Stadionbad und das Silobad verteilt. Kathrin Pohlmann würde sich wünschen, dass es auch im normalen Schulalltag mehr solcher Angebote geben würde, wo sie als Lehrerin nur mitgehen muss, aber der Unterricht von einer Schwimmlehrkraft der Bäder-Betriebe übernommen wird. „Das lastet sonst auf wenigen Schultern und ist nicht abzudecken.“

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