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Die Grundschulkinder kehren an die Schulen zurück. Es gibt Wechselunterricht – und Notbetreuung. Bild: dpa
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Die Grundschulkinder kehren an die Schulen zurück. Es gibt Wechselunterricht – und Notbetreuung. Bild: dpa

Grundschulen

Frankfurt: Schwierige Organisation der Notbetreuung an Schulen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Für die Notbetreuung fehlt es den Grundschulen an Räumen und Personal. Auch bei den Regeln für den Hortbesuch gibt es Verwirrung. Wer darf wann in die Nachmittagsbetreuung gehen?

Der Wechselunterricht für die Klassen 1 bis 6 beginnt am Montag in Hessen – doch viele Eltern wissen noch nicht, wie die nächste Woche organisatorisch aussehen wird. Denn unklar ist für viele noch: Wie ist die Notbetreuung geregelt, kann das Kind jeden Tag in den Hort gehen? Die Informationen von Schulen und Betreuungseinrichtungen sind zum Teil noch spärlich. „Ich weiß immer noch nicht, ob ich nächste Woche Urlaub nehmen muss oder arbeiten kann“, sagt eine Mutter aus dem Frankfurter Nordend. „Es ist bisher nicht klar, wann mein Sohn betreut wird.“

Im Wechselunterricht geht ein Teil der Klasse in die Schule, während der andere zu Hause lernt. Die meisten der 80 Grundschulen wechseln die Gruppen tageweise: An einem Tag kommt die eine Gruppe, am nächsten die andere. Zudem gib es eine Notbetreuung für Kinder, die keinen Präsenzunterricht haben, aber zu Hause nicht betreut werden können. Anspruch haben darauf viele: Alleinerziehende, die arbeiten, oder Eltern, die beide berufstätig sind. Auch wer im Homeoffice arbeitet, kann sein Kind in die Betreuung schicken.

Doch wer diese Betreuung übernimmt und wo sie stattfindet, ist an vielen Grundschulen noch nicht geklärt: Es fehlt an Räumen und Personal. Klassenräume sind in der Regel belegt, und die Lehrkräfte müssen unterrichten. Einige Schulen wollen die Kinder dann während der Notbetreuung – die es für fünf Stunden am Tag gibt – etwa in Turnhallen stecken. Manche schreiben den Eltern, dass nicht mehr als 15 Kinder pro Jahrgang aufgenommen werden können.

Die Leiterin der Grunelius-Grundschule in Oberrad, Anne Gernoth, bittet Eltern denn auch auf ihrer Website inständig: „Bitte betreuen Sie an Tagen ohne Präsenzunterricht im Wechselmodell Ihre Kinder wenn irgend möglich zu Hause.“ Denn das Wechselmodell erfordere in Kombination mit der Notbetreuung eine hohe personelle und räumliche Ressource. Klartext: Je mehr Kinder für die Notbetreuung angemeldet werden, desto weniger Lehrkräfte können die anderen unterrichten. Die Grundschulleitung erklärt dann auch: „Das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass wir die Kinder an den Präsenzunterrichtstagen nur eingeschränkt, etwa für drei Stunden, beschulen können.“

Im Staatlichen Schulamt Frankfurt sieht man die Organisation von Wechselunterricht und Notbetreuung „als große Herausforderung“, sagt Amtsleiterin Evelin Spyra. Da könne es schon sein, dass man Turnhallen für die Notbetreuung nutze, damit man mehr Kinder unterbringen könne. Aber: „Wenn Eltern eine Bescheinigung vom Arbeitgeber vorlegen, dann haben sie ein Recht auf die Notbetreuung.“ Schulen können sie nicht abweisen. Spyra rechnet damit, dass etwa ein Drittel der Kinder in die Notbetreuung gehen wird.

Eingesetzt werden sollen dafür allerdings nur in geringem Umfang Lehrkräfte. Schulen würden daher Lösungen mit dem Betreuungspersonal der Nachmittagseinrichtungen finden, sagt Spyra. Vertretungskräfte und Referendar:innen könnten ebenfalls betreuen. „Wenn die Schulen noch Menschen für die Notbetreuung rekrutieren können, dann bekommen sie von uns auch finanzielle Unterstützung.“ Doch nicht nur die Organisation der Notbetreuung ist schwierig, auch bei der Nachmittagsbetreuung gibt es Verwirrung. Die einen Horte knüpfen die Betreuung daran, ob das Kind an diesem Tag Präsenzunterricht hat. In anderen dürfen dagegen auch Kinder kommen, die am Vormittag in der Notbetreuung oder zu Hause waren. „Das ist so aber nicht vorgesehen“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Wer Präsenzunterricht habe, könne die Nachmittagsbetreuung besuchen. Wer keinen Präsenzunterricht habe – und die Notbetreuung ist kein Unterricht –, soll zu Hause sein. „Sonst ist auch der Wechselunterricht nicht sinnvoll.“ Sinn und Zweck sei ja, dass zum Schutz der Gesundheit weniger zusammenkommen und Abstand eingehalten werden kann.

In den Einrichtungen soll es feste Gruppen geben, denen Erzieher:innen zugeordnet sind. „Es wird nicht gemischt“, sagt Weber. Da jedoch Erzieher:innen nicht die Gruppen wechseln könnten, zudem einige in der Notbetreuung eingesetzt würden, müssten Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Die Einrichtungen seien daher nur bis 16 Uhr geöffnet. Wenn es in einer Einrichtung personell machbar sei, dann könne sie aber auch länger offen haben. mit uve

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